mini|Montpon-Ménestérol Vauclaire, Klosterkirche Die Chartreuse de Vauclaire ist eine ehemalige Kartause in der Dordogne. Die Kartause wurde um das Jahr 1310 gegründet und befindet sich etwa 3,5 km nordöstlich des Zentrums von Montpon-Ménestérol.

Geschichte 13. bis 18. Jahrhundert Die Kartause wurde mit Unterstützung von Hélie VII. de Périgord (1261–1311) und seinen beiden Söhnen Archambaud IV. und Roger-Bernard gegründet. Das allgemein anerkannte Datum des Baus (wahrscheinlich das Datum der Einweihung) ist 1315., Zitat: . Andere Quellen deuten auf eine Gründung im Jahr 1328 hin. Kardinal Hélie de Talleyrand-Périgord, ein weiterer Sohn, hinterließ der Kartause 10.000 Goldecus.

Während des Hundertjährigen Krieges wurden die meisten Mönche von den Engländern vertrieben. Einigen Mönchen gelang es zu bleiben, während sich die anderen in Bordeaux sammelten. Nach einem Dokument vom 5. Oktober 1383 entstand hier eine kleine Einsiedelei. Arnaud Andra, ein Kanoniker und Propst der Saint-Seurin-Kirche und weitere Personen spendeten für deren Aufbau und Erhalt. Sie verließen jedoch im Jahr 1460 diese Einsiedelei, um nach Vauclaire zurückzukehren. mini|hochkant|Plan der Kartause Während der Hugenottenkriege flohen wieder viele Mönche. Drei Zurückgebliebene wurden von den protestantischen Truppen getötet, die nun auch die Abteikirche in Brand steckten. Ab 1616 kehrten die Mönche in die Kartause zurück, bauten sie wieder auf und begannen das klösterliche Leben von Neuem.

Während und nach der Französischen Revolution Im Jahr 1793 hatte die Kartause 17 Ordensbrüder und drei Laienbrüder. Der Terror der Französischen Revolution vertrieb die Mönche nach Italien und Spanien. Die Gebäude wurden von örtlichen Eigentümern gekauft, die sie bis 1833 behielten. mini|Bild der Kartause aus dem Jahr 1842 1858 kauften die Kartäuser die Gebäude zurück und nahmen das Ordensleben wieder auf. Am 17. August 1864 kam es in der Kartause zu einem Brand, dem ein Großteil der Gebäude zum Opfer fiel. Der Stellvertretende Staatsanwalt (Substitut du Procureur) Oscar Bardi de Fortou erstattete der kaiserlichen Staatsanwalt von Bordeaux folgenden Bericht:

Ein Gesetz von Émile Combes verlangte 1901, dass sich die Mönche registrieren lassen müssen, um eine Genehmigung zu erhalten. Dies wurde ihnen jedoch von den Behörden der Dritten Republik verweigert und sie wurden daher kurzerhand vertrieben. Die meisten ließen sich in der Kartause Aula Dei in der Nähe von Saragossa nieder. Viele der in der Kirche vorhandenen Werke wurden dadurch in alle Gegenden zerstreut. So sind in der Pfarrkirche Notre-Dame-de-l’Assomption zwei Statuen aus der Kartause gefunden worden. Sie stammen aus dem 17. Jahrhundert, stellen zwei kniende Mönche dar und gelten seit dem 6. September 1957 als historische Denkmäler. Das große Altarbild und der Hochaltar wurden in die Kirche Saint-Laurent-des-Hommes verlegt, das kleine Altarbild in die Kapelle von Montignac, ein Teil des Chorgestühls in die Kirche von Ménesterol.

Nutzung als Krankenhaus mini| Kartause als Hospital Während des Ersten Weltkriegs verwandelte die amerikanische Armee die leerstehenden Gebäude in ein Militärkrankenhaus. Die Kapelle wurde zum Offizierskasino.

Bereits 1906 erwog der Generalrat der Dordogne, die Gebäude der Kartause zu beschlagnahmen, um daraus eine Anstalt für Geisteskranke und alte Menschen zu machen, doch die ersten Patienten kamen erst nach dem Krieg ab November 1919 hierher. Im Jahr 1936 erhielt die Einrichtung den Namen Psychiatrisches Krankenhaus, 1970 dann Fachkrankenhauszentrum. Die Kapelle diente als Lagerraum für Möbel und Werkzeuge.

Während des Zweiten Weltkriegs nahm das Krankenhaus evakuierte Patienten aus Elsass-Lothringen auf. Die Bettenzahl betrug zu dieser Zeit 700, dagegen hatte der gesamte Ort nur 1500 Einwohner. Sie litten unter Unterernährung, trotz der Bemühungen des medizinischen Leiters, Doktor Bobé, die Lebensmittelversorgung zu organisieren. Aufgrund der nahe gelegenen Demarkationslinie konnten die Toten nicht mehr auf dem Ménésterol-Friedhof beigesetzt werden. Daher wurde im August 1941 ein neuer Friedhof auf dem Vauclaire-Plateau angelegt. Bis zum Jahr 1993 fanden hier Bestattungen statt, insgesamt befinden sich hier nun 1600 Gräber.

Seit dem 2. April 2014 steht das Bauensemble der Kartause unter Denkmalschutz.

Klosterkirche Wie die meisten Kartäuser aus dieser Zeit verfügt auch die Klosterkirche von Vauclaire über einen rechteckigen Kirchenraum und eine mehrseitige Apsis. Besonders bekannt ist die Kirche für ihre Fresken aus dem 14. Jahrhundert.

Einzelnachweise

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