mini|Handkarten während eines Spiels In diesem Glossar von Kartenspielbegriffen werden allgemeine Fachausdrücke des Kartenspiels erklärt.

A abbauen Bei Karten-Raubspielen eine Handkarte auf eine Tischkarte legen und dem hierdurch entstandenen Paket einen niedrigen Wert geben, indem man die Werte der Karten subtrahiert. Das gilt nur, wenn man eine Karte des neuen Wertes schon in der Hand hat, um später das Paket zu schlagen. In einigen Spielvarianten kann man auch „für Partner“ abbauen.

abheben Nach dem Mischen das Kartenspiel in zwei Stapel teilen und den unteren auf dem oberen legen.Kastner & Folkvord (2008), S. 403ff.Danyliuk (2017), S. 8ff.Skat Glossar am skatinsel.academy. Manchmal wird bestimmt, dass jedes Paket mindestens drei Karten enthalten muss.

Abhebstoß s. Talon.

Ablage Stapel mit nicht mehr gebrauchten Karten. Auch Abwurfstoß.

ablegen (eine Karte) auf den Tisch offen od. verdeckt zugeben.

Ablegespiel Spiel, bei dem man ein oder mehrere Karten auf dem Tisch ablegt um a) Punkte zu machen, bzw. b) schnellstmögliche alle Handkarten abzuwerfen, bzw. c) in der Hoffnung die beste Karte oder Kartenkombination zu haben.

abreizen Beim Reizvorgang mehr zu bieten, als das eigene Blatt hergibt.

abschmieren Gefahrlos eine hohe Karte in einen Stich geben.

abspatzen Karten von einer Farbe abspielen, um diese blank zu machen.Fuchs, Luwisch & Mala (2004), S. 14–16.

abwerfen Eine unerwünschte Karte so günstig wie möglich loswerden.Lichtwitz (1988), S. 8–12. Eine beliebige (meist niedrige) Karte einer Renonce-Farbe auf den Stich legen, weil man den Stich nicht übernehmen kann oder will. Eine meist wertlose Karte beim Ausspielen zugeben oder auf den Abwurfstoß legen.

Abwurfstoß Ablage. Talon.

abziehen Die letzten verbliebenen Trumpfkarten der jeweiligen Gegenpartei herausziehen.

Alleinspieler Der Spieler, der das Reizen gewinnt und danach ohne Partner gegen alle Gegner sein Spielziel verfolgt.

am Stich In der Lage, zum ersten od. nächsten Stich auszuspielen.

anbieten Eine wertvolle Karte hinlegen, um den Gegner herauszufordern.

Anlegespiel Spiel, bei dem man möglichst viele Karten nach einem festen Schema anlegen versucht, z. B. Patiencen, Fan Tan, Nain Jaune.

ansagen Spielziel oder Meldung ankündigen.

anspielen Allererste Karte des Spiels hinlegen. ausspielen.

Ante s. Einsatz.

mini|hochkant=0.6|Ein Pikass anziehen Ausspiel einer Karte einer langen Farbe, um dem Partner anzuzeigen, dass man in dieser Farbe stark ist.Müller (2016), S. 160–165. ausspielen.

Ass Karte, die ein Auge im französischen bzw. zwei Augen im deutschen Blatt hat. Häufig auch die höchste Karte in seiner Farbe.

Ass-Zehn-Spiel Kartenspiel, bei dem die Karten eine bestimmte Reihenfolge und Augenwerte haben, und zwar Ass 11, Zehn 10, König 4, Dame/Ober 3 und Bube/Unter 2 Augen. Beispiele: Skat, Schafkopf, Sechsundsechzig.

Atout s. Trumpf

aufbauen Bei Karten-Raubspielen eine Handkarte auf eine Tischkarte legen und dem hierdurch entstandenen Paket einen hohen Wert geben, indem man die Werte der Karten addiert. Das gilt nur, wenn man eine Karte des neuen Wertes schon in der Hand hat, um später das Paket zu schlagen. In einigen Spielvarianten kann man auch „für Partner“ aufbauen.

aufdecken. [eine Karte] mit der Bildseite nach oben hinlegen. Auch aufschlagen.

aufgegangen [die Patience ist] erfolgreich

aufschlagen s. aufdecken.

Augen, Augenwert Punktwert einer Karte oder eines Stichs.Trumpf (1961), Lesemarke. Auch Zählauge. Augen schonen heißt hochwertige Karten auch dann zurückhalten, wenn es günstiger wäre, sie anzubieten.

Augenspiel Spiel bei dem man versucht die meisten Augen in Stichen zu sammeln. z. B. Skat, Schafkopf.

Augenzahl Der Wert (Nummer von Augen) einer Karte.

Auktion s. Bietrunde.

auslegen Bei Karten-Raubspiele oder Patiencen eine Handkarte aufgedeckt auf den Tisch legen.

ausmelden An den Mitspieler ankündigen, dass man „aus“ geht und daher das Spiel gewinnt.

ausreizen Bis an die Grenze des nach den jeweiligen Spielregeln Möglichen mitbieten.

ausschaffen Das aktuelle Spiel aufgeben, z. B. beim Watten.

aussetzen, aussitzen Im aktuellen Spiel nicht teilnehmen. Seltener auch „aussitzen“.

Ausspiel, Ausspielen Das Zugeben der erste Karte zum Stich. am Ausspielen: verpflichtet, die erste Karte zum Stich zu geben. Auch am Stich, an dem Stiche (veralt.).Von Alvensleben (1853), S. 579.

ausspielen Die erste Karte eines Stichs (meistens offen) auf dem Tisch legen. Auch anziehen oder anspielen.

austeilen s. Kartengeben.

B Baden gehen Spiel verlieren.

bauen Bei Tischspielen eine Handkarte auf eine Tischkarte legen, so zu einem Gesamtwert zusammenzubauen, dass diese Karten im nächsten Zug gefangen werden kann.

Bauer s. Bube.

bedienen s. bekennen.

Beiblatt, Beikarte, Beifarbe s. Nebenfarbe.Rousselle (2015), "Skatausdrücke", S. 360–371.Ulmann (1890), S. 183.

bekennen Eine Karte von der gleichen Farbe wie die vorherige in den Stich geben. Auch bedienen.

besetzt Von einer oder mehreren Karten derselben Farbe in der Hand begleitet.

Betrag Spielgeldeinheit, das z. B. jeder Spieler vor dem Spiel in den Topf einsetzen oder beim Verlieren einmal oder mehrmals bezahlen muss. Es kann einen Grundbetrag und Sonderbeträge geben. s. a. Tarif.

bieten In der Bietrunde das Spiel ansagen, das man zu spielen hofft.

Bietrunde Eine Phase, in der man verschiedene Spiele bietet, und der, der das höchste ansagt, der Spielmacher wird. Auch Auktion.

Bild Die Tischkarten bei Karten-Raubspielen.

Bildkarte König, Dame, Ober, Bube oder Unter, manchmal auch das Ass. Also keine Zahlenkarte. Auch Figurenkarte.

billig geringwertig(-e Karte).

blank keine Karten von einer Farbe haben.

Blatt Karte. Handkarten. Kartenspiel im Sinne von der Karten die für ein Kartenspiel benötigt werden.

Bockspiel, Bockrunde Spiel oder Runde, bei der Gewinn und Verlust verdoppelt werden.

Bube Bildkarte, die im französischen Blatt üblicherweise zwischen der Dame und der Zehn eingereiht ist, kann aber bei gewissen Spielen ein hoher Trumpf sein. Auch Junge oder Wenzel.

buttern s. schmieren.

C Cavall s. Kavall.

Consolation Veralteter Begriff für den Betrag, den die gewinnende Partei von den Gegner bekommt, z. B. in Whist oder Tapp-Tarock.

Contrat Spielmarke in französischen Kartenspiele, dass üblicherweise mehrere Jetons wert ist.

Coeur s. Herz.

Counter s. Spielmarke.

D Dame Bildkarte, die im französischen Blatt üblicherweise zwischen dem König und dem Buben eingereiht ist, kann aber bei gewissen Spiele ein hoher Trumpf sein.

Daus Das Ass im deutschen Blatt.

deutsches Blatt Spielkarten mit den vier Farben Eichel, Laub, Herz und Schellen.

Doppelbild Das meist verbreitete Kartenmuster, wobei das Bild entweder diagonal oder waagerecht in zwei Felder getrennt ist, und deshalb umkehrbar ist. Im Gegensatz zum Einfachbild oder einköpfigen Spielkarten.

doppelköpfig S. Doppelbild.

drücken Karten aus dem eigenen Blatt beim Austausch weglegen.

drunterbleiben Niedrige Karte zuwerfen, wenn dies günstiger erscheint, als den Stich mit einer hohen zu übernehmen.

Durch, Durchmarsch Erfolgreiches Machen aller Stiche. Auch Marsch.

E mini|Eichel écartieren S. weglegen.

Eichel Farbe aus dem deutschen Blatt, die dem Kreuz des französischen Blatt entspricht. Symbol: 18px

Einfachbild Ein älteres Kartenmuster, wobei das Bild nur in einer Richtung aufrecht ist. Auch Ganzbild oder einköpfig genannt. Im Gegensatz zum modernen Doppelbild-Spielkarten.

einköpfig s. Einfachbild.

Einsatz Wenn um Bier oder Runden (Bier, Wein …) spielt, wird der Betrag vorher bestimmt, dass man eventuell vorm Spiel in einem Pott setzt oder dem Gewinner nach dem Spiel bezahlt.Muhr (2014), S. 10–15.

einspielen Den Gegner durchs Vorspielen einer kleinen Karte bewusst ans Spiel bringen, um sich damit in eine günstige Stellung zu bringen.

einstechen Den Stich durch Zugeben einer Trumpfkarte übernehmen.

Einzelkarte s. Singleton.

F fangen Dem Gegenspieler eine hochwertige Karten abluchsen.

Farbe Bezeichnung einer Gruppe von Karten mit der gleichen Symbol.

Farbenfolge s. Folge.

farbfrei Keine Karten der bestimmte Farbe haben.

Farbzwang Pflicht, wenn möglich, eine Karte der gleichen Farbe der ausgespielten Karte zuzugeben.

Fehlfarbe Farbe, von der man keine Karte in der Hand hat.Merschbacher (2009), S. 124–127.Das Altenburger Skatbuch (1986), S. 216–223. Nebenfarbe.Kopp (1987), S. 8–11.Kahrs (1989), S. 92–93.

fetter Stich Stich mit 20 oder mehr Zählaugen.

Fiche Spielmarke in französischen Kartenspiele, dass üblicherweise 10 Jetons wert ist.

Figurenkarte s. Bildkarte.

Flöte Lange Farbe, d. h. viele Karten einer Farbe. Sequenz in einer Farbe.

Folge Reihe oder Kombination von mindestens drei Karten einer Farbe mit lückenloser Wertfolge. Auch Sequenz, Rangfolge oder Farbenfolge. Numerische Sequenz von Karten, entsprechend ihrem Rang.Unter Umständen können die Karten von verschiedenen Farben sein.

forcieren Einen anderen Spieler dazu zwingen, eine Karte auf den Tisch zu legen, die er eigentlich noch zurückhalten will.

fordern Trumpf ziehen.

französisches Blatt Spielkarten mit den vier Farben Kreuz, Pik, Herz und Karo.Rommé-Glossar am romme-palast.de.

G geben Die Karten beim Spielbeginn austeilen.

Geber Spieler, der die Karten in eine Runde austeilt („gibt“). Auch Kartengeber.

Gebot angesagte Reizwert od. Spiel[kontrakt].

Gegenspieler Spieler, der spielt gegen den Spielmacher

Gegenpartei Spieler, die als Team zusammen gegen den Spielmacher spielen.

Geldeinheit Der Grundbetrag zum Zahlen. s.a. Tarif

gematscht Matsch sein.

Gras s. Laub.

Grün s. Laub.

gutheißen Ansage eines anderen Spieler gelten lassen und sich am Bieten nicht mehr beteiligen.

H Haferl s. Pott.

halten das Gebot eines nachfolgenden Spielers übernehmen.

Hand Karten, die man auf der Hand hält. Handspiel

Handkarte Karte, die man in der Hand hält.

Handspiel Spiel, wobei der Spielmacher nur mit den Handkarten spielt, er also nicht Karten aus dem Talon oder Skat tauscht.

Haufen s. Kartenstapel.

mini|Herz Herz Eine der vier Farben des deutschen oder französischen Blatt. Auch Coeur. Symbole: 22px oder 21px

Hinterhand Spieler, der als letzter an der Reihe ist zu bieten, spielen, usw.

hochtreiben Beim Reizen, den Gegner zwingen, ein höheres Spiel zu bieten, als er eigentlich vorhat.

Hofkarte König, Dame, Ober, Bube oder Unter. Also keine Zahlenkarte. Auch Figurenkarte.

J Jeton s. Spielmarke, besonders in französischen Kartenspiele.

Joker Zusätzliche Spielkarte bei französischem Blatt, die im Spiel eine besondere Funktion hat.

Junge Bube oder Unter. Auch Wenzel.

K mini|Karo Kapitän Bei Partnerspiele, der Spieler, der das Spiel seines Teams dirigiert z. B. durch Fragen und Befehle.

Karo Farbe aus dem französischen Blatt, die dem Schellen des deutschen Blatt entspricht. Symbol: 23px

Karte Spielkarte. Eine von mehreren rechteckigen Stücken, meistens aus Pappe gedrückt, die für ein Kartenspiel benötigt wird.Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache am dwds.de.

Kartenfolge s. Rangfolge.

kartengeben s. geben.

Kartengeber s. Geber.

Kartenordnung s. Rangfolge.

Karten-Raubspiel Kartenspiel, wobei man sog. Tischkarten vom Bild durch paaren oder kombinieren fangen kann.Grupp (1976/86), S. 147 ff. Beispiele: Casino, Scopa, Zwicker.

Kartenreihefolge s. Rangfolge.

Kartensatz Für ein Kartenspiel benötigter Satz Spielkarten. Auch Satz Karten oder Kartenspiel.

Kartenspiel Spiel mit Spielkarten. Für ein Kartenspiel benötigter Satz Spielkarten. S. Kartenblätter

Kartenspieler Jemand, der Karten spielt. Auch Spieler.

Kartenstapel Haufen von Spielkarten, kleiner als das gesamte Kartenspiel. Auch Haufen, Paket oder Stapel.

Kartenstoß s. Stock

Kartenwert Zählwert einer Karte, z. B. sind in Ass-Zehn-Spielen wie Skat die Kartenwerte wie folgt: Ass 11, Zehn 10, König 4, Dame 3, Bube 2, alle andere Karten 0 Augen.