mini|Blick von Großwöllmiß nach Norden Sankt Martin am Wöllmißberg ist eine Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) in der Steiermark in Österreich.
Geografie Geografische Lage St. Martin liegt auf einer Höhe von 704 m südlich von Köflach und Voitsberg.
Das Gemeindegebiet beinhaltet den zwischen dem Gößnitzbach und der Teigitsch gelegenen Wöllmißberg (), sowie südlich davon einen Teil des Schusterbauerkogels (). Der Großteil der Gemeinde ist von Nadelwäldern und Wiesen bedeckt.
Gemeindegliederung Das Gemeindegebiet umfasst folgende drei Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand ): Großwöllmiß () Kleinwöllmiß () Sankt Martin am Wöllmißberg ()
Die Gemeinde besteht aus drei Katastralgemeinden: Großwöllmiß, Kleinwöllmiß und St. Martin und umfasst eine Fläche von km².
Nachbargemeinden
St. Martin grenzt nicht an St. Stefan ob Stainz, weil südlich von St. Martin ein schmaler Gebietsstreifen der Gemeinde Edelschrott mit ca. 70 m an die Gemeinde Ligist grenzt.
Bevölkerungsentwicklung
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Anton-Wildgans-Gedenkstätte: wurde 1996 von Bildhauer Alfred Schlosser dem Dichter Anton Wildgans zu Ehren erstellt, der hier sein Epos „Kirbisch“ 1925 begonnen hatte Heimatmuseum: 1965 zur 700-Jahr-Feier in Privatinitiative begonnen, und dann 1995 von offizieller Seite aus neu gestaltet und in der ehemaligen Volksschule untergebracht. Hier wird vor allem der Bau der Langmannsperre und des Wasserkraftwerkes Arnstein dokumentiert. Außer der Weberzunft werden noch Hausrat, Werkzeug, Schulutensilien und Trachten gezeigt. Anton Wildgans und Rochus Kohlbach, die mit St. Martin am Wöllmißberg verbunden waren, ist ebenfalls eine kleine Ausstellung gewidmet Burgruine Neu-Leonroth am Fuß des Wöllmißberges Als Teigitschklamm (circa fünf Kilometer) wird der Lauf der Teigitsch zwischen Gaisfeld in der Gemeinde Krottendorf-Gaisfeld über das Gemeindegebiet von Sankt Martin am Wöllmißberg bis zur Langmannsperre in der Gemeinde Edelschrott bezeichnet. Erreichbar ist der Teigitschgraben, eingebettet in das weststeirische Mittelgebirgsland, über die Packer Straße B 70 bzw. von der Süd Autobahn A 2 (Abfahrt Steinberg). Die Teigitsch ist aufgrund ihres Wasserreichtums von der Koralm nicht nur für den Tourismus, sondern auch für die Energiewirtschaft von Interesse. Die ältesten steirischen Wasserkraftwerke liegen an diesem Fluss. Dank Völkerbundanleihe wurde Anfang der 1920er Jahre die Langmann-Sperre für das Kraftwerk Arnstein gebaut. Zu seiner Zeit war es eines der modernsten österreichischen Wasserkraftwerke, da mit einem bis dato nicht erreichten Wassersäulendruck gearbeitet wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die 50 m hohe, weiter oben liegende Hirzmannsperre gebaut. Noch weiter oben befindet sich der Packer Stausee. Alles Wasser, welches im Teigitschgraben heute fließt, kommt von kleinen Zuflüssen rechts und links des Grabens. Die Wassermengen vom Oberlauf werden vom Stausee Langmann aus in ein Röhrensystem umgeleitet. Daher verlor die Klamm einen Großteil ihres Wasservolumens von einst und damit an touristischer Attraktivität. Im Graben gab es einst drei Gasthäuser, von denen keines mehr geöffnet ist. Eines wurde zu einem Pfadfinderheim (Ferienheim Langmannsperre) umgebaut. Das Kernstück des Grabens zwischen dem Kraftwerk Arnstein und der Langmannsperre kann in ca. 2,5 Gehstunden durchwandert werden. Zeitweilig führt die Wanderung entlang der wasserführenden Leitung und der sogenannten Schienenstraße, einem ebenen Fahrweg, auf dem mit Hunten das Material für den Bau der Langmann-Sperre transportiert wurde, das mit einem Schrägaufzug vom Kraftwerk Arnstein heraufgebracht wurde. Mineralogisch galt der Teigitschgraben, da er im Bereich der kristallinen Gesteine des steirischen Randgebirges zwischen Soboth und Koralm liegt, während des Kraftwerksbaus als ausgezeichnete Fundstelle für verschiedene Mineralien wie Bergkristalle, Rauchquarzen, Sphenen, Feldspäten und ähnlichen Kluftmineralien. Biologisch bemerkenswert ist der Fund des flechtenbildenden Schlauchpilzes Baeomyces rufus.Hafellner, Josef: Bemerkenswerte Flechtenfunde in Österreich. 2001. Zwei beliebte Volksmusik-Walzer führen die einst so herrlichen Teigitschklamm im Namen, der „Teigitschgraben-Walzer“Abgedruckt etwa in: Teigitschgraben-Walzer. Volksweise. Bearbeitung Max Rosenzopf. In: Elke Margetich / Willibald Stelzl: Schule für Steirische Harmonika. I in Notenschrift. ISBN 3-901384-04-9, Seite 48. und das „s'Diandl von Teigitsch“. Durch das Gemeindegebiet führt der Hans-Kloepfer-Rundwanderweg.
Wirtschaft und Infrastruktur Der wichtigste Wirtschaftszweig ist der Agrarsektor, vor allem Forst- und Milchwirtschaft. Daneben gibt es noch kleinere Gewerbe- und Tourismusbetriebe.
An der Teigitsch befinden sich das Kavernenkraftwerk St. Martin mit 11 MW Leistung, das 1965 errichtet wurde, und die Langmannsperre.
Die Gemeinde bildet gemeinsam mit Edelschrott und Hirschegg-Pack den Tourismusverband „Steirische Rucksackdörfer“.Grazer Zeitung, Amtsblatt für die Steiermark. 30. Dezember 2014, 210. Jahrgang, 52. Stück. S. 630. mini|Teigitschgraben mini|Speicher Langmann
Verkehr Durch das Gemeindegebiet führt die Südautobahn A 2.
Historische Landkarten
Politik Gemeinderatswahl Die Gemeinderatswahl 2020 zeigt folgendes Ergebnis: ÖVP: 7 Mandate SPÖ: 2 Mandate
Bürgermeister Bis 1952 waren Großwöllmiß und Kleinwöllmiß eigenständige Gemeinden: Großwöllmiß ????–1890 Schirgi ???–1907 Anton Jauk 1907–1919 Gustav Wancura 1919–1934 Johann Christof 1934–1938 Josef Formayer 1938–1938 August Marek 1938–1938 Anton Kuttner 1938–1938 Matthias Klug 1938–1945 Josef Formayer 1945–1946 Johann Formayer 1946–1951 Simon Hanus Kleinwöllmiß 1873–1878 Brunner 1882–1898 Alois Reif 1900–1907 Franz Böhmer 1907–1910 Alois Schmidt 1910–1915 Franz Strommer 1916–1938 Johann Joschum 1938–1945 Peter Moser 1945–1950 Josef Krammer 1950–1951 Johann Kollegger Sankt Martin am Wöllmißberg 1909–1912 Andreas Brunner 1912–1932 Johann Krammer 1932–1946 Johann Lais 1946–1950 Gottfried Jauk 1950–1951 Johann Lais 1952–1955 Johann Kollegger 1955–1970 Johann Eisner 1970–1980 Matthias Gruber 1980–1990 Siegfried Riedl 1990–2000 Erna Wagnest 2000–2025 Johann Hansbauer seit 2025 Markus Holzer
Wappen Das Wappen der Gemeinde zeigt eine kleine Kapelle auf einem dreiteiligen Hügel, eingebettet zwischen zwei Tannen. Im grünfarbenen Hügel selbst ist eine graue Axt eingelassen.
Partnergemeinde Partnergemeinde ist das Südtiroler Dorf Unsere Liebe Frau im Walde.
Persönlichkeiten Ehrenbürger 1979: Friedrich Niederl (1920–2012), Landeshauptmann der Steiermark 1971–1980Südost-Tagespost (10. 2. 1979), S. 5.
Mit der Gemeinde verbundene Persönlichkeiten Anton Wildgans (1881–1932), Lyriker und Dramatiker
Literatur Ernst Lasnik: St. Martin am Wöllmißberg. St. Martin am Wöllmißberg 2007
Weblinks
Gemeinde Sagen.at: Wie St. Martin am Wöllmisberg entstand Baubeschreibung der Burgruine Neu-Leonroth Steiermark360, 360°-Panorama St. Martin am Wöllmißberg (Luftaufnahme)
Einzelnachweise
Kategorie:Katastralgemeinde im Bezirk Voitsberg Kategorie:Weinbaugemeinde in der Steiermark Kategorie:Koralpe Kategorie:Pack- und Stubalpe Kategorie:Ort im Einzugsgebiet Kainach (Mur)