Magdalena Matschina (* 23. März 2005 in Bad Aibling) ist eine deutsche Rennrodlerin, die von 2024 bis 2026 zusammen mit Dajana Eitberger in der Disziplin Doppelsitzer antrat und gemeinsam mit ihr bei den Olympischen Winterspielen 2026 die Silbermedaille sowie zusammen mit Julia Taubitz, Tobias Wendl / Tobias Arlt und Max Langenhan die Goldmedaille in der Teamstaffel gewann.
Karriere Jugend und Junioren mini|links|Krause/Matschina bei den Junioren-Europameisterschaften in Altenberg (2022) Matschina begann 2011 beim SV Bad Feilnbach mit dem Rodeln. Über sechs Jahre lang trat sie im Jugendbereich im Einsitzer an. Mit der Ende 2017 durch das Internationale Olympische Komitee angekündigten Einführung der Disziplin des Doppelsitzers der Frauen für die Olympischen Jugend-Winterspiele 2020 wechselte Matschina zum Doppelsitzer. Von 2017 bis 2022 besuchte Matschina die CJD Christophorusschulen Berchtesgaden.
Ihren ersten internationalen Wettkampf bestritt Matschina zusammen mit Doppelsitzerpilotin Annika Krause in der Saison 2021/22. Vor dem Start der Saison verletzten sich beide bei einem Sturz im Training in der Veltins-Eisarena schwer, sodass sie erst beim Saisonfinale in Bludenz wieder zum Einsatz kommen konnten. Zu diesem Zeitpunkt wurde der Weltcup im Doppelsitzer der Frauen Race-in-Race mit dem Junioren-Weltcup ausgetragen. In Bludenz belegten Krause/Matschina den sechsten Platz in der Weltcup-Wertung, was den fünften Platz in der Juniorinnenwertung sowie den vierten Platz in der Junioren-Europameisterschaftswertung bedeutete. Die Wertungsaisonwertung beendete das Doppel mit 50 Punkten auf dem 18. Platz, die Juniorinnen-Doppelsitzerwertung mit 55 Punkten auf Rang 9.
mini|hochkant|links|Krause/Matschina bei den Weltmeisterschaften in Oberhof (2023) Seit 2022 ist Matschina Teil der Spitzensportförderung der Bayerischen Polizei. Die Saison 2022/23 bestritten Krause/Matschina vollständig im Junioren-Weltcup. Beim Saisonauftakt in Lillehammer gelang ihnen im ersten Rennen der Sieg, im zweiten Rennen erreichten sie das Ziel nicht. Es folgten zwei fünfte Plätze in Winterberg und Altenberg – bei letztgenannter Station auch zugleich in der Wertung der Junioren-Europameisterschaft –, ehe sie beim Saisonfinale in Bludenz auf dem dritten Platz ins Ziel kamen. Die Saisonwertung beendeten sie mit 350 Punkten auf dem vierten Platz. Bei den Junioren-Weltmeisterschaften in Bludenz belegten sie ebenso den vierten Platz. Von Bundestrainer Norbert Loch wurden Krause/Matschina für die Rennrodel-Weltmeisterschaften 2023 in Oberhof nominiert. Das Sprintrennen der Weltmeisterschaften beendeten sie auf dem zehnten Platz, in der klassischen Disziplin wurden sie Zwölfte. In der Saison 2023/24 kamen Krause/Matschina zu keinen Renneinsätzen, Annika Krause beendete zudem im Februar 2024 ihre aktive Laufbahn.
Saison 2024/25 mit Eitberger mini|links|Eitberger/Matschina beim Weltcup in Oberhof (2024) Anfang Juli 2024 gab der Bob- und Schlittenverband für Deutschland bekannt, dass Dajana Eitberger – die zur Saison 2023/24 vom Einsitzer zum Doppelsitzer gewechselt und zunächst mit Saskia Schirmer angetreten war –, ab der Saison 2024/25 mit Magdalena Matschina antreten werde. Bei den Deutschen Meisterschaften 2024 in Winterberg gewannen Eitberger/Matschina die Silbermedaille hinter Jessica Degenhardt und Cheyenne Rosenthal. Auch in der Teamstaffel gelang zusammen mit Merle Fräbel, Hannes Orlamünder und Paul Gubitz sowie Max Langenhan der Gewinn der Silbermedaille. Zum Beginn der Weltcupsaison gewannen Eitberger/Matschina den Nationencup von Lillehammer und qualifizierten sich damit für das Weltcuprennen, in welchem sie nach einem Sturz im ersten Lauf nicht das Ziel erreichten. Die anschließende Premiere des Mixed-Weltcups gewannen sie zusammen mit Tobias Wendl und Tobias Arlt. Beim Weltcup von Innsbruck-Igls wurden Eitberger/Matschina Sechste, durch einen Fahrfehler im zweiten Lauf verpassten sie das Podium; auch bei der Weltcupstation Oberhof I kamen sie nach einem Fahrfehler im zweiten Lauf nur auf den siebten Platz – nachdem sie nach dem ersten Lauf noch auf dem Bronzerang lagen. Auch der Start in das Jahr 2025 misslang für Eitberger/Matschina: Beim Weltcup in Sigulda stürzten sie bereits im ersten Lauf und erreichten das Ziel nicht, in Altenberg kamen sie mit schlechten Startzeiten und knapp einer Sekunde Rückstand als Sechste ins Ziel. Eine deutliche Leistungssteigerung zeigten sie beim Weltcup in Winterberg, wo zugleich die Europameisterschaften 2025 ausgetragen wurden. Zwar kamen Eitberger/Matschina mit einem Rückstand von knapp drei Zehntelsekunden auf den Bronzerang ins Ziel, erzielten jedoch mit dem vierten Platz in Weltcup- und Europameisterschaftswertung ihre bis dahin beste Saisonleistung im Doppelsitzer. Eine weitere Leistungssteigerung folgte beim zweiten Weltcupstop in Oberhof, wo sie mit dem dritten Platz die erste Podestplatzierung einfahren konnten; im Mixedrennen wurden sie zusammen mit Orlamünder/Gubitz Vierte. Bei den Weltmeisterschaften 2025 in Whistler gewannen sie in gleicher Besetzung im Mixed Doppelsitzer die Silbermedaille; im Doppelsitzerrennen der klassischen Disziplin fuhren Eitberger/Matschina auf den Bronzerang, mussten sich nur den Österreicherinnen Selina Egle und Lara Kipp sowie ihren deutschen Teamkolleginnen Jessica Degenhardt und Cheyenne Rosenthal geschlagen geben. Auch beim nachfolgenden Weltcup in Pyeongchang gewannen sie die Bronzemedaille in der klassischen Disziplin, ebenso im Mixedrennen zusammen mit Wendl/Arlt. Krankheitsbedingt verzichteten Eitberger/Schirmer auf einen Start beim Saisonfinale in Yanqing, die Gesamtweltcupwertung beendeten sie damit auf dem siebten Rang.
Olympiasaison 2025/26 mit Eitberger mini|links|Eitberger/Matschina beim Weltcup Oberhof I im Januar 2026 Die Saison 2025/26 begann mit einem Testevent auf der Olympiabahn von Cortina d’Ampezzo, welches als Teil der Olympiaqualifikation gewertet wurde. Da die deutschen Frauen-Doppelsitzer für die Olympischen Winterspiele 2026 vermutlich nur mit einem Startplatz planen können, wurde vor Beginn der Saison ein harter Kampf zwischen Eitberger/Matschina und den Konkurrentinnen Degenhardt/Rosenthal prophezeit. Das Testevent konnten Eitberger/Matschina im Doppelsitzer siegreich beenden, während Degenhardt/Rosenthal nur auf dem elften Rang das Ziel erreichten. Eitberger/Matschina erhielten folglich den Vorzug für die Teamstaffel mit Merle Fräbel, Felix Loch, Hannes Orlamünder und Paul Gubitz, verpatzen jedoch selbst ihren Lauf und mussten sich dem österreichischen Team geschlagen geben. Beim Saisonauftakt in Winterberg belegten Eitberger/Matschina den dritten Rang im Doppelsitzerrennen, mussten sich dabei den siegreichen Degenhardt/Rosenthal geschlagen geben; beim Mixed-Event kam das Team nach einem Sturz des Doppelsitzers um Toni Eggert und Florian Müller nicht ins Ziel. Im Rahmen des Weltcups von Park City fuhren Eitberger/Matschina ihren ersten gemeinsamen Weltcupsieg ein, in der Teamstaffel kam die deutsche Mannschaft um Taubitz, Eggert/Müller und Langenhan schlussendlich nur auf dem fünften Rang ins Ziel. In Lake Plaicd gewannen sie in der olympischen Disziplin die Silbermedaille, der anschließende Mixed-Wettbewerb wurde aufgrund von technischen Problemen abgesagt. Zum Jahresauftakt 2026 fuhren Eitberger/Matschina in Sigulda auf den zweiten Platz, die deutsche Teamstaffel um Taubitz, Wendl/Arlt und Loch erreichte nach einem Sturz von Eitberger/Matschina das Ziel nicht. Den zweiten Winterberg-Weltcup beendete das Doppel auf dem Bronzerang, mussten sich dabei ihren teaminternen Konkurrentinnen Degenhardt/Rosenthal sowie den österreichischen Konkurrentinnen Egle/Kipp geschlagen geben. In der teaminternen Olympiaqualifikation setzten sie sich jedoch gegen Jessica Degenhardt und Cheyenne Rosenthal durch und erhielten die Nominierung für die Winterspiele 2026 in Mailand und Cortina d’Ampezzo. Beim Weltcup Oberhof I, der zugleich als Europameisterschaften der olympischen Disziplinen diente, fuhren Eitberger/Matschina auf den Bronzerang in der Weltcup- und Europameisterschaftswertung, in der Teamstaffel erhielten sie in Vorbereitung auf die Olympischen Winterspiele den Vorzug und gewannen sowohl Weltcup als auch Europameisterschaftstitel zusammen mit Merle Fräbel, Tobias Wendl / Tobias Arlt und Felix Loch. Die Weltcupstation Oberhof II beendete das Doppel nach einem Sturz im ersten Lauf auf dem 14. Platz. Beim Saisonhöhepunkt, den Olympischen Winterspielen, fuhren Dajana Eitberger und Magdalena Matschina im Doppelsitzer zu Silber hinter Andrea Vötter und Marion Oberhofer; in der Teamstaffel wurden sie zusammen mit Julia Taubitz, Tobias Wendl / Tobias Arlt und Max Langenhan Olympiasiegerinnen. Das Weltcuprennen von St. Moritz–Celerina beendeten sie auf dem vierten Rang, in Altenberg fuhren sie auf den Silberrang. Die Saisonwertung beendete das Doppelsitzerpaar mit 653 Punkten auf dem zweiten Rang, anschließend beendete Dajana Eitberger ihre aktive Karriere.
Persönliches Matschina ist mit dem Skeletonpiloten Timm Beiwinkler liiert. Sie lebt in Schönau am Königssee.
Erfolge Olympische Winterspiele Mailand-Cortina d’Ampezzo 2026: 16px|Silbermedaille im Doppelsitzer und 16px|Goldmedaille in der Teamstaffel
Weltmeisterschaften Whistler 2025: 16px|Silbermedaille im Mixed Doppelsitzer und 16px|Bronzemedaille im Doppelsitzer
Europameisterschaften Oberhof 2026: 16px|Bronzemedaille im Doppelsitzer und 16px|Goldmedaille in der Teamstaffel
Deutsche Meisterschaften Winterberg 2024: 16px|Silbermedaille im Doppelsitzer und in der Teamstaffel
Gesamtweltcup Saison Platz Punkte 2021/22 18. 50 2024/25 7. 378 2025/26 2. 653
Weltcupsiege Doppelsitzer Nr. Datum Ort Bahn 1 12. Dezember 2025 Park City, Vereinigte Staaten Utah Olympic Park Track
Mixed Nr. Datum Ort Bahn 1 1. Dezember 2024 Lillehammer, Norwegen Lillehammer Olympiske Bob- og Akebane
Weblinks
Magdalena Matschina in der Datenbank von Olympics.com
Einzelnachweise
Kategorie:Rennrodler (Deutschland) Kategorie:Olympiasieger (Rennrodeln) Kategorie:Sportler (Berchtesgaden) Kategorie:Polizist (Bayern) Kategorie:Mitglied einer Sportfördergruppe der deutschen Polizei Kategorie:Olympiateilnehmer (Deutschland) Kategorie:Teilnehmer der Olympischen Winterspiele 2026 Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 2005 Kategorie:Frau