Juraj Mokrý (* 24. April 1975 in Bojnice) ist ein slowakischer Volleyballschiedsrichter und -funktionär sowie Mediziner.
Leben Juraj Mokrý studierte an der in Martin angesiedelten Jessenius-Fakultät für Medizin der Comenius-Universität Bratislava Medizin. Nach seinem Studium entschied er sich auch mit Hinblick auf seine Karriere als Volleyballschiedsrichter an der Fakultät zu bleiben und eine Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter anzunehmen. Er spezialisierte sich auf Pharmakologie und Pharmakotherapie. Er ist als Professor am Institut für Pharmakologie beschäftigt und ist zudem seit 2008 Prodekan der Jessenius-Fakultät für Medizin.
Juraj Mokrý ist verheiratet.Juraj Mokrý in der Datenbank der Slowakischen Nationalbibliothek, abgerufen am 18. Mai 2026 (slowakisch).
Karriere im Volleyball Im Jugend- und Juniorenbereich spielte Juraj Mokrý für Stavbár Prievidza. Aufgrund von anhaltenden Knöchelproblemen musste er aber seine Karriere beenden und ließ sich 1994 zum Schiedsrichter ausbilden. Nachdem er bereits 1996 damals noch mit B-Lizenz und als Vertretung sein Schiedsrichter-Debüt auf Extraliga-Niveau gab, ist er seit 1997 fester Bestandteil des Schiedsrichterteam für die höchste slowakische Spielklasse im Frauen- und Männervolleyball. Zwischen 1999 und 2000 absolvierte er dann die Ausbildung zum internationalen Schiedsrichter und wurde ein Jahr später von der Fédération Internationale de Volleyball offiziell zum internationalen Schiedsrichter ernannt.
Sein internationales Debüt gab Juraj Mokrý bereits als Teil der Ausbildung 1999 beim Spiel zwischen VŠK Púchov und Volley Amriswil im Europapokal der Pokalsieger. Bereits zwei Jahre nach seiner Ernennung zum internationalen Schiedsrichter leitet er mit nur 28 Jahren überraschend sein erstes internationales Finale bei der Frauen-Europameisterschaft 2003. Nachdem er auch mehrere Finals in der Volleyball Champions League geleitet hatte, gab Juraj Mokrý bei den Olympischen Sommerspielen 2016 in Rio de Janeiro sein Debüt. Nach Dušan Prieložný, Karol Dittinger und Vladimír Kovalík war er der vierte slowakische Schiedsrichter bei Olympischen Sommerspielen. In Rio de Janeiro wurde er in vier Spielen als erster und in fünf Spielen als zweiter Schiedsrichter eingesetzt.
Fünf Jahre später nahm Juraj Mokrý an den wegen der COVID-19-Pandemie verschobenen Olympische Sommerspiele 2020 in Tokio teil. Dabei wurde ihm die Ehre zuteil, das Frauenendspiel zwischen den Vereinigten Staaten und Brasilien als erster Schiedsrichter zu leiten. Auch bei den Olympischen Sommerspielen 2024 in Paris fungierte er als Schiedsrichter. Bei der Männer-Weltmeisterschaft 2025 schrieb Juraj Mokrý Geschichte, als er im WM-Finale als zweiter Schiedsrichter eingesetzt wurde. Denn dadurch wurde er der erste Schiedsrichter, der in drei aufeinanderfolgenden WM-Finals eingesetzt wurde. Zuvor leitete er 2018 bei den Frauen und 2022 bei den Männern das Endspiel als erster Schiedsrichter.
Seit 2025 ist er als Vertreter der Schiedsrichter Mitglied im Vorstand von der Slovenská volejbalová federácia und wurde zum Vizepräsidenten des Verbandes gewählt. Er engagiert sich zudem auch bei der Übersetzung der offiziellen Volleyballregeln vom Englischen ins Slowakische.
Auszeichnung Seit dem Jahr 2013 wurde Juraj Mokrý jeweils für das vorhergehende Jahr als slowakischer Schiedsrichter des Jahres ausgezeichnet. Im Jahr 2025 wurde er zudem als bisher jüngste Person in die Hall of Fame des slowakischen Volleyballs eingeführt. Nach Dušan Prieložný und Vladimír Kovalík ist er der dritte Schiedsrichter, dem diese Ehre zuteilwird.
Kritik In Deutschland wurde Juraj Mokrý einem größeren Publikum bekannt als Schiedsrichter im Viertelfinale von Olympia 2024 zwischen Deutschland und Frankreich. Er zeigte im Tie-Break dem deutschen Spieler Tobias Krick die rote Karte wegen unangemessenen Verhaltens, was von deutscher Seite aus stark kritisiert wurde. Dabei wurden sowohl fehlendes Fingerspitzengefühl als auch eine fehlende Konsequenz im Umgang mit ähnlichem Verhalten französischer Spieler bemängelt. Ronny Ackermann, Manager Schiedsrichter bei der Volleyball Bundesliga GmbH bezeichnete die Entscheidung zwar als „nicht clever“, regeltechnisch könne man ihm aber wenig vorwerfen.
Weblinks
Sieň slávy mit Abschnitt zu Juraj Mokrý auf der Webseite der Slovenská volejbalová federácia (slowakisch).
Einzelnachweise
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