mini|Jan Kotěra (1914) mini|Volkshaus (1905–1907) mini|Haus Laichter (1908–1909) mini|Villa Baťa (1909) mini|Ostböhmisches Museum (1909–1912) mini|Juristische Fakultät (1909–1912) Jan Kotěra (* 18. Dezember 1871 in Brünn, Markgrafschaft Mähren, Österreich-Ungarn; † 17. April 1923 in Prag, Tschechoslowakei) war ein tschechischer Architekt, Designer und Grafiker. Er gilt als ein Wegbereiter der Modernen Architektur.
Leben Kotěra studierte u. a. bei Otto Wagner, dem bedeutendsten österreichischen Architekten der Belle Époque, an der Akademie der bildenden Künste in Wien.
Anfangs noch von der Wiener Secession beeinflusst, nahmen seine Bauten unter dem Eindruck von Frank Lloyd Wright zunehmend funktionalistische Formen an. Gleichzeitig nahm er Elemente der tschechischen Volksarchitektur auf und schuf damit einen spezifischen Baustil, der moderne mit volkstümlichen Elementen kombiniert.
Nicht nur durch seine architektonischen Werke, sondern auch als Hochschullehrer übte er großen Einfluss auf die nachfolgende Generation tschechischer Architekten aus. Bedeutende Schüler waren unter anderen Josef Gočár und Bohuslav Fuchs. Ein weiterer Schüler war der im Wien der Zwischenkriegszeit aktive Leo Kammel. Sein Umfeld war um 1910 an der Entwicklung des sogenannten Tschechischen Kubismus beteiligt, den er selbst aber nur teilweise adaptierte und im Sinn einer klassizistischen Formensprache abwandelte.
Kotěra war Professor an der Akademie der Bildenden Künste Prag und Gründer der dortigen Architekturklasse.
Bauten 1894–1896: Umbau und Erweiterung des Schlosses in Červený Hrádek 1899–1900: Haus Peterkův am Wenzelsplatz, Prag 1° 1903–1905: Bezirkshaus in Königgrätz (heute Teil des Hotels Bystrica) 1904–1906: Sucharda-Villa mit AtelierSucharda Villa 1905–1907: Volkshaus in Prostějov 1906–1907: Wasserwerk mit Wasserturm in Prag 4° Michle 1907–1908: Villa Klaus in Prag 6° Bubeneč 1908–1909: Haus Jan Laichter in Prag 2° Vinohrady 1908–1909: Villa Kotěra in Prag 2° Vinohrady (hervorragendes Beispiel des frühen tschechischen Funktionalismus) 1909: Villa Tomáš Baťa in Zlín 1909–1912: Ostböhmisches Museum in Hradec Králové (Königgrätz) 1911: Villa Bianca in Prag (Umbau 1920. Rekonstruktion 1997–2003)Villa Bianca 1911–1913: Urbánek-Haus/Mozarteum in Prag (Skulpturen von Jan Štursa) 1912–1913: Erste Allgemeine Rentenanstalt in Prag (mit J. Zasch) 1914: Doppelvilla Lemberger/Klinger in Wien XIX° (mit Josef Czastka) 1917–1918: Rýdl-Villa in Dobruška 1919–1921: Architekturschule in Prag 6° Holešovice (mit Josef Gočár) 1924–1927: Juristische Fakultät der Karls-Universität in Prag (Umsetzung von Ladislav Machoň)
Literatur Radmila Kreuzziegerová (Hrsg.): Jan Kotēra, 1871–1923. The Founder of Modern Czech architecture. Obecní Dům, Praha 2001. ISBN 80-86217-47-7 (Ausstellungskatalog).
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Architekt (Prag) Kategorie:Hochschullehrer (Akademie der Bildenden Künste, Prag) Kategorie:Person (Cisleithanien) Kategorie:Person (Königreich Böhmen) Kategorie:Tschechoslowake Kategorie:Geboren 1871 Kategorie:Gestorben 1923 Kategorie:Mann