Ruth Loah, geborene Wilhelm (* 27. September 1933Traueranzeige für Ruth Loah. in Hannover; † 23. Februar 2017 in Hamburg) war eine langjährige Mitarbeiterin und Vertraute von Helmut Schmidt. Nach dem Tod von dessen Ehefrau Loki wurde sie seine Lebensgefährtin.Ulrich Schilling-Strack: Helmut Schmidt erklärt bei Maischberger die Eurokrise und seine neue Beziehung. In: WAZ, 8. August 2012.

Leben Ruth Loah wurde in Hannover als eines von acht Kindern eines Facharbeiters geboren. Ihr Vater war SPD-Mitglied und während der Zeit des Nationalsozialismus an der Seite des späteren Oberbürgermeisters von Hannover, August Holweg, im politischen Widerstand engagiert.Kurzbiografie im Datensatz zu Ruth Loah im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek.

Nach der Schule arbeitete Loah für die Arbeiterwohlfahrt in Bonn, zuletzt als Sekretärin des Geschäftsführers. Sie war Mitglied der SPD-Jugendorganisation „Die Falken“. Loah kannte Helmut Schmidt seit 1955 und war für ihn als Leiterin des Wahlkreisbüros tätig. 1962 wurde sie seine Sekretärin, später arbeitete sie sowohl bei der Wochenzeitung Die Zeit als auch in seinem Privatarchiv für ihn. Bei einem seiner Bücher wirkte sie als Mitautorin. Ruth Loah stand mit ihrem Ehemann viele Jahre auch in persönlichem Kontakt zum Ehepaar Schmidt.

Nach dem Tod von Loki Schmidt war die inzwischen verwitwete Loah ein wichtiger Halt für Helmut Schmidt. In seinem Buch Was ich noch sagen wollte (erschienen im Verlag C. H. Beck) schrieb Schmidt, er sei nach dem Tod seiner Frau völlig zerstört gewesen: „Ruth Loah hat mich damals gerettet. Ohne diese langjährige Freundin, zu der ich seit über einem halben Jahrhundert ein vertrauensvolles, enges Verhältnis habe, hätte ich den Tod von Loki wahrscheinlich nicht überlebt.“ In der Sendung Menschen bei Maischberger bezeichnete Schmidt sie als „meine Freundin Frau Loah“, die Beziehung sei aufgrund des Vertrauensverhältnisses eine „selbstverständliche Entwicklung“ gewesen. Jedoch lebten beide in getrennten Wohnungen.

Nach Schmidts Tod im November 2015 zog Loah in die Hamburger Seniorenresidenz Augustinum. Ruth Loah starb am 23. Februar 2017 in Hamburg und wurde auf dem Friedhof Tonndorf beerdigt.

Publikationen Kinderszenen im Kriege. In: Helmut Schmidt, Loki Schmidt et al.: Kindheit und Jugend unter Hitler. Pantheon, München 2012, ISBN 978-3-570-55183-7, S. 193–212.

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