mini|Arbeit einer Zwirnerin im Kombinat
Der VEB Textilkombinat Cottbus (TKC) wurde 1968 gegründet und war ein Kombinat in der DDR. Das Kombinat unterstand dem Ministerium für Leichtindustrie. Weitere zentralgeleitete Kombinate im Zuständigkeitsbereich dieses Ministeriums sind in der Liste von Kombinaten der DDR aufgeführt.
Verglichen mit den drei anderen großen Bekleidungskombinaten mit Sitz in Berlin, Erfurt und Lößnitz war das TKC stark vertikal integriert. In großem Maße wurde textiles Halbzeug direkt innerhalb des Kombinats hergestellt.Carla Fritz: Kombinat Oberbekleidung Berlin – Des Schneiders neue Kleider, S. 195, In: Kombinate: Was aus ihnen geworden ist. Verlag die Wirtschaft, Berlin/München 1993.
Geschichte Die Anweisung zur Gründung eines neuen Textilbetriebs wurde Ende 1968 durch den Minister für Leichtindustrie erteilt. Am 15. Oktober desselben Jahres erfolgte daraufhin der erste Spatenstich zum Aufbau eines Werkes in Cottbus, das durch den VEB Textilkombinat Cottbus betrieben werden sollte. Dem in diesem Zuge ebenfalls gegründeten Kombinat wurden 1969 mehrere Betriebe zugeordnet. Das Kombinat erhielt hierbei denselben Namen wie der Stammbetrieb: VEB Textilkombinat Cottbus.Czech, Vinzenz: VEB Textil- und Konfektionsbetrieb Cottbus (Textilkombinat Cottbus - Stammbetrieb / TKC) in: Industriegeschichte Brandenburgs, publiziert am 6. Mai 2022, abgerufen am 8. Dezember 2024. Mit der Auflösung der VVB Volltuch Cottbus 1970 wurden weitere Betriebe in das Kombinat eingegliedert. Die Eingliederung weiterer Betriebe setzte sich mit der Umstrukturierung der DDR-Wirtschaft und der einhergehenden Auflösung von VVB bis zum Beginn der 1980er Jahre fort.blha-recherche.brandenburg.de: 907 TKC Cottbus; Rep. 907 VEB Textilkombinat Cottbus; 1946-1997 (Bestand), abgerufen am 8. Dezember 2024.
Ab 1970 firmierte der Stammbetrieb unter dem Namen VEB Textilkombinat Cottbus – Stammbetrieb. Ab 1973 wurde das Kombinat durch eine eigenständige Kombinatsleitung geführt, der auch der Stammbetrieb unterstellt wurde. Der Stammbetrieb wurde seither unter dem Namen VEB Textil- und Konfektionsbetrieb Cottbus geführt. Mit dem Jahr 1984 ging die Kombinatsleitung wieder auf den Stammbetrieb über. Im Stammbetrieb arbeiteten 1990 rund 4000 Menschen.maerkischer-bote.de: Altes Cottbus: Es war beruflich eine schöne Zeit, publiziert am 17. Dezember 2021, abgerufen am 9. Dezember 2024.
In den 1980er Jahren umfasste das Produktspektrum der Kombinatsbetriebe Tuche, Damen-, Herren- und Kinderoberbekleidung, Dienstbekleidung (Uniformen) und Kopfbedeckungen. Rund 16 % der in der DDR produzierten Oberbekleidung und über 80 % der Kopfbedeckungen und Dienstkleidung sowie erhebliche Anteile an textilen Halbzeugen wurden durch die Betriebe der Kombinats gefertigt. Darüber hinaus hatte das Kombinat ein Monopol für Spezialtextilien wie Windelhosen, Sportfallschirme und Rettungsanzüge der Hochseeschifffahrt. Der Cottbuser Stammbetrieb produzierte insbesondere Damenoberbekleidung und verwendete zu großen Teilen Fasern aus dem Chemiefaserwerk Guben.
Im Zuge der Wende und der anschließenden Wiedervereinigung wurde das Kombinat 1990 aufgelöst. Ein Teil der Belegschaft gründete die Textil und Konfektionsbetrieb GmbH, die 1993 liquidiert wurde. Inzwischen befindet sich auf dem ehemaligen Gelände des Kombinats das TKC Einkaufszentrum.
Zugehörige Betriebe Zum Kombinat gehörten folgende Betriebe: Liste der privatisierten Unternehmen der Treuhandanstalt Liste der Treuhandunternehmen in: Zusammenstellung der beim Versorgungsträger für die Zusatzversorgungssysteme zu den ehemaligen Betrieben und Einrichtungen der DDR vorhandenen Unterlagen bei Deutsche Rentenversicherung (in archive.org)
Siehe auch Geschichte der Tuchindustrie in Cottbus
Weblinks
Eintrag im „Brandenburgikon“ (Arbeitskreis brandenburgische Landesgeschichte)
Einzelnachweise
Kategorie:Kombinat (DDR) Kategorie:Ehemaliges Unternehmen (Textilbekleidung) Kategorie:Produzierendes Unternehmen (DDR) Kategorie:Unternehmensgründung 1968 Kategorie:Aufgelöst 1990