Der 1. Halleiner Sportklub war ein österreichischer Fußballverein aus der Tennengauer Bezirkshauptstadt Hallein im Bundesland Salzburg und existierte von 1922 bis 2004.

Der Verein spielte in seiner Geschichte mehrmals in der Tauern- bzw. Regionalliga und war Salzburger Landesmeister sowie Landespokalsieger. Im Juni 2004 kam es zur Auflösung des Fußballvereins und in Partnerschaft mit dem ebenfalls aufgelösten Stadtkonkurrenten Olympia Hallein am 16. Juli desselben Jahres zur Gründung des Nachfolgevereins FC Hallein 04. Der Nachfolgeklub spielt derzeit in der Salzburger Liga im Salzburger Unterhaus.

Geschichte des 1. Halleiner SK

Gründungsgeschichte Der 1. Halleiner Sportklub wurde im Frühjahr 1922 in der Halleiner Zellulosefabrik, die heute unter dem Namen AustroCel bekannt ist, gegründet. Der im Unternehmen tätige Grazer Student Haimo Rumpler bemühte sich um die Zusammenstellung einer Betriebsmannschaft und fand im damaligen, aus England stammenden, Generaldirektor Henry W. Davis einen Befürworter und Förderer dieses Vorhabens. Davis, nach dem heute eine Straße in Hallein benannt ist, stellte für seine fußballbegeisterten Mitarbeiter einen Holzlagerplatz als Spielfeld zur Verfügung, ließ Umkleidekabinen errichten und sorgte für Dresses, Fußballschuhe und Tornetze, die er aus seiner Heimat importierte. Im Frühjahr 1922 wurden die Statuten des Halleiner Athletik-Clubs bei der Bezirkshauptmannschaft Hallein eingereicht und die Vereinsfarben mit Rot und Weiß festgelegt. Der Gründungsausschuss setzte sich aus Jaroslaw Hromadka (Obmann), Wilhelm Fallwickl (Obmannstellvertreter), Haimo Rumpler (Sektionsleiter), Josef Schmuck (Kassierer), Josef Engelsberger (Schriftführer) und Leopold Rusch (Zeugwart) zusammen. Meisterschaftseinstieg und erster Landespokalsieg In die Meisterschaft stieg der Verein erstmals in der Saison 1925/26 ein und belegte in seinem ersten Jahr in der damaligen Landesklasse unter fünf Vereinen den vierten Tabellenplatz. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass damals mit dem SK Vorwärts Hallein bereits ein zweiter Fußballklub aus der Salinenstadt in der 2. Salzburger Klasse spielte. Der 1924 gegründete Arbeiterklub Vorwärts löste sich jedoch bereits 1926 wieder auf. Der 1. Halleiner SK zog sich nach seiner Premierensaison aus der Liga zurück und wechselte in den Arbeiterfußballverband (VAFÖ). Nach dem politischen Umsturz und dem erfolgten Verbot der Arbeitervereine musste der HSK 1934 seinen Spielbetrieb offiziell einstellen. Mit der Gründung des Athletikclubs (AC) Hallein und dem Beitritt des offiziell neuen Vereins zum Salzburger Fußballverband spielte die HSK-Mannschaft aber geschlossen unter diesem Namen weiter. Im Spieljahr 1935/36 kämpften die Halleiner wieder um den Titel des Landesmeisters mit. Dabei errang der AC Hallein den vierten und letzten Rang, konnte jedoch auf Grund der geringen Anzahl an Fußballvereinen in der Liga verbleiben.

1936 feierte der AC Hallein mit einem 6:3-Triumph über den 1. Salzburger SK 1919 mit dem Gewinn des Salzburger Landespokals seinen ersten großen Erfolg. In der Meisterschaft erkämpften sich die Halleiner in der Folgesaison 1936/37 unter fünf Teilnehmern immerhin den dritten Platz und wurden dabei nur von den Spitzenmannschaften SV Austria Salzburg und Salzburger AK 1914 geschlagen. Dasselbe Ergebnis erzielten sie auch in der Saison 1937/38.

Gewinn des Landesmeistertitels 1939 Mit den neuen Machtverhältnissen in der Ostmark änderte sich auch die Einteilung im Fußball. Die Salzburger Vereine spielten nunmehr in einer gemeinsamen Liga mit den starken Klubs aus Oberösterreich bzw. Oberdonau. Völlig überraschend wurde der AC Hallein hinter dem Linzer ASK, SK Admira Linz und SK Vorwärts Steyr Tabellenvierter, noch weit vor den Salzburger Aushängeschildern SAK 1914 und Austria Salzburg. Mit diesem vierten Rang sicherte sich der AC Hallein sensationell den ersten Salzburger Landesmeistertitel. In der Saison 1939/40 spielten die Salzburger Vereine wieder in der Salzburger Landesklasse. In den nachfolgenden Kriegsjahren kam der Fußball in Salzburg völlig zum Erliegen. Selbst die Salzburger Stadtvereine mussten sich zu einer einzigen Fußballgemeinschaft (FG Salzburg) zusammenschließen, um den Spielbetrieb mit Nachwuchsspielern und einigen wenigen arrivierten Spielern aufrechterhalten zu können. Nachdem in Hallein der Spielbetrieb aufgrund der Kriegsereignisse komplett eingestellt werden musste, taten sich 1945 einige ehemalige Funktionäre und Spieler zusammen, um den Traditionsverein unter seinem ursprünglichen Namen 1. Halleiner SK wiederzugründen.

Aufstieg in die Tauernliga als 1. Halleiner SK Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Sportplatz am Adneter Gries errichtet und 1948 eröffnet. Der 1. Halleiner SK spielte in den Saisonen 1945/46 bis 1948/49 in der Landesklasse Salzburg und qualifizierte sich mit einem vierten Rang 1949 für die neugegründete Tauernliga, die damals zur zweiten Spielstufe im österreichischen Fußball zählte. In dieser Liga spielten die Salinenstädter von 1949/50 bis 1953/54. Das Spieljahr 1955 schlossen die Halleiner mit einem enttäuschenden neunten Rang in der Landesklasse Salzburg ab. Nach zwei Jahren in dieser Klasse konnte der 1. Halleiner Sportklub den Meistertitel erringen und wieder in die inzwischen Tauernliga Nord genannte zweite Spielstufe aufsteigen. Hier belegte der Verein im Spieljahr 1958/59 den sechsten Platz, feierte aber mit dem Einzug ins Salzburger Landespokalfinale, das mit 0:5 gegen Austria Salzburg verloren ging, einen schönen Erfolg. 1959/60 verpasste der 1. Halleiner SK mit dem fünften Platz nur knapp die Qualifikation zur neugeschaffenen zweitklassigen Regionalliga West, holte dieses Versäumnis jedoch in der Folgesaison mit dem Meistertitel in der nunmehrigen Salzburger Landesliga und dem damit verbundenen Aufstieg in die Regionalliga nach. Nachdem der 1. Halleiner SK 1963 den Abstieg hinnehmen musste, gelang der Wiederaufstieg erst in der Saison 1968/69.

Landesmeistertitel 1976 Mit Einführung einer landesweiten zweiten Spielstufe kam vorübergehend das Aus für die Regionalliga. Hallein spielte nunmehr in der Salzburger Liga, feierte dort 1976 den Titelgewinn und qualifizierte sich damit für die Aufstiegsspiele zur 2. Division der Bundesliga. Die Spieler dieser Meistermannschaft waren Spielertrainer Heinrich „Stuzi“ Reischmann, Hans Lang, Alexander Heidentaler, Werner Sonnleitner, Eberhard Seywald, Helmuth Hickmann, Josef Wanker, Peter Schnöll, Horst Stocker (Tormann), Josef Schnöll, Alfred Tusler, Herbert Hopfer, F. Tiefenbacher, Johann Promegger, Peter Lang, August Hoffmann und Ottmar Schnaitmann.

Verlorene Aufstiegsspiele zur Bundesliga und der tiefe Fall Allerdings gingen beide Spiele gegen den SV Wattens mit 0:3 in Hallein und 0:2 in Wattens und auch beide Spiele gegen SC Schwarz-Weiß Bregenz mit 0:1 in Bregenz und 1:6 in Hallein verloren.

1977/78 spielten die Halleiner in der neu eingeführten Alpenliga, der dritten Spielstufe, und belegten mit dem 13. Rang nur einen Abstiegsplatz. Von 1979 bis 1982 hielt sich der Halleiner Sportklub noch in der viertklassigen Salzburger Liga, bis schließlich 1983 mit dem letzten Platz der Abstieg in die 2. Landesliga Nord erfolgte. 1984 wurde auch hier der letzte Rang belegt, und es folgte ein weiterer Abstieg in die 1. Klasse Nord. 1988 gelang der Wiederaufstieg in die 2. Landesliga Nord und 1991 der Aufstieg in die 1. Landesliga. Von 1992 bis 2004 spielte der Verein in der 1. Landesliga. Nach Beendigung der Spielsaison 2003/04 kam es am 17. Juni – nach 82 Jahren – zur Auflösung des 1. Halleiner Sportklubs und am 16. Juli desselben Jahres zur Gründung des Nachfolgevereins FC Hallein 04.

Bekannte Spieler Alexander Heidentahler und Josef Stadler wurden als erste Spieler des Vereins 1970 in die österreichische Amateur-Nationalmannschaft einberufen. Beide gaben ihr Debüt am 7. Oktober 1970 bei der 1:3-Niederlage der Österreicher gegen die Schweiz in Winterthur. Während es für Heidentahler bei dieser einzigen Amateurteamberufung blieb, absolvierte Stadler zwei weitere Auswahlspiele. Am 31. Oktober 1970 unterlag er mit der österreichischen Mannschaft in Wien erneut der Schweiz (1:2), feierte aber am 30. Mai 1971 mit dem Amateurteam in Maribor einen 2:0-Erfolg über Luxemburg.

Mit Herbert Ilsanker ging aus dem Verein auch einer der bekanntesten Salzburger Fußballer der 1990er Jahre hervor. Als Spieler war Ilsanker jahrelang bei Austria Salzburg und beim 1. FSV Mainz 05 in Deutschland aktiv. Als Trainer gehört er seit 2005 zum Betreuerstab von Red Bull Salzburg. Daniel Kastner ist der letzte bekannte Spieler, der aus dem Traditionsverein hervorging. Der spätere Bundesligakicker überzeugte beim Freundschaftsspiel gegen Austria Salzburg (2:9) anlässlich des Gründungsfestes des FC Hallein 04 im Juli 2004. Obwohl er sich bei Salzburg nicht durchsetzen konnte, schaffte er den Sprung zum SV Ried, wo er im Saisonfinish 2005/06 mit mehreren Toren positiv aufzeigen konnte.

Titel und Erfolge Salzburger Landesmeister: 1939 (AC Hallein), 1976 Salzburger Landespokalsieger: 1936 (AC Hallein) Salzburger Landespokalfinale: 1959 Meister der Sbg. Landesklasse: 1957 Meister Landesliga/Salzburger Liga (3): 1961, 1969, 1976 Meister 1. Klasse Nord (6): 1988 Meister 2. Landesliga Nord (5): 1991 Anm.: Die Zahl in den Klammern gibt die Leistungsstufe der Ligen an.

Fusionspartner SK Olympia 1948 Hallein

Gründung als SK Vigaun Der Sportklub Vigaun wurde 1948 in der Tennengauer Gemeinde Vigaun gegründet. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten Johann Brüggler (Obmann), Mathias Strasser (Stv.), Josef Siller (Sektionsleiter), Florian Fallnhauser (Kassierer) und Johann Struber (Schriftführer). Der erste Fußballplatz konnte mit Meisterschaftsbeginn 1948 in der Salzburger 2. Klasse B auf dem Gelände des Schotterwerkes Sager & Wörner errichtet werden. Das Areal befand sich auf dem Gemeindegebiet von Kuchl und musste erst gerodet werden, bevor eine Spielstätte gebaut werden konnten. Scherzhaft wurde die Vigauner damals als die Mannschaft aus der Schottergrube bezeichnet. Die Vereinsfarben des SK Vigaun waren Blau und Weiß.

Der SK Vigaun feierte in der Saison 1955/56 den Meistertitel in der fünftklassigen 2. Klasse Salzburg und konnte auf Grund einer Ligareform direkt in die dritte österreichische Leistungsstufe, der Salzburger Landesklasse aufsteigen. Dort platzierte sich der Verein an der neunten Stelle, stand aber dann kurz vor der Auflösung, da der Pachtvertrag für seine Sportstätte nicht verlängert wurde. Dies zwang den jungen Verein, in die Bezirkshauptstadt Hallein abzuwandern. Die guten Kontakte zu den Funktionären des 1. Halleiner Sportklubs ermöglichten den Vigaunern vorerst ein Antreten auf dessen Sportplatz am Adneter Gries. Bis zur nächsten Ligareform und der damit verbundenen Einführung der Regionalliga im Jahr 1960 hielten sich die Vigauner im Mittelfeld der Tabelle, danach spielte der SK Vigaun in der viertklassigen 1. Klasse Nord.

Abwanderung nach Hallein und Umbenennung Anfang der 1960er Jahre errichtete der Verein seine eigene Sportanlage im Halleiner Stadtteil Gamp. Die neue Heimstätte und der Verlust der Bindungen zum Ort Vigaun führten dazu, dass der SK Vigaun nach längeren Diskussionen im Jahr 1963 in SK Olympia Hallein 1948 umbenannt wurde. Im Halleiner Vorort Bad Vigaun entstand erst im Jahr 2000 mit dem FC Bad Vigaun ein neuer Fußballverein.