Emily Mae Smith (* 1979 in Austin) ist eine amerikanische Künstlerin, die mit ihren Kompositionen soziale und politische Themen kommentiert und sich dabei auf Kunstbewegungen wie Symbolismus, Surrealismus und Pop Art bezieht.

Leben Emily Mae Smith absolvierte 2002 den Bachelor of Fine Arts im Bereich Studio Art an der University of Texas at Austin und 2006 den Master of Fine Arts in Visual Art an der Columbia University in New York.

In den Jahren 2008 und 2010 war Emily Mae Smith außerordentliche Assistenzprofessorin an der Columbia University. 2011 arbeitete sie als Dozentin an der Vanderbilt University in Nashville.

Emily Mae Smith lebt und arbeitet in New York.

Werk Emily Mae Smith arbeitet vorwiegend mit Öl und Leinwand. Ihr Werk ist geprägt von einem Symbolvokabular, das mit ihrem Avatar beginnt, der von einem verzauberten Besen aus Walt Disneys Film Fantasia aus dem Jahre 1940 inspiriert wurde. Dieser Besen spielt auf den Pinsel der Kunstschaffenden an und ist zugleich ein Symbol für Frauenarbeit und den Phallus. Emily Mae Smith stellt damit einen Bezug zum traditionellen weiblichen Rollenbild her, der Besen wird als Symbol für die häusliche Arbeit eingesetzt. Gleichzeitig zeigt der Besenstiel die Grenzen der Kunst für Künstlerinnen auf und übt subtile Kritik am Kanon der Kunstgeschichte und den lange vorherrschenden Rollenbildern, die Frauen und Künstlerinnen lange Zeit den Weg versperrten. Smith entwickelt diesen Charakter permanent weiter, um Themen wie Geschlecht, Sexualität, Kapitalismus und Gewalt zu thematisieren.

Emily Mae Smith präsentiert surreale Landschaften und Pflanzen, die von ihrer persönlichen Umgebung inspiriert sind und einen Kontrast zur kargen texanischen Landschaft bilden, in der die Künstlerin aufgewachsen ist. Spiegel, Portale und Fenster tauchen in der Arbeit von Emily Mae Smith immer wieder auf, um über Themen wie Blick, Voyeurismus, Objektivierung, Macht und Handlungsfähigkeit zu sprechen.

Eine bedeutende Wende in ihrer künstlerischen Entwicklung markierte die Arbeit mit kleinen Formaten.

2014: Devouring Saturn, Öl auf Leinwand 2014: Drawing for Broom Life, Bleistift auf Papier 2014: Broom Life 2014: The Studio (Big Banana) 2014: The Studio (Smoking Broom) 2014: The Studio (Sleeping Teapot), Öl auf Leinwand mini|The Studio (Sleeping Teapot), 2014 2015: In The Garden, Öl auf Leinwand mini|In The Garden, 2015 2015: Medusa, Öl auf Leinwandmini|Medusa, 2015 2015: The Mirror, Öl auf LeinwandHier taucht bei Smith das erste Mal ihr Thema „Besen mit Spiegel“ auf.mini|The Mirror, 2015 2015: Over The Shoulder, Öl auf Leinwandmini|Over The Shoulder, 2015 2015: Scream, Öl auf Leinwand 2015: Still life, Öl auf Leinwand, PrivatbesitzIn diesem Werk zoomt Emily Mae Smith auf das Gesicht ihrer Besenfigur, das mit übergroßen Sonnenbrillen und einer platinblonden Perücke ausgestattet ist. In den verspiegelten Gläsern der Brille spiegeln sich detailliert gemalte, sexualisierte Objekte wie eine rote Kirsche und ein schmelzender Eiswürfel. Diese Darstellung erinnert an niederländische Vanitas-Gemälde, die Vergänglichkeit, Eitelkeit und die Flüchtigkeit weiblicher Schönheit thematisieren.mini|Scream, 2015 2015: The Studio (Broom and Mushroom) 2015: The Studio (Never Tear Us Apart) 2015: The Studio (Seance) 2015: Viewfinder, Öl auf Leinwand, Collection Laura Belgray und Steven EcklerEmily Mae Smith zeigt hier einen surrealen an René Magritte erinnernden Himmel mit zwei Science-Fiction-Monden – rosa und blau, weiblich und männlich – die im Hintergrund schweben. Die Künstlerin zeichnet eine vereinfachte Version ihres Besen-Avatars, der aus einem Fenster eines Zinnenturms mit einem Fernglas nach unten blickt. Diese Szene erinnert an die isolierte Situation der Lady of Shalott, die die Welt nur durch einen Spiegel wahrnehmen konnte. 2015: Waisted talent, Öl auf Leinwand, Collection Laurel GitlenEmily Mae Smith formt hier eine männliche Mundöffnung mit zackigen Zähnen zu einer geschnürten Sanduhrfigur. Die eingeengte, weibliche Form, die von phallischen, wackelnden Zungen verspottet wird, spiegelt die Einschränkungen und das Schicksal der Lady of Shalott wider. mini|Viewfinder, 2015 2016: Anxious Pastoral, Öl auf Leinwand 2016: Big Gulp, Öl auf Leinwand 2016: The Continental, Öl auf Leinwand

2016: Honest Espionage, Öl auf Leinwand mini|Honest Espionage, 2016

2016: Jeopardy Mesh, Öl auf Leinwand 2016: Madame X, Öl auf Leinwand 2016: Memento Mori Wall Clock, Druck 2016: Rogue Wave, Öl auf Leinwand 2016: Satisfaction, Öl auf Leinwand 2016: See Machine, Öl auf Leinwand 2016: Slow Burn, Öl auf Leinwand 2016: Western Tale, Öl auf Leinwandmini|Western Tale, 2016 2017: Abyss, Öl auf Leinwand 2017: The Bikini, Öl auf Leinwand 2017: Body Evidence, Öl auf Leinwand 2017: The Caress, Öl auf Leinwand 2017: The Caress Study I, Öl auf Leinwand 2017: Chekhovs Gun, Siebdruck 2017: Drawing for Deus and the Valley, Bleistift auf Papier 2017: Feast and Famine, Öl auf Leinwand 2017: Hand to Mouth, Öl auf Leinwand 2017: The Other End, Öl auf Leinwand 2017: Portrait as a Klein Bottle, Öl auf Leinwand 2017: The Riddle, Öl auf Leinwand 2017: Sentinel Madonnas (Monument Valley), Öl auf Leinwand, PrivatbesitzDieses Werk zeigt zwei identische Türme, deren komplexe, an M. C. Escher erinnernde Strukturen an den Turm der Lady of Shalott erinnern. Die Formen verweisen sowohl auf das Videospiel Monument Valley als auch auf den architektonischen Stil des italienischen Malers Giotto di Bondone aus dem frühen 14. Jahrhundert. Goldene Heiligenscheine und sinnliche Lippen verleihen den Türmen eine menschliche Note, die sie zugleich tugendhaft und verführerisch erscheinen lässt. Diese Dualität sollen die Widersprüche der Präraffaeliten widerspiegeln, die weibliche Schönheit und Sexualität mit religiöser Moral verknüpften. 2017: Sirena, Öl auf Leinwand 2017: Sister Peak, Öl auf Leinwand 2017: Study for a Thousand Hours, Acryl, Wasserfarbe und Tinte auf Papier 2017: Tempest, Öl auf Leinwand 2017: The Valley, Öl auf Leinwand, Collection Diane und Craig SolomonIn diesem Werk werden weibliche Brüste zu symbolischen Doppelformen und erscheinen als violette Bergsilhouetten unter einem dramatischen Himmel, durchzogen von einem bedrohlich in den Raum ragenden rauchenden Gewehr – ein Symbol männlicher Macht und Sexualität. 2017: Wake Tank, Öl auf Leinwandmini|Wake Tank, 2017 2018: Alien Shores, Öl auf Leinwand 2018: Blacklit Lava Rocks, Bleistift auf Papier 2018: Citadel, Öl auf Leinwand, PrivatbesitzIn diesem Bild gleichen Türme mit metallischen Oberflächen Brüsten, deren Spitzen giftige Dämpfe ausstoßen. 2018: Contre-Jour, Öl auf Leinwand 2018: Drawing for Eve, Bleistift auf Papier 2018: Eve, Öl auf Leinwand 2018: Drawing for Slippery Slope, Bleistift auf Papier 2018: Drawing for Sea of Tears, Bleistift auf Papier 2018: The Drawing Room, Öl auf Leinwand, PrivatbesitzIn diesem Werk wurde Emily Mae Smith inspiriert von dem Gemälde Marie Joséphine Charlotte du Val d’Ognes von Marie-Denise Villers, das lange fälschlicherweise Jacques-Louis David zugeschrieben wurde. Für Smith bedeutete diese Fehlattribution eine Gelegenheit zur feministischen Neudeutung. Im Original sitzt eine junge Frau in einem Zeichenkurs im Louvre, beleuchtet durch ein Fenster, mit einem festen Blick in Richtung des Betrachters. In der Variante von Smith wird diesem Bild eine surreale Note hinzugefügt: Ihre Besenfigur sitzt auf einer Chaiselongue, während sich Vorhangstoffe spiralförmig um ihren Körper wickeln und ein Kleid bilden – eine Anspielung auf die Fäden, die die Lady of Shalott umgeben. Die Figur blickt aus einem Fenster auf einen Himmel, der sie mit Gegenlicht beleuchtet. 2018: Empathic Machine, Öl auf Leinwand 2018: Fiction Flesh, Öl auf Leinwand 2018: Fruits of Labor, Öl auf Leinwand 2018: The Gleaner Study, Öl auf Leinwand 2018: Medusa Moderne, Öl auf Leinwand 2018: Nightcrawler, Öl auf Leinwand 2018: No Patience for Monuments, Öl auf Leinwand 2019: Avalon, Öl auf Leinwand 2019: Brooms with a view, Öl auf Leinwand, Simone Subal Gallery, New YorkIn diesem Werk bietet Emily Mae Smith eine alternative Interpretation von Hunts Gemälde. Anstelle eines einzigen Spiegels werden Fenster gezeigt, die wie Augen eines Gesichts wirken, während ein Strohhaufen Lippen formt. Der baumbestandene Fluss erinnert an Hunts Landschaft. Links zieht die Besenfigur Borsten aus ihrem Pinsel, ein bewusster Akt des „Sich-Auflösens“, während die Figur rechts nachdenklich die Außenwelt betrachtet. 2019: Drawing for the Gleaner and Me, Bleistift auf Papier 2019: Eldorado, Öl auf Leinwand 2019: Grapes and Gleaner, Bleistift auf Papier 2019: The Gleaner and Me, Öl auf Leinwand 2019: Gleaner Odalisque, Öl auf Leinwand 2019: Heretic Lace, Öl auf Leinwand 2019: No Patience for Monuments II, Öl auf Leinwand 2019: The Slippers, Öl auf Leinwand 2019: Spitting Image, Öl auf Leinwand, Simone Subal Gallery, New YorkSmith greift in diesem Bild die Vorstellung auf, für die Kunst von der Welt abgeschnitten zu sein. Der Besen-Avatar malt hier ein Selbstporträt und reflektiert mit einem dunklen, schreienden Ausdruck über die Isolation. 2019: Temptation Island, Öl auf Leinwand 2019: Unruly thread, Öl auf Leinwand, Simone Subal Gallery, New YorkIn diesem Bild wird Lady Shallot durch eine Nadel ersetzt, die, ähnlich wie ein Pinsel oder Smiths Besen, mit weiblichen Lippen anthropomorphisiert wird. Der Faden der Nadel windet sich bedrohlich um sie und scheint sie einzuengen. 2020: The Appraisal, Öl auf Leinwand 2020: Cassiopeia, Öl auf Leinwand 2020: Daphne of the West, Öl auf Leinwand 2020: Head Horizon World, Öl auf Leinwand 2020: The Idle Servant, Öl auf Leinwand 2020: Ilk and Honey, Öl auf Leinwand 2020: Kin, Öl auf Leinwand 2020: St. Jerome, Bleistift auf Papier 2020: St. Lucia, Bleistift auf Papier 2020: The Studio (Mound Land), Öl auf Leinwand 2021: Ceto and Sirens, Wasserfarbe, Gouache und Tinte auf Papier 2021: The Alchemist, Öl auf Leinwand 2021: Artist Plate Project, Keramik 2021: Blush, Öl auf Leinwand 2021: Brush with Flame Watercolor Study, Wasserfarbe, Gouache und Tinte auf Papier 2021: A Candle Makes Its Own Fuel, Wasserfarbe, Gouache und Tinte auf Papier 2021: Crucified Broom, Bleistift auf Papier 2021: Double Sun, Light Spill, Wasserfarbe, Gouache und Tinte auf Papier 2021: Drawing for Profane Interloper, Bleistift auf Papier 2021: Early Retirement, Öl auf Leinwand 2021: Earthly Delight, Öl auf Leinwand 2021: Gateway Madonnas, Wasserfarbe, Gouache und Tinte auf Papier 2021: The Grotto, Öl auf Leinwand 2021: Harvester, Öl auf Leinwand 2021: In the Grass, Wasserfarbe, Gouache und Tinte auf Papier 2021: In the Field, Wasserfarbe, Gouache und Tinte auf Papier 2021: Leaf Weepers, Öl auf Leinwand 2021: Mammutus Machina, Öl auf Leinwand 2021: The Messenger, Öl auf Leinwand 2021: Nine inch Nails – Broken, Öl auf Leinwand 2021: The Optimist, Öl auf Leinwand 2021: Periscope, Öl auf Leinwand 2021: Ritual, Öl auf Leinwand 2021: The Ruminant, Öl auf Leinwand 2021: Soldier, Bleistift auf Papier 2021: The Space Between, Öl auf Leinwand 2021: Speculative Objects, Öl auf Leinwand 2021: Study of The Drawing Room, Wasserfarbe und Bleistift auf Papier 2021: Tidal Animal Vegetable, Öl auf Leinwand 2021: Transfiguration, Öl auf Leinwand 2021: Triple Thread, Öl auf Leinwand 2021: The Wooden Spoon, Öl auf Leinwand 2022: Habitat, Öl auf Leinwand 2022: Poetry (Toy in Blood), Öl auf Leinwand