Mariechen Danz (geb. 1980 in Dublin) ist eine Irisch-Deutsche Künstlerin, deren multimedial ausgerichtete Praxis sich mit Fragen des Wissens, dessen Vermittlung und der Beziehung zwischen Körper und Erkenntnis beschäftigt.
Leben und Wirken Danz studierte an der Universität der Künste Berlin, an Gerrit Rietveld Academie Amsterdam, sowie in Kalifornien an dem California Institute of the Arts. Sie entwickelte früh ein interdisziplinäres Interesse an Anatomie, Kartografie und historischen Wissenssystemen.
Danz’ künstlerisches Werk umfasst Skulpturen, Installationen, Performances und Kostüme, in denen häufig anatomische Modelle und Darstellungen von Organen als Metaphern für kulturelle, historische und epistemische Strukturen genutzt werden. Ein zentrales Motiv in ihrem Schaffen ist die Auseinandersetzung mit der menschlichen Anatomie, etwa in Form organähnlicher Objekte, die nicht selten auf medizinischen Lehrmodellen basieren und auf diese Weise vermeintlich objektive Darstellungen körperlicher Strukturen entlarven. In ihren raumgreifenden Werken setzt sie sich zudem mit der Frage auseinander, wie Wissensordnungen entstehen, wie sie sich verändern lassen und wie Körperwissen und kulturelle Konzepte historisch und geografisch variieren.
Danz war 2017 auf der Biennale in Venedig mit einer umfassenden Installation und Performance vertreten, in der sie Gesang, Bildprojektionen sowie skulpturale Elemente zu einem mehrschichtigen Erlebnis verband. Auch auf der 16. Istanbul Biennale (2019) präsentierte sie eine groß angelegte Installation, bei der sie Tausende handgefertigte Ziegel mit Abdrücken menschlicher Organe kombinierte und so ein anthropomorphes Raumgefüge schuf, das an der Schnittstelle zwischen Archäologie, Architektur und Anatomie angesiedelt war.
Die Künstlerin zeigte ihre Arbeiten in Institutionen wie dem Haus der Kunst in München, im Centre Pompidou in Paris, im Kunsthaus Bregenz und in der Berlinischen Galerie in Berlin. Ihre Ausstellung edge out in der Berlinischen Galerie zeigt ein begehbares System von Körperbildern, in dem Organe in verschiedenen Materialien reflektiert werden und visuelle wie räumliche Ordnungssysteme als wandelbar und subjektiv erfahrbar inszeniert sind.
Preise 2013: Villa Romana Preis 2024: GASAG-Kunstpreis
Ausstellungen (Auswahl) Einzelausstellungen 2021: Clouded in Veins, Kunsthalle RecklinghausenMariechen Danz, Kunsthalle Recklinghausen, abgerufen am 27. Januar 2025. 2024: edge out, Berlinische Galerie Mariechen Danz - edge out - GASAG Kunstpreis 2024, in: Berlinische Galerie vom 13.09. bis 16.06.2025, zuletzt abgerufen am 24. März 2025.
Gruppenausstellungen 2009 : The Generational Triennial : Younger Than Jesus, New Museum, New York 2016/17: Polyphonies, Centre PompidouPolyphonies, Centre Pompidou, abgerufen am 27. Januar 2025. 2017: Biennale di VeneziaMariechen Danz, universes.art, abgerufen am 27. Januar 2025. 2019: 16. Istanbul BiennaleMariechen Danz, 16. Istanbul Biennale, abgerufen am 27. Januar 2025.
Weblinks Jewel-like organs and bodily brickwork : the gutsy art of Mariechen Danz Mariechen Danz, edge out at Berlinische Galerie Mariechen Danz in der Berlinischen Galerie: Die Niere denkt mit, Monopol
Einzelnachweise
Kategorie:Künstler (Deutschland) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1980 Kategorie:Frau