mini|Victor Andreas Suadicani Victor Andreas Suadicani, auch Andreas Viktor Suadicani, Viktor Suadicani (* 3. Januar 1809 in Schleswig; † 28. Dezember 1888 in MagdeburgLebensdaten nach Markus Jaeger: Bürgermeister und Ratsherren der Stadt Northeim 1252–2002. (= Abhandlungen und Studien aus dem Stadtarchiv Northeim), Northeim Stadtarchiv 2022, S. 237) war ein deutscher Verwaltungsjurist und Bürgermeister von Northeim.
Leben Victor Andreas Suadicani war ein Sohn des Schleswiger Arztes Carl Ferdinand Suadicani aus dessen zweiter Ehe mit Johanna, geb. Petri († 1819). Ab Ostern 1827 studierte er Rechtswissenschaften an der Universität GöttingenImmatrikulation am 30. April 1827; zum Wintersemester 1829/30 wechselte er an die Universität KielImmatrikulation am 31. Oktober 1829. An beiden Universitäten war er im Corps Holsatia aktiv, in Kiel auch im kurzlebigen Corps Slesvicia.Kösener Korpslisten 1910, 78, 60; 134, 113; 136, 6 1832 bestand er am Obergericht Gottorf sein juristisches Amtsexamen.
Suadicani trat in den Verwaltungsdienst der zum Dänischen Gesamtstaat gehörenden Herzogtümer ein. Seine erste Stellung war als Volontär in der Schleswig-Holstein-Lauenburgischen Kanzlei in Kopenhagen. 1835 wurde er hier KanzlistGertrud Nordmann: Schleswig-Holsteinische Beamte 1816–1848. Landesarchiv Schleswig-Holstein, Schleswig 1997, ISBN 3-931292-56-8, S. 10, und Anfang 1840 wurde er zum Wirklichen Kanzleisekretär ernannt.Allerhöchst privilegirte schleswig-holsteinische Anzeigen 1840, S. 277 Im Juli desselben Jahres erfolgte seine Bestellung zum Stadtsekretär in Apenrade, wo sein Studienfreund und Corpsbruder Georg Schow Bürgermeister war. Damit war Suadicani zugleich Mitglied des Magistrats der Stadt.
In der Schleswig-Holsteinischen Erhebung 1848 unterstellte er sich der Provisorischen Regierung. Als er sich Ende März 1848 beim Einmarsch dänischer Truppen in Apenrade weigerte, die Stadtkasse und das Archiv zu übergeben, wurde er mit anderen Magistratsmitgliedern verhaftet. Suadicani, Bürgermeister Schow und die Ratsmitglieder Agent Bruun und Danielsen wurden, wie in zahlreichen deutschen Zeitungen berichtet wurde „ergriffen und nach Fridericia geschleppt, wo sie gefangen gehalten werden sollen“.Hier nach Leipziger Zeitung, Beilage vom 6. April 1848, S. 2146 Nach dem Vertrag von Malmö (1848) wurden alle freigelassen. Am 31. Oktober 1849 erfolgte seine Entlassung aus allen Ämtern.
Er ging zunächst nach Holstein und wurde 1850 Stadtsekretär und stellvertretender Bürgermeister von Oldesloe. Nachdem jedoch auch in Holstein die dänische Herrschaft voll wiederhergestellt worden war und obwohl er unter die Amnestie für Schleswig fiel, ging er 1853 ins Exil südlich der Elbe im Königreich Hannover.
Im August 1853 wurde er zum Bürgermeister von Northeim gewählt. In dieser Stellung blieb er 35 Jahre lang, bis an sein Lebensende. Zu seinem 25-jährigen Amtsjubiläum 1878 erhielt er die Ehrenbürger-Würde der Stadt.Markus Jaeger: Bürgermeister und Ratsherren der Stadt Northeim 1252–2002. (= Abhandlungen und Studien aus dem Stadtarchiv Northeim), Northeim Stadtarchiv 2022, S. 237
Er war Mitglied des Großen Ausschusses der Calenberg-Grubenhagenschen Landschaft und ab 1867 Abgeordneter für den Stand der Städte im Provinziallandtag der Provinz Hannover.
Suadicani starb unverheiratet in Magdeburg auf Besuch bei Georg Schow in dessen Wohnung, in der Theaterstraße 2 (heutige Lingnerstraße) auf dem Werder.Sterberegister Magdeburg Altstadt 1888, Band 8, Nr. 2423, abgerufen über ancestry.com Sein Neffe Victor Hensen ist nach ihm benannt.
An ihn erinnert die Suadicanistraße in Northeim.
Auszeichnungen Guelphenorden 4. Klasse (1857) Ritter (1865) Königlicher Kronen-Orden (Preußen), 3. KlasseStaats-Handbuch über die Provinz Hannover 1888, S. 165
Literatur Vibeke Harsberg: ordslesvigske embedsmænd 1848-1851: en undersøgelse af deres nationale rekruttering med fortegnelse over personalhistoriske oplysninger om de verdslige embedsmænd. 1979, S. 46 Gertrud Nordmann: Schleswig-Holsteinische Beamte 1816–1848. Landesarchiv Schleswig-Holstein, Schleswig 1997, ISBN 3-931292-56-8, S. 10 Markus Jaeger: Bürgermeister und Ratsherren der Stadt Northeim 1252–2002. (= Abhandlungen und Studien aus dem Stadtarchiv Northeim), Northeim Stadtarchiv 2022, S. 237
Einzelnachweise
Kategorie:Person (Aabenraa Kommune) Kategorie:Person in der Schleswig-Holsteinischen Erhebung (Schleswig-Holstein) Kategorie:Bürgermeister (Northeim) Kategorie:Mitglied des Provinziallandtages von Hannover (Königreich Preußen) Kategorie:Ehrenbürger im Landkreis Northeim Kategorie:Ritter des Guelphen-Ordens Kategorie:Träger des Preußischen Königlichen Kronenordens 3. Klasse Kategorie:Corpsstudent (19. Jahrhundert) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1809 Kategorie:Gestorben 1888 Kategorie:Mann