Thomas Werner Kraus (* 26. Mai 1961 in Stuttgart) ist ein deutscher Chirurg, Künstler und Hochschullehrer.

Leben

Kraus wurde in Stuttgart geboren und ist dort aufgewachsen. Nach dem Abitur 1986 am Wagenburg-Gymnasium leistete er 1986 Wehrdienst als Hochgebirgsjäger in Mittenwald / Gebirgsjägerbrigade. 1981 bis 1984 studierte er Humanmedizin in Heidelberg zunächst an der Ruprecht-Karls-Universität und als Stipendiat des Deutschen Akademischen Austauschdienstes, dann 1985 bis 1987 an der University of London (Central Westminster Hospital and Charing-Cross Medical School). Sein studentischer Mentor, der Chirurg Harold Ellis, Teaching Professor am Central Westminster Hospital London motivierte ihn zur chirurgischen Laufbahn.

1987 erhielt die Approbation als Arzt. Im selben Jahr promovierte er in Heidelberg mit einer kardiologischen Arbeit bei Wolfgang Kübler und J. Senges zum Dr. med. (magna cum laude).

Kraus erhielt seine Facharzt-Ausbildung für Chirurgie an der chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg ab 1987 unter seinem Mentor Christian Herfarth. 1987 bis 1991 war er ärztlicher Leiter der OP-Fachweiterbildung und OTA-Kurse an der Krankenpflegeschule der Universitätsklinik Heidelberg. 1995 wurde er Facharzt für Allgemeinchirurgie, 1988 erhielt er die Fachkunde für Notfallmedizin und Rettungsdienst, 1997 für Ösophago-Gastoduodenoskopie, 1998 für Gefäßchirurgie und 2000 für Viszeralchirurgie. 1996 wurde er Oberarzt. 1997 habilitierte er sich und erhielt die Venia Legendi für Chirurgie an der Uni Heidelberg.

1993 unterbrach er die chirurgische Weiterbildung für 8 Monate und leistete einen Restwehrdienst als leitender Schiffsarzt der Bundesmarine (UNO Flottenverband / Stanafforland) bei der Embargo-Überwachung im Bosnien-Krieg.

Nach einem chirurgischen Lehrstuhlwechsel in Heidelberg arbeitete er 2001 bis 2005 als leitender Oberarzt und leitete die Lebertransplantation, die chirurgische Intensivmedizin sowie stellvertretend die Sektion für chirurgische Onkologie. 2003 erhielt eine außerplanmäßige Professur an der Uni Heidelberg, die bis heute Bestand hat. Kraus übernahm 2005 die Position als Chefarzt und ärztlicher Direktor der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie am Krankenhaus Nordwest der Stiftung Hospital zum heiligen Geist in Frankfurt a. M.

Unter seiner Leitung wurden bis 2024 Bereiche der viszeralonkologischen Chirurgie zertifiziert, das interdisziplinäre onkologische Zentrum begründet, die minimal Invasive Chirurgie ausgebaut und die robotische Chirurgie etabliert.

Im Januar 2025 wechselte Kraus als ärztlicher Direktor an das St. Elisabethen Krankenhaus Frankfurt der privaten Artemed-Klinik-Gruppe um hier zusammen mit seinem Co-Chefarzt und früher leitenden Oberarzt Moustafa Elshafei die neu definierte Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Tumorchirurgie zu führen.

Thomas Kraus ist Experte für Viszeralchirurgie (Innere Organe des Bauchraumes) mit klinischen Schwerpunkten kolorektale, gastrointestinale, hepatobiliäre und Pankreas-Chirurgie. Durchgängiger Fokus ist die onkologische Chirurgie. Weitere Arbeitsfelder sind Hernien, Proktologie und entzündliche Darmerkrankungen. Techniken der minimalinvasiven oder robotischen Chirurgie kommen regelhaft zum Einsatz und werden wissenschaftlich und klinisch evaluiert.

Kraus beschäftigt sich neben der chirurgischen Praxis mit Krankenhaus-Management sowie strukturellen und ethischen Themen der Gesundheitsversorgung. Er ist EFQM-Assessor. An der Uni Heidelberg wirkte er als ärztliches Bindeglied zur betriebswirtschaftlichen Administration des Klinikums. 2004 erhielt er den Master of Business Administration (General und Hospital Management) der GISMA Business School Hannover und der Purdue University / Krannert School of Management / West Lafayette USA. 2004 durchlief er das Programm European Healthcare Leadership der INSEAD Business-School in Fontainebleau.

Kraus dozierte an diversen Fachhochschulen (Akademie für medizinische Informatik, Heidelberg, Gesellschaft für angewandte Wissenschaften mbH Hahn Campus - Sinzig).

Seit 2000 ist er ehrenamtliches Vorstandsmitglied der Initiative Gesundheitswirtschaft Rhein-Main. Kraus ist Mitglied der Gutachter- und Schlichtungskommission der Landesärztekammer Hessen und regelmäßiger Gutachter in chirurgisch-forensischen Fragestellungen für Kammern und Gerichte.

Chirurgische Fotografie – Art of Surgery Kraus ist ambitionierter Amateur-Fotograf. Er widmet sich zudem künstlerisch verschiedenen Formen der Malerei und Plastik.

In der von ihm mit seinem früheren Kollegen Davorin Wagner geleiteten interdisziplinären Arbeitsgruppe aus Chirurgen und den Künstlern Justus Becker und Christian Knecht werden "Artworks" auf Basis eigener intraoperativer Fotografie erzeugt, welche den Geist und die besondere Atmosphäre der Chirurgie widerspiegeln. Ausstellungen wurden auf den deutschen Chirurgenkongressen kuratiert. Eine Vielzahl Bücher und Zeitschriften wurden illustriert. Die Website Art-of-Surgery verdeutlicht das Projekt in einer umfassenden Übersicht Das Projekt ist nicht kommerziell, wurde initial von der |Firma B. Braun gefördert und steht unter der Schirmherrschaft der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie.

Mitgliedschaft in Fachgesellschaften Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) Berufsverband der Deutschen Chirurgie (BDC) Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin (DGG) Deutsche Transplantationsgesellschaft (DTG) Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) Deutsche Hernien Gesellschaft (DHG) Fellow American College of Surgeons (FACS) Frankfurter Gesellschaft für Handel, Industrie und Wissenschaft e.V. Rotary Club Römer Frankfurt

Ehrungen und Auszeichnungen 1985 Stipendium Deutscher Akademischer Austauschdienst DAAD 1989 Stipendium Mildred-Scheel Stiftung 1989 Stipendium der Firma Hoechst AG 1994 Finnlandia Price / International Society of Vascular Surgeons 1994 Young Investigators Award of The Transplantation Society 1995 Preis European Society for Organ Transplantation 1998 Ehrenmitgliedschaft in ROMTRANSPLANT / The Romanian Transplantation Society 1999 Reisestipendium der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie 2000 Forschungsstipendium der Deutschen Transplantationsgesellschaft 2001 Reisestipendium Japanischen Gesellschaft für Chirurgie 2004 Stipendium, "European Leadership Program", Insead 2004 Posterpreis Workshop für Lebertransplantation und Hepatologie Wilsele seit 2020 regelmäßig "Best Practise Awards" für Cholecystektomie, Hernienchirurgie, Appendektomie (AOK) seit 2011 Regelmäßig unter "Top 100 deutsche Viszeralchirurgen" / Fokus und Stern Rankings

Werk Kraus hat über 200 wissenschaftliche Arbeiten und Buchbeiträge als Autor oder Koautor publiziert und hielt über 400 Vorträge auf wissenschaftlichen Kongressen und Symposien.

Weblinks Website Art of Surgery

Einzelnachweise

Kategorie:Mediziner (20. Jahrhundert) Kategorie:Mediziner (21. Jahrhundert) Kategorie:Chirurg Kategorie:Hochschullehrer (Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg) Kategorie:Fotograf (Deutschland) Kategorie:Person (Rotary International) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1961 Kategorie:Mann