mini|hochkant|Andrzej Anusz (2011) Andrzej Karol Anusz (* 27. August 1965 in Warschau) ist ein polnischer Politiker (PC, RdR, ZP, NP, AWS, Partia Centrum, PPP, Kukiz’15). Er gehörte von 1991 bis 1993 und von 1997 bis 2001 dem Sejm in dessen I. und III. Wahlperiode an.

Leben und Beruf Anusz studierte Geschichte an der Universität Warschau und schloss das Studium 1991 ab. Der Magistergrad wurde ihm durch die Universität wegen Plagiatsvorwürfen entzogen. Diese Entscheidung wurde 1999 durch das Oberstes Verwaltungsgericht bestätigt.„Anusz pozbawiony tytułu magistra“ auf archiwum.rp.pl, abgerufen am 11. Dezember 2024. Im Jahr 2000 wurde ihm ein Magister im Fach Politikwissenschaft von der Kardinal-Stefan-Wyszyński-Universität Warschau verliehen. An derselben Universität wurde er 2004 mit einer soziologischen Arbeit promoviert. Er schrieb Artikel unter anderem für die Zeitungen Rzeczpospolita, Życiu, Wprost, Nowy Świat und Przegląd Polityczny. 2018 wurde er stellvertretender Vorsitzender des Józef-Piłsudski-Instituts in Warschau.

Politik Während seines Studiums engagierte sich Anusz im Unabhängigen Studentenverband NZS und war von 1984 bis 1989 Mitglied des Untergrundvorstandes an der Universität Warschau. Er schrieb für die Untergrundzeitungen „Kurierze Akademickim“, „Kulturze“, „Dwadzieścia jeden“ und „Wola“. Als Vertreter der demokratischen Opposition wurde er vom Geheimdienst Służba Bezpieczeństwa überwacht.„Andrzej Anusz“ auf katalog.bip.ipn.gov.pl, abgerufen am 11. Dezember 2024. 1988 wurde er verhaftet, weil er versucht hatte, Druckereigerätschaften für die Opposition zu schmuggeln. Als Folge wurde er zu einer Geldstrafe verurteilt. 2007 wurde ihm vom Instytut Pamięci Narodowej der Status eines Verfolgungsgeschädigten zuerkannt.

Anusz, der 1989 den Sejm-Wahlkampf von Jacek Kuroń geleitet hatte, gehörte 1990 zu den Mitbegründern des Porozumienie Centrum (PC) und gehörte dessen Hauptvorstand an.„Andrzej Anusz“ auf ludzie.wprost.pl, abgerufen am 11. Dezember 2024. Er wurde bei der ersten vollständig freien Parlamentswahl 1991 für das PC in den Sejm gewählt.Ergebnis in Monitor Polski 1991, Nr. 41, S. 503. 1992 verließ er als Teil der Gruppe um den ehemaligen Ministerpräsidenten Jan Olszewski das PC und beteiligte sich an der Gründung der Fraktion Ruch dla Rzeczypospolitej (RdR).„Bliski współpracownik Jana Olszewskiego o byłym premierze: jeden z ojców niepodległości Polski“ auf niezalezna.pl, abgerufen am 11. Dezember 2024. Kurz vor der Parlamentswahl 1993 trat er aus der RdR aus und wurde Mitglied der neuen Zjednoczenie Polskie (ZP). Für diese kandidierte er bei der Parlamentswahl 1993 auf der Liste der PC, die jedoch mit 4,4 % der Stimmen an der neu eingeführten 5-%-Hürde scheiterte.Ergebnis in Monitor Polski 1993, Nr. 50, S. 610. Später beteiligte er sich an der Gründung der Nowa Polska (NP). Bei der Präsidentschaftswahl 1995 unterstützte er Hanna Gronkiewicz-Waltz.„Posłowie III kadencji – Akcja Wyborcza Solidarność“ auf www.rzeczpospolita.pl, abgerufen am 3. September 2026. Bei der Parlamentswahl 1997 kehrte er für die NP auf der Liste des Wahlbündnisses Akcja Wyborcza Solidarność in den Sejm zurück.Ergebnis in Monitor Polski 1997, Nr. 64, S. 1374. Bei der Parlamentswahl 2001 kandidierte er erneut für die AWS, die mit 5,6 % der Stimmen jedoch an der für Wahlbündnisse geltenden 8-%-Hürde scheiterte.Kandidatenliste auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 6. Oktober 2025. Von 2004 bis 2007 war er Mitglied der Partia Centrum. Bei der Wahl 2011 kandidierte er für die Polska Partia Pracy erfolglos für den Senat der Republik Polen.Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 11. Dezember 2024. Ebenfalls erfolglos bewarb er sich bei der Parlamentswahl 2015 als Mitglied der Wspólnota auf der Liste Kukiz’15 um ein Mandat.Kandidatenliste auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 11. Dezember 2024.

Im Dezember 2025 wurde er von Präsident Karol Nawrocki in den Rat für Kriegsveteranen, Opfer von Repressionen und Antikommunistische Oppositionsaktivitäten berufen.„Prezydent powołał Radę ds. Kombatantów, Osób Represjonowanych i Działaczy Opozycji Antykomunistycznej“ auf www.prezydent.pl, abgerufen am 13. Februar 2026.

Ehrungen 2015 Krzyż Wolności i Solidarności in Monitor Polski 2015, S. 774. 2017 Auszeichnung für Verdienste um die polnische Kultur 2024 Kommandeurskreuz des Ordens Polonia Restituta„Uroczyste wręczenie odznaczeń działaczom opozycji – Warszawa, 29 lipca 2015“ auf isap.sejm.gov.pl, abgerufen am 11. Dezember 2024.

Weblinks

Biogram auf der Seite des Sejm

Einzelnachweise

Kategorie:Sejm-Abgeordneter (Dritte Republik) Kategorie:Mitglied der Porozumienie Centrum Kategorie:AWS-Mitglied Kategorie:Politiker (20. Jahrhundert) Kategorie:Politiker (21. Jahrhundert) Kategorie:Träger des Ordens Polonia Restituta (Komtur) Kategorie:Pole Kategorie:Geboren 1965 Kategorie:Mann