mini|Roland Maurmair (2024) Roland Maurmair (* 1975 in Innsbruck, Österreich) ist ein österreichischer Künstler, der vor allem durch seine Arbeiten in den Bereichen Grafik, visuelle Medien, Installation und Performance bekannt ist. Er lebt und arbeitet in Frankenmarkt und Wien.
Leben und Ausbildung
Roland Maurmair wurde 1975 in Innsbruck geboren und absolvierte 1996 die Matura am BORG Innsbruck. Anschließend studierte er von 1996 bis 2004 Visuelle Mediengestaltung an der Universität für angewandte Kunst Wien bei Peter Weibel, Karel Dudesek und Tom Fürstner. 2009 promovierte er am Institut für Kunst- und Wissenstransfer an derselben Universität unter der Betreuung von Christian Reder und Konrad Köstlin.
1999 gründete er gemeinsam mit Georg Kritzinger und Gregor Khittl das Tiroler DJ-Kollektiv saegewerk soundsystem. 2005 bis 2007 leitete er den Verein medien.kunst.tirol in Innsbruck. 2010 bis 2012 absolvierte er die Ausbildung zum Natur- und Wildnistrainer (Natur- und Wildnisschule der Alpen, AUT / Tracker School NJ, USA). 2012 bis 2014 war er Lehrbeauftragter für „Urbane Wildnis“ an der Universität für angewandte Kunst Wien.
Werk
Maurmairs Werk umfasst ein breites Spektrum von Medien, darunter visuelle Kunst, Performances, Interventionen im öffentlichen Raum, Videokunst und kuratorische Projekte. Er bewegt sich im Spannungsfeld von Natur und Technologie. In seinen Arbeiten setzt er sich häufig mit ökologischen Fragen auseinander und behandelt politische wie gesellschaftskritische Themen.
Ein Beispiel für seine kritische Auseinandersetzung mit urbaner Natur ist das Buch Urban Wilderness: Begegnung mit urbaner Natur / Encounter Urban Nature, das wissenschaftliche, philosophische und künstlerische Beiträge vereint, um einen differenzierten Blick auf unsere urbane Umgebung zu bieten.
In seinem Dokumentarfilm The Real Cowboys präsentiert Maurmair eine künstlerische Forschung zum Thema der alpinen Hirtenarbeit, die das Verhältnis von Mensch und Natur in unwegsamem Gelände aufzeigt. Der Film wurde für seine cineastischen Kameraeinstellungen und die ungeschönte Darstellung der Arbeit von Tiroler Kuhhirten gelobt.
Einzelausstellungen (Auswahl)
2023: Rising from the ashes, Galerie A4; Innsbruck 2023: Die kleine Weltherrschaft, eboran galerie, Salzburg 2021: Bio deluxe, Bildraum 01, Wien 2021: OTK Files, ada, Wien 2020: Zwischen den Sternen, Galerie im-Vektor, Burg Hasegg, Hall in Tirol 2019: Ikebana madness, Projektraum Lucas Cuturi; Wien 2018: Biutopia, Ortner2; Wien 2016: New World Order, Schauraum, Quartier 21, MuseumsQuartier Wien 2016: Einfach mal die Kresse halten, Europäisches Forum Alpach 2015: vor lauter Wald, Kunstraum Bernsteiner; Wien 2013: Pimp mei Heimat, Andechsgalerie Innsbruck 2012: Galactic Syncopation, Projektraum, Kunstraum Innsbruck
2011: Dickicht, Lebensministerium, Wien 2010: mons ex machina, kooio, Innsbruck 2009: Rabbitism, Eikon schAUfenster, MuseumsQuartier Wien 2004: Schlechter Empfang, Stadtturmgalerie, Innsbruck 2003: Landcruiser, Kunstraum Innsbruck 1999: Die neue Belanglosigkeit, Andechsgalerie Innsbruck 1998: Digital Dirt, Rudkoping, Dänemark
Gruppenausstellungen (Auswahl) 2024: Parallel Skulpturenpark, Gmunden 2023: Das Gewicht von Papier, Papiermachermuseum Steyrermühl 2022: Muta Natur, Künstlerhaus, Wien 2021: Cohabitation, Kunstraum Innsbruck 2020: GRAFFITI & BANANAS, Nordico Stadtmuseum Linz 2019: SCHÖNHEIT VOR WEISHEIT, Landesmuseum Ferdinandeum Innsbruck 2012: Powaga, Austriackie Forum Kultury Warschau, Polen 2009: The house is on fire, but the show must go on, Kunstraum Innsbruck 2007: Sculpturepark, UNO Fine Arts Gallery, New Orleans/USA 2005: Die Ordnung der Natur, OK Centrum für Gegenwartskunst, Linz 1999: Park of the future, Amsterdam/Niederlande 1994: Internat. Zuwys, Siauliai/Litauen
Performances (Auswahl) 2011: Gefahrenquelle, performIC, Innsbruck 2010: peacock2, 12c – Raum für Kunst, Schnifis 2007: Rabbitism, Wien 2006: Witterung, Kulturlabor Stromboli, Hall in Tirol
Preise und Stipendien
Maurmair erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter: 1998–1999: Stipendium an der Gerrit Rietveld Academie, Amsterdam 2005: Arthur-Haidl-Preis der Stadt Innsbruck 2004: Forschungsstipendium der Universität für angewandte Kunst Wien 2014: Josef Franz Würlinger Preis
Artist in Residence-Aufenthalte 12c – Raum für Kunst, Schnifis/Vorarlberg Paliano, Italien Künstlerhaus Büchsenhausen, Innsbruck
Kuratorische Tätigkeiten
Roland Maurmair engagiert sich auch als Kurator. Er leitete unter anderem Projekte wie: 2006: Kunstlos glücklich, Sonderschau im Rahmen der ART Innsbruck 2007: Fresh Trips, Festival für zeitgenössische Kunstaspekte, Kunstraum Innsbruck
Publikationen (Auswahl)
Vom Gehen in den Alpen – Nomadische Hirtenkultur (Dissertation), Wien 2009
Mein erstes Spurenbuch
Rezeption und Kritik Roland Maurmairs Arbeiten werden in der Kunstszene sowohl für ihre inhaltliche Tiefe als auch für ihre experimentelle Materialwahl geschätzt. Kritiker heben hervor, dass seine Werke oft spielerische, aber zugleich kritische Perspektiven auf ökologische und gesellschaftliche Themen bieten. Gleichzeitig wird angemerkt, dass die konzeptuelle Dichte seiner Arbeiten eine intensive Auseinandersetzung erfordert, um ihre volle Wirkung zu entfalten.
Insgesamt wird Maurmairs Werk für seine Fähigkeit geschätzt, alltägliche Details hervorzuheben und tiefgründige, oft humorvolle Geschichten zu erzählen, die den Betrachter zur Reflexion über die Beziehung zwischen Mensch, Natur und Technologie anregen.
Weblinks
Offizielle Website von Roland Maurmair medien.kunst.tirol | IG Kultur
Einzelnachweise
Kategorie:Künstler (Wien) Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1975 Kategorie:Mann