Diese Seite listet eine Auswahl von an Karneval, Fastnacht und Fasching verwendeten Narrenrufen auf.
Deutschland Deutschlandweit Helau Der Ruf „Helau“ ist in vielen Karnevalshochburgen verbreitet. Oft wird er auch mit „ll“ geschrieben. Über seine Entstehung gibt es zahlreiche Erklärungsversuche: Am Niederrhein soll das „Helau“ einmal ein Hirtenruf gewesen sein. Eine weitere Deutung leitet „Helau“ von Halleluja ab. Manche behaupten, dass „Helau“ auch „Hölle auf“ oder „hel auf“ (Hel = germanische Göttin der Unterwelt, hieraus hat sich Hölle entwickelt) bedeuten kann; denn Karneval wird schon seit sehr langer Zeit gefeiert, um den Winter und die bösen Geister, die bei der Öffnung der Hölle auf die Erde kamen, zu vertreiben. Mit Kostümen wurde sich über sie lustig gemacht (siehe alemannische Fastnacht).
Ahoi Im Norddeutschen und teilweise in der Pfalz/Kurpfalz, vereinzelt im Badischen und Bayerischen, ruft man „Ahoi“. Der Ursprung liegt in der Schifffahrt: Die Mannschaft des Narrenschiffs im Karnevalsumzug begrüßt das närrische Volk am Straßenrand mit „Ahoi“ und wird mit demselben Ruf zurückgegrüßt. In Wasungen wird der Stadtname auf Plattdeutsch („Woesinge“) mit einem nachfolgenden „Ahoi“ gerufen. Hier liegt der Ursprung in der Flößerei auf der Werra, was früher eine der großen Ertragsquellen war.
Baden-Württemberg „Narri–Narro“ ist der traditionelle Ruf der alteingesessenen Zünfte in Schwäbisch–Alemannischen Fasnet. Der Narrenruf ist Gruß und Erkennungszeichen der Narren, so wie sich früher Handwerker auf der Walz oder fahrende Studenten grüßten. Der Ruf stellt eine lautmalerische Erweiterung von „Narr“ dar. Statt also „Alaaf“ und „Helau“ wird im Süden und Süd-Westen unter anderem der Ausruf „Narri–Narro“ genutzt. Während „Alaaf“ so viel sagen will wie „Hoch“ oder „Hurra“, dient „Narri, Narro“ als Ableitung von „Narr“ und gilt unter den Feiernden (den „Narren“) untereinander als fröhlicher Gruß. Ruf Ort Erklärung/Beschreibung3× Lompa–Seggl Wildberg (Schwarzwald)Der Narrenruf entstand bei der Gründung, als der Gründungsvorstand zu einem der Gründungsmitglieder sagte : "Du bischt an reachter Lombaseggel" So etablierte sich der Narrenruf und ist es auch geblieben.Saddel’ma die HühnerCappelAlter cappelscher Narrenruf, der frohjauchzend vorm Aufbruch ausgerufen wirdKnewelle – Hoi!GölshausenNärrischer Händschich Der alte Erstvorstand des Sportvereins rauchte immer eine Pfeife – den Knewel. Daraus abgeleitet ergab sich das Knewelle – Hoi, was dreifach schallt.Hokemo zieh nei!GamburgDer Narrenruf ist aus einer Sage abgeleitet. Der Hakenmann, Hokemo, zog früher Kinder, die zu nahe an der Tauber spielten, in das Gewässer. Hauge hot hü! Hauingen Hause Hoch!AglasterhausenHausemer Windbeutel Helau – Miau! Sinsheim-Hilsbach (Kraichgau)Ruf der Hilsbacher Katzen Schandi – Schando Reutlingen Ruf der Schandele der NZ AchalmGautscher; entstanden nach Schandbild/Prangerbild aus dem Jahr 1111 – noch heute zu sehen am Spitalhof-Tor Doraus – Detnaus,bei d’r alta Lenda naus! Dorauszunft Saulgau in Bad Saulgau abgewandelter Heischespruch aus der Pestzeit Bauze! – Meck! Ostrach Der „Bauzemeck“ (Riedgeist) ist der Namensgeber der Bauzemeck-Zunft Ostrach e. V. Kügele – Hoi Ehingen (Donau) Narrenzunft Spritzenmuck Bezug auf kleine Brötchen, die Kügele genannt werden Narro – Hee MunderkingenTrommgesellenzunft Munderkingen e. V.Narro Hi, Narro Ho, iebers Johr isch wieder so!Bad WaldseeNarrenzunft Waldsee Käsperle – sei still! Gomaringen Narrenzunft Gomaringer Käsperle Vorbild: Gomaringer Vogt „Kaspar“ Ali – Gero Ailingen Narrenzunft Ailingen seit 1969, bedeutet: Ailinger Gehrenmännle (Hauptfigur der Ailinger Fasnet) Has Has Narro Bodman-Ludwigshafen Narrenzunft Seehasen Bodman-Ludwigshafen seit 1883, ist der „Seehase“ der Namensgeber der Zunft. Schnarragagges – Heidenei Kißlegg (Narrenzunft Kißlegger Hudelmale) seit 1966, bezieht sich auf die Einzelfigur, den „Schnarragagges“. Das Original dieser Maske kann auf der Waldburg bestaunt werden. Breisgau – Ofaloch Weingarten (Württemberg)Plätzlerzunft Altdorf Weingarten Meßkirch, Leutkirch, Zell am Harmersbach und andere Katzenzunft Meßkirch, Narrenzunft Leutkirch, Narrenzunft Zell am Harmersbach, … Fasnetsspruch: Hoorig, hoorig, hoorig isch dia Katz, ond wenn dia Katz it hoorig isch, no fangt se koane Meis, Meis, Meis! (Haigerloch und anderswo) Zell a. H.: Hoorig, hoorig, hoorig isch die Katz, un wenn die Katz nit hoorig wär, donn dät sie keine Miesle fongeAlter Weiber, Enta, schnattret hinterm See ond will ma se versaifa no sind se nina meh!Bad WaldseeNarrenzunft Waldsee Gockelores – Kikeriki FriedrichshafenNarrenzunft Seegockel Schmecksch dr Brägl?Breisach Ajoo! Emmendingen seit 1939 Komma Gschwomma! Stuttgart-Hofen Narri – Narro Mittlerer Schwarzwald, Bodensee, Schwäbische Alb, Rheinfelden, Säckingen, LaufenburgWird in vielen Ortschaften zusätzlich benutzt. Ho Narro Konstanz am Bodensee So wird in Konstanz insbesondere zum Hemdglonker gerufen. Hoja Eberbach/Neckar Monte Miau Waldkatzenbach am Katzenbuckel Hella, Hella Gamundia Schwäbisch Gmünd Schorle uff ex TrienzAhoi, Monnem AhoiMannheim Alla Hopp Mannheim Karlsterner-Hexenzunft, nördlichste Hexenzunft im Ländle, gegründet 1996 S’Ahoi Mannheim (Stichler) Sandhase Hopp Mannheim (Sandhase) wird dreimal gerufen, beim dritten Mal mit dreifachem „Hopp“FrohoiFriedrichsfeld (Mannheim) HajoMannheimer Morgen: Gute Geister und finstere Vögel vom 9. März 2011. Heidelberg Montfort – Jehu Tettnang Tettnanger Narrenzunft Im Jahr 1899 wurde zum ersten Mal wird die Parole „Montfort Jehu“ erwähnt. Bier im Gral – Argental Tettnang Kreuzritter vom Argental, Tettnanger Narrenverein, gegründet 2004 Halli – Galli Esslingen am Neckar Karnevalsfreunde Esslingen e. V. A-Jau! Philippsburg Hau-Hu Neuhausen (Enzkreis) Houlzschlaichel ferschi Westernhausen (Hohenlohekreis) Jeggis – nai Bollschweil Oi!-Oi!-Oi! Magstadt Ho-Lei Leinfelden Die Filderer: „Hoch Leinfelden“ Wileri – Wilero Weil am RheinNarrenzunft Weiler Zipfel Mudi – Hajo Mudau, Odenwald Karnevalsgesellschaft Mudemer Wassersucher e. V.Elz – hepferLangenelz, OdenwaldElzhepfer LangenelzTurm – SpatzeDonebach, OdenwaldDumbocher TurmspatzeLaudeberch – ÜwerzwerchLaudenberg, Odenwald Hinne Houch Buchen (Odenwald) FG Narrhalla Buchen Ohoi Oftersheim (Kurpfalz) CC Grün Weiß Oftersheim Plahoi Plankstadt (Kurpfalz)Plankstadter Carneval-Club Blau-Weiß 1969 e. V. Höhgöiker – Helau Glashofen (Odenwald) FG Höhgöiker Glashofen Schnapsbrenner – Helau Höpfingen, Odenwald FGH70 Höpfemer Schnapsbrenner Aff rappel di uff – Ahoi Walldürn FG Fideler Aff Walldürn Wölfe – Hujauf Hardheim seit 1953 Ruf der „FG Hordemer Wölf“ Äiwi voul Külsheim In den 1980er Jahren wurde der Fastnachtsruf „Helau“ durch den Külsheimer Ruf „Äiwi voul“ abgelöst. und Seggi – Helau!Seckach (Odenwald)Narrenruf der FG Seggemer Schlotfeger e. V. Schelle schelle – schellau Wangen im Allgäu Wangemer Narrenzunft Kuhschelle weiß-rot e. V., abgerufen am 15. Februar 2012 Hu Hu Hu Rottweil Friss’n wäg – dr Schnägg‘ Lörrach Auf die Pauke haut’se –Bauze Bauze Neuhausen auf den Fildern Ohu-Ohu Ochsenhausen Karnevalgesellschaft-Narrenzunft Ochsenhausen e. V. Kolba hoch – Verio! Ravensburg Narrenzunft Schwarze Veri; Bezug auf den Räuber Schwarzer Veri Schussenhex – Hexenschuss Eiskirch-Mariabrunn Bezug auf die Hexen der Schussen (Fluss) e. V. 1996Narro – HeilDischingenHex – kraz me au!GomaringenOriginal Gomaringer Schlosshexa e. V.Hudeli – suff de Wii!Müllheim im MarkgräflerlandNarrenzunft Müllemer Hudeli e. V. 1958.Humpis – AhoiBrochenzellNarrenzunft Brochenzell e. V.Narrenzunft Brochenzell e. V.Tschebbede hoi!SimmozheimGaudi hi – Gaudi do St. Blasien Narrenzunft „der Gaudihans“ St. BlasienAha-Aha-AhaWeil der StadtHecka-Heala, hoi, hoi, hoiWernau (Neckar)zusammengesetzt aus „Heckaler“ und „Wasserheala“, gegenseitige Bezeichnungen der Bewohner der Gründungsorte von WernauWasser-SchnalzWasseralfingenSchenkele HochBaden-Baden – VarnhaltNarrenclub Varnhalter Rebschenkele e. V.Strauschuh nuffBaden-BadenReblandhexen e. V. – auf Hochdeutsch: Strohschuh hoch!Säbel hochSinzheimKartunger Narrenclub e. V.Kii-HolzBietigheimBietigheimer Carneval Club e. V., Kiiholz-BuuweTa-HüZell im WiesentalBiel-BockerIrndorfBielbockerzunft IrndorfDiersche HelauDiersheimBrotsack HelauBad RotenfelsNarrenvereinigung „Brotsack“, Bad RotenfelsEichel HelauBad Rotenfels – WinkelEichelberghexen Winkel e. V.Schanzenbergweiber – Rock nuffBad RotenfelsSchanzenbergweiber Bad RotenfelsHa-TschiFellbachFellbacher Carneval Club 1981 e. V.AlekelekeBannholzGupfe-Fläxer BannholzSchopfe-ARUBASchopfheimARUBA = Außer Rand und BandWI-BUFAWiechsWiechser Buure FasnetHuse-HoHausen im WiesentalEie – Am SeeEichenEiemer SeeliedSchuri – Schura – SchurumBad SchussenriedNarrenzunft Bad Schussenried e. V.Wulle WackLimbach, BadenMugge BatscherMuckental, BadenRemmi – DemmiRemmingsheim, Baden-WürttembergNarrenfreunde Remmingsheim 1990 e. V.Website der Narrenfreunde Remmingsheim e.V.Kröten Helau!TauberbischofsheimFG Bischemer KrötenSchlackohr – HelauAssamstadtGlas – Bläser (/ Scherba – Haufa / Hidta – Kracher)GlashütteGlasbläserzunft GlashütteBackana ha no!BacknangUrsprung im Jahr 1957Schelle, schelle Sechser, alli alti Hexe.OffenburgDer Offenburger Narrenruf war die Inspiration für die Figur der Offenburger Hexe. Batsch – nass! Furz – trocka! Kanal – voll! Schramberg Da-Bach-na-Fahrt der Narrenzunft Schramberg e. V.Herre, Herre – GungeleFreiburg-MunzingenGigili Geister MunzingenSchnoog Schnoog – Quak QuakNeuenburg am RheinRuf der Narrenzunft „d'Rhiischnooge“ Neuenburg am Rhein e. V. Der Ruf ist auf die Rheinschnaken und auf die Frösche im Wuhrloch zurückzuführen, wo einst das prächtige Neuenburger Münster stand. Aus beiden entstanden jeweils zwei prägende Narrenfiguren der Stadt. Die Rhiischnooge und die Wuhrlochfrösche. Der Ruf wurde zum offiziellen Narrenruf der Stadt Neuenburg am Rhein. Der Narrenruf wird dreimal wiederholt. Zuerst wird „Schnoog Schnoog“ gerufen und die Gegenseite erwidert mit „Quak Quak“.
Bayern Hio So rufen die Narren in den Faschingshochburgen von Bayerisch-Schwaben, wie z. B. Kötz, Burgau, Unterknöringen, Offingen, Jettingen und Haldenwang. Wo nei? Da Bach nei! So rufen die Narren aus der Narrenzunft der Stadtbachhexen in Memmingen. Kille-Wau So rufen die Narren beim Dietfurter Chinesenfasching. Aja Aja – Bussi Bussi Narrenruf der Faschingsgesellschaft Frohsinn Narradonia Wörth an der Donau Rottach – dolé So ruft die Faschingsgilde Rottach in Kempten (Allgäu). Ja, verreck heißt es in Günzburg, wenn der „Stadtbutz“ kommt; im Fränkischen auch Ja fereggMartin_Droschke: Fränggisch für Exberdn. In: Franken 2024. Franken-Wissen für das ganze Jahr. Emons Verlag, Köln 2023, ISBN 978-3-7408-1797-8, Blatt 6. Februar und Blatt 7. Februar. gesprochen. Blunz Blauz – hei hei „Schlachtruf“ der Faschingsgesellschaft Laudonia in Lauingen (Donau).Website der Faschingsgesellschaft Lauingen Glinke auf – hoi, hoi, hoi „Schlachtruf“ der Gundelfinger Faschingsgesellschaft »Die Glinken« e. V.Website der Faschingsgesellschaft »Die Glinken« e. V. Schluck auf Schluck! Muc, Muc, Muc! Narrenruf aus München. Wo na – Do na „Schlachtruf“ der Lustigen „Allgäuer & Gschnaidtweible“ des Faschingskomitees Kimratshofen. Prozele – Hom Hom! Die „Dabbefänger“ des Carneval Club Dorfprozelten e. V. (CCD) am bayerischen Untermain beantworten den Ruf „Prozele“ (Dorfprozelten) mit dem Gegenruf „Hom Hom“ (= heim heim). Erklärung: Die Gemeinde Dorfprozelten am Untermain war eines der größten Schifferdörfer in Deutschland. Also gab es viele Schiffer im Ort, die öfter in der Fremde waren als zu Hause. Als sie dort gefragt wurden: „Wo fahrt ihr denn hin?“, da antworteten sie: „Hom!“ (Heim!) Halli – Sassi! Narrenruf der Faschingsgilde Hauzenberg. Er beruht darauf, dass der Bürgermeister nach einer Feier den Namen des Kaisers Haile Selassie von Äthiopien nicht mehr fehlerfrei aussprechen konnte. Bad Füssing – Thermal! Narrenruf des Faschingskomitees Bad Füssing Gaudi – Gaudi!