Die Familie Wiesner Gastronomie AG (FWG) ist ein Gastronomiebetrieb mit Sitz in Dübendorf in der Deutschschweiz und gehört zu den 20 grössten Gastronomiebetrieben der Schweiz.Janique Weder: Wie viel Schwarzgeld steckt in unserem Trinkgeld? In: Neue Zürcher Zeitung. 7. April 2024.
Im Geschäftsjahr 2025 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 104,7 Millionen Schweizer Franken.
Geschichte Gründung und Anfänge Die Ursprünge des Unternehmens reichen bis ins Jahr 1989 zurück, als der Unternehmensberater Erich Kaub zusammen mit Fredy Wiesner die Dr. Kaub & Wiesner AG gründete, die fortan als Beratungsunternehmen für die Gastronomiebranche fungierte. 1991 eröffnete Fredy Wiesner gemeinsam mit seiner Frau Anita und mit Geschäftspartnern aus Basel den ersten Gastronomiebetrieb Café Sandwich im Zürcher Seefeld.
Expansion Im Jahr 1997 eröffnete das erste australische Restaurant der Marke Outback Lodge in Zürich. Zwei Jahre später folgte ein weiteres Restaurant in Winterthur, und im Jahr 2001 wurde das Red Ochre Grill in Uster eröffnet.Geballtes Aussie-Feeling. In: Food-service. 5. Oktober 2001. Ein Jahr darauf öffnete das Tanzhaus Alpenmax in Winterthur.
Die Gastronomiebetriebe der Familie Wiesner werden laut der Neuen Zürcher Zeitung seit der Eröffnung ihres australischen Restaurants im Jahr 1997 zur Erlebnisgastronomie gezählt, was für die Familie aber „kein Schimpfwort“ sei. 2004 eröffnete das Unternehmen mit dem Restaurant Nooch Asian Kitchen in Zürich sein erstes asiatisches Restaurant und kurz darauf die Negishi Sushi Bar in Basel im Jahr 2006. Von September 2011 bis Oktober 2025 betrieb die FWG einen eigenen Lieferservice.
Mitte 2015 wurde das Burger-Restaurant The Butcher im Zürcher Niederdorf eröffnet. Im Juli 2015 wurde das Tanzhaus Alpenmax wieder geschlossen.
Im Juni 2019 eröffnete das Unternehmen in der Europaallee Zürich mit dem Miss Miu das grösste koreanische Restaurant in Zürich.
2020 übernahmen Daniel und Manuel Wiesner, die zweite Generation der Familie Wiesner, das Familienunternehmen.
Während des ersten Lockdowns im Jahr 2020 erweiterte das Unternehmen seinen Betrieb um drei sogenannte Ghost Kitchens (Kitchen Republic, Poke Nation und Angry Chicken), in denen hauptsächlich für den Take-away-Verkauf und Lieferdienst gekocht wird. Zudem entwickelte sich in dieser Zeit die Digitalisierung des Unternehmens weiter, unter anderem bei Essensbestellungen und dem Zusammenführen von Daten. Hinzu kommt der Einsatz von KI-Tools, etwa bei der Analyse von Kundenbewertungen.
2022 führte die Geschäftsführung eine Lohntransparenz ein, sodass Mitarbeiter über die Unternehmenswebsite Informationen zu Löhnen anfordern können und externe Interessierte mithilfe eines Lohnrechners Einblick in die Lohnbänder erhalten. Zudem entschied die Geschäftsführung, ab Ende 2022 auf die Erstellung eines Jahresbudgets zu verzichten. Seit Anfang 2023 werden außerdem keine individuellen Prämien mehr an die Mitarbeiter ausgezahlt.
Ende des Jahres 2023 stellte die FWG auf bargeldloses Zahlen um, sodass Kunden nur noch elektronische Zahlungsmittel nutzen können.
Jüngere Entwicklungen Seit Anfang 2024 werden Trinkgelder auf den Lohnabrechnungen der Angestellten deklariert, sofern sie mehr als 10 Prozent des Lohns ausmachen. Diese Massnahme führt zwar zu einem Rückgang des Reallohns der Angestellten, erhöht jedoch den Gesamtlohn sowie die Beiträge an die Sozialversicherungen, was langfristig zu einer höheren Rente und besseren Absicherung bei Arbeitslosigkeit oder Krankheit führt. Nach Angaben des Bundesamts für Sozialversicherung (BSV) zählen Trinkgelder zum massgeblichen Lohn, wenn diese einen wesentlichen Teil des Entgelts ausmachen.Trinkgeld versteuern? Das könnte in der Schweiz schon bald Pflicht sein. In: Der Bund. 22. Juli 2024. Um sich gegen mögliche Kritik abzusichern, wurde die gesamte Dokumentation online verfügbar gemacht.
Anfang Juli 2025 erschien im Thuner Weber-Verlag das Buch Butter bis zum Rand von Journalist Steven Schneider. Das Werk gibt einen Einblick in das Familienunternehmen und soll auch ein Leitfaden für innovative Gastronomie sein. Im selben Monat eröffnete die FWG das Restaurant Negishi Sushi Bar am Bahnhof Zürich Stadelhofen, die insgesamt 13. Filiale der Sushi-Bar-Marke Negishi Sushi Bar. Im Herbst 2025 stellte die FWG ihren hauseigenen Kurierdienst ein.
Unternehmensstruktur Die FWG betreibt 31 Standorte in der Deutschschweiz unter den Marken Nooch Asian Kitchen, Negishi Sushi Bar, Kitchen Republic, Miss Miu und Outback Lodge (Stand 2024). Das Unternehmen im Familienbesitz leiten Daniel Wiesner und Manuel Wiesner als Geschäftsführer, die Söhne der Unternehmensgründer Fredy und Anita Wiesner.
2020 gründete die FWG mit der FWG-Foundation eine Stiftung, die sowohl Mitarbeitende in Notlagen als auch soziale Organisationen unterstützt.
Umsatzentwicklung +Umsatzentwicklung des Unternehmens ab 2019Jahr2019202020212022202320242025Umsatzerlöse in Mio. CHF60«Ich will die Gäste nicht erziehen». In: Berner Zeitung. 17. November 2021.6077949897105
Nachhaltigkeit Im Jahr 2020 erweiterte die FWG ihr Angebot in den Restaurants Nooch Asian Kitchen, Negishi Sushi Bar und The Butcher um mehr als 20 vegetarische und vegane Gerichte. Für ihre Speisen verwendet das Unternehmen Fische aus nachhaltiger Zucht sowie Fleisch aus artgerechter Haltung. Zudem greift die FWG auf umweltfreundliche Verpackungen für den Take-away-Verkauf zurück und lieferte bis Oktober 2025 die meisten Bestellungen per Fahrrad aus.
Um die CO₂-Emissionen zu reduzieren, begann das Unternehmen im Jahr 2021 damit, den CO₂-Ausstoss für jedes angebotene Gericht zu messen. Ein Jahr später führte die FWG als eines der ersten Schweizer Multi-Restaurant-Unternehmen eine CO₂-Transparenz ein. Dadurch erhalten Kunden sowohl online als auch in den Restaurants Informationen darüber, welche Gerichte klimafreundlich sind – also weniger als 629 Gramm CO₂-Emissionen verursachen.
Seit 2024 arbeitet die FWG mit Climeworks zusammen, um neben der eigenen Senkung des CO₂-Ausstosses um 10 Prozent bis Ende 2025 zusätzlich weitere 5 Prozent durch Climeworks mittels Carbon Capture and Storage zu absorbieren. Bis 2030 plant das Unternehmen eine Reduktion der CO₂-Emissionen um 40 Prozent und strebt an, bis 2050 klimaneutral zu sein.
Auszeichnungen 2016: Best of Swiss Gastro Award in der Kategorie „Trend“ für das Zürcher Burgerlokal The Butcher durch eine Fachjury 2018: Peppaward für den besten Lieferservice in Bern für das Restaurant Nooch Asian Kitchen durch den Schweizer Food-Delivery-Anbieter Eat.ch 2023: Swiss HR Award für die im Jahr 2022 eingeführte Lohntransparenz 2024: Nominierung des FWG Cashless Automation-Bezahlsystems bei den Best of Swiss Web-Awards als «bestes digitales Projekt des Jahres» durch eine Fachjury 2025: Im August 2025 wurde das Unternehmen von der Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz mit dem Label «Friendly Work Space» für sein systematisches betriebliches Gesundheitsmanagement ausgezeichnet.
Literatur Schneider, Steven: Butter bis zum Rand: Backstage bei der Familie Wiesner Gastronomie. Weber Verlag 2025. ISBN 978-3-03818-806-3.
Weblinks Webseite des Unternehmens
Einzelnachweise
Kategorie:Unternehmen (Dübendorf) Kategorie:Gastronomiebetrieb (Schweiz) Kategorie:Unternehmensgründung 1991