Sony Music Entertainment (kurz Sony Music oder SME) ist ein US-amerikanisches Unternehmen mit Sitz in New York City. Es wurde 1887 als Columbia Records gegründet und ist als Tochtergesellschaft der Sony Corporation of America im Besitz der japanischen Sony Corporation sowie Schwestergesellschaft von Sony Music Entertainment Japan. Sony Music Entertainment, abgerufen am 21. Juli 2014. Sony Music Entertainment zählt neben der Universal Music Group und Warner Music Group zu den drei großen Major-Labels.Sascha Paulick: Unterstützen Plattenfirmen ihre Bands genügend? Diplomica, Hamburg 2013, ISBN 978-3-8428-9810-3, S. 12.Ed Christman: Universal Music Still Market Top Dog In 2012. In: Billboard. 3. Januar 2013, abgerufen am 21. Juli 2014 (englisch). Es stehen Künstler wie Michael Jackson oder Peter Maffay unter Vertrag.Teuerster Plattenvertrag aller Zeiten für Michael Jackson. In: Handelsblatt. 16. April 2010, abgerufen am 21. Juli 2014.Altrocker Maffay knackt Rekord. In: Handelsblatt. 5. Dezember 2011, abgerufen am 21. Juli 2014. Die Zentrale des Unternehmens befindet sich in der 25 Madison Avenue, Chief Executive Officer (CEO) ist seit April 2017 Rob Stringer. In Deutschland, Österreich und der Schweiz wird es von Christoph Behm geführt.Zwei Frankfurter an der Spitze der europäischen Musikszene. Auf: journal-frankfurt.de. 15. Januar 2018, abgerufen am 6. Februar 2018.

Von 2004 bis 2008 war der deutsche Medienkonzern Bertelsmann über seine Bertelsmann Music Group (BMG) zusammen mit der Sony Corporation of America an dem gemeinsamen Nachfolgeunternehmen Sony BMG Music Entertainment zur Hälfte beteiligt. Aufgrund sinkenden Umsatzes verkaufte Bertelsmann jedoch seine Anteile komplett an Sony, was für diese die Rückkehr zum alten Namen Sony Music Entertainment bedeutete, während BMG dadurch formal in Sony Music aufging bzw. die Marke von Bertelsmann mit ausgewählten Musikern in der neugegründeten BMG Rights Management fortgeführt wurde.Ausstieg bei Sony BMG: Bertelsmann trennt sich vom Musikgeschäft. In: Spiegel Online. 5. August 2008, abgerufen am 21. Juli 2014. Die ehemaligen Bertelsmann-Labels Ariola, Arista und RCA Records hingegen gingen durch den Verkauf auf Sony Music über.

Geschichte Columbia Records und CBS mini|Logo von Columbia Records

1887 gründete man in Washington, D.C. die Columbia Phonograph Company als Franchise der North American Phonograph Company. Das Unternehmen begann mit der Herstellung und dem Vertrieb von Phonographen, für die es zuvor das entsprechende Patent von Thomas Alva Edison erworben hatte.Martin Maier: Die internationale Musikindustrie im Zeitalter der Globalisierung. Grin Verlag, München 2008, ISBN 978-3-640-18522-1, S. 9. Die Geschäftstätigkeit von Columbia war zunächst auf die US-Bundesstaaten Maryland und Delaware sowie den Hauptstadtdistrikt konzentriert, wo denen sich auch die Bezeichnung Columbia ableitet. 1926 wurde mit Okeh Records ein Repertoire an Jazz- und Blues-Musikern übernommen, einschließlich Werken von Louis Armstrong und Clarence Williams.Encyclopedia of the Harlem Renaissance: A-J. Taylor & Francis, 2004, S. 238 (englisch). Zu diesem Zeitpunkt hatte die Columbia Graphophone Company die Mehrheit am Unternehmen gekauft. Sie war einst als Tochtergesellschaft für Grammophone in Großbritannien gegründet worden. Im Zuge der Übernahme weiterer Unternehmen entstand die Electric and Musical Industries Limited (EMI), wobei das Geschäft in den Vereinigten Staaten wiederum an die American Record Corporation veräußert wurde. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg trennten sich Columbia und EMI vollständig.Geoffrey P. Hull, Thomas William Hutchison, Richard Strasser: The Music Business and Recording Industry. Routledge, London 2011, S. 176–177 (englisch).

Der Eigentümer von Columbia war bis zur Übernahme durch die American Record Corporation ein Bankenkonsortium, das während der Great Depression Konkurs anmelden musste.Regina Sperlich: Popularmusik in der digitalen Mediamorphose. Deutscher Universitäts-Verlag, Wiesbaden 2007, ISBN 978-3-8350-6074-6, S. 143. Die American Record Corporation wurde 1938 selbst Ziel einer Übernahme durch Columbia Broadcasting System.Peter Tschmuck: Kreativität und Innovation in der Musikindustrie. Studien-Verlag, Innsbruck 2003, ISBN 3-7065-1836-8, S. 92. Nach dem Zweiten Weltkrieg gründete CBS unter dem Namen Epic Records ein weiteres Label, das sich neben Columbia zunächst auf Klassik und Jazz spezialisieren sollte, aber auch in andere Genres vorstieß. 1961 wurde schließlich CBS Records ins Leben gerufen, das als Label für alle Geschäfte außerhalb der Vereinigten Staaten und Kanada fungierte. Gegen Ende des Jahrzehnts fasste man Columbia, Epic und CBS Records in der sogenannten CBS Records Group zusammen.Paul Kingsbury, Michael McCall, John W. Rumble: The Encyclopedia of Country Music. Oxford University Press, Oxford 2012, ISBN 978-0-19-539563-1, S. 473 (englisch).

1968 vereinbarte Columbia beziehungsweise CBS Records ein Joint Venture mit der Sony Corporation of America, das vor allem die Vermarktung von Musik zusammen mit anderen Produkten des Herstellers zum Ziel hatte.James O’Rourke: The Business Communication Casebook. Cengage Learning, Boston 2007, S. 121 (englisch). Im Zuge der Zusammenarbeit wurde mit 52nd Street von Billy Joel auch das erste Album auf CD veröffentlicht.Paul Sawers: The CD turns 30: The first player and album were released today in 1982. In: The Next Web. 1. Oktober 2012, abgerufen am 21. Juli 2014 (englisch). Im November 1987 kündigte Sony schließlich an, die CBS Records Group. nach monatelangen Verhandlungen für zwei Milliarden US-Dollar von der CBS Corporation zu übernehmen.Paul Richter, William K. Knoedelseder Jr.: Sony Buys CBS Record Division for $2 Billion After Months of Talks. In: Los Angeles Times. 19. November 1987, abgerufen am 21. Juli 2014 (englisch). Zu diesem Zeitpunkt war das Unternehmen das größte Musiklabel weltweit und hatte Künstler wie zum Beispiel Michael Jackson, Barbra Streisand, Bruce Springsteen oder Cyndi Lauper unter Vertrag. Beobachter werteten die Übernahme als beachtliche Veränderung in der nordamerikanischen Medienlandschaft.Peter J. Boyer: Sony and CBS Records: What a Romance! In: The New York Times. 18. September 1988, abgerufen am 21. Juli 2014 (englisch). CBS Records führte seinen Namen zunächst weiter, erst 1991 wurde die Firma offiziell in Sony Music Entertainment geändert.CBS Records Changes Name. In: The New York Times. 16. Oktober 1990, abgerufen am 21. Juli 2014 (englisch).

Beteiligung von Bertelsmann mini|Logo von Sony BMG

Bereits im Jahr 2000 wurde berichtet, die Musiksparte von Bertelsmann, die Bertelsmann Music Group (BMG), mit Sony Music Entertainment über einen Zusammenschluss verhandeln würde.Musikindustrie: Gerüchte um Bertelsmann und Sony. In: Spiegel Online. 2. Februar 2000, abgerufen am 14. Juli 2014. Beide Unternehmen dementierten zunächst die Fusion,Musik-Fusion dementiert, Gerüchte reißen aber nicht ab. In: Manager Magazin. 2. Februar 2000, abgerufen am 21. Juli 2014. erst im November 2003 kündigte man das Joint Venture offiziell an.Boi Feddern: Bertelsmann und Sony planen gemeinsames Musikunternehmen. In: heise online. 6. November 2003, abgerufen am 21. Juli 2014. Das neue Unternehmen sollte die Bezeichnung Sony BMG Music Entertainment erhalten und sich jeweils zur Hälfte im Besitz von Bertelsmann und Sony befinden, der gemeinsame Umsatz betrug fünf Milliarden US-Dollar.Arndt Ohler, Birgit Jennen: Krise zwingt BMG in Ehe mit Sony. In: Financial Times Deutschland. 7. November 2013, S. 1. Sony Music Entertainment war zuvor das zweitgrößte, BMG das fünftgrößte Musiklabel der Welt. Beobachter werteten den Zusammenschluss als notwendige Konsolidierung vor dem Hintergrund sinkender Erlöse, anhaltenden Wettbewerbs in der Branche und der zunehmenden elektronischen Verbreitung von Musik.Bertelsmann und Sony besiegeln Musik-Fusion. In: Börsen-Zeitung. 13. Dezember 2003, S. 13.Ralf Niemczyk: Sony BMG: Schrumpfkur in den Aufschwung. In: Tagesanzeiger. 30. November 2004, S. 53.

Sony Music Entertainment Japan war vom Joint Venture ausdrücklich ausgenommen, da man dort ein starkes Übergewicht gegenüber BMG hatte.Japan bleibt draußen. In: Der Spiegel. 7. November 2003. Vorstandsvorsitzender von Sony BMG wurde Andrew Lack, während Rolf Schmidt-Holtz die Position des Chairman übernahm.Thomas Schulz: New York, Tokio, Gütersloh. In: Der Spiegel. 10. November 2003, abgerufen am 21. Juli 2014. Im Sommer genehmigte die Europäische Kommission den Zusammenschluss von Sony Music Entertainment mit BMG zunächst,Musikindustrie: EU-Kommission genehmigt Fusion von BMG und Sony Music. In: Spiegel Online. 19. Juli 2004, abgerufen am 21. Juli 2014. jedoch wurde diese Entscheidung später vom Europäischen Gerichtshof wieder aufgehoben.EU-Gericht hebt Fusion von BMG und Sony auf. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 13. Juli 2006, abgerufen am 21. Juli 2014. Die Unternehmen mussten die Fusion daraufhin erneut anmelden, nach Zustimmung der europäischen Kartellbehörden sowie der Federal Trade Commission wurde das Joint Venture im August 2004 abschließend vollzogen.Sony Music und BMG vollziehen Fusion. In: Handelsblatt, 9. August 2004, S. 14. Sony BMG beschäftigte damals insgesamt 9.000 Mitarbeiter und hatte einen Marktanteil von 25,2 Prozent bei CD-Verkäufen.Zweitgrößter Musikriese Sony BMG Music fertig. In: Ostthüringer Zeitung. 9. August 2004.Andreas Cleis: Sony und Bertelsmann spannen zusammen. In: Neue Zürcher Zeitung. 7. November 2013, S. 21.

Mitte 2008 gab Bertelsmann bekannt, sich wieder von Sony BMG zu trennen,Bertelsmann trennt sich von Sony BMG. In: Werben & Verkaufen. 5. August 2008, abgerufen am 21. Juli 2014. nachdem der Umsatz auch in Deutschland über mehrere Jahre eingebrochen war.Bernd Graff: Die Krise der Musikindustrie. In: Süddeutsche Zeitung. 23. August 2008, S. 2. Für einen Kaufpreis von 1,2 Milliarden US-Dollar wurde Sony damit alleinige Gesellschafterin des Unternehmens, das fortan wieder als Sony Music Entertainment firmierte.Hans-Peter Siebenhaar: Bertelsmann macht Musik aus. In: Handelsblatt. 6. August 2008, S. 14. Mit Ariola, Arista und RCA Records befanden sich drei traditionsreiche Labels, die Bertelsmann 1958 gründete beziehungsweise 1979 und 1986 erworben hatte,Musikgeschichte. In: Neue Westfälische. 2. April 2013. vollständig in Besitz von Sony Music Entertainment.Bertelsmann zieht sich weitgehend aus dem Musikgeschäft zurück. In: Die Welt. 6. August 2008, S. 9. Bertelsmann sicherte sich lediglich die Rechte an Aufnahmen von 200 Künstlern vorwiegend europäischer Herkunft, die anschließend in der BMG Rights Management gebündelt wurden, die die Tradition der Marke BMG fortführte.Bertelsmann trennt sich von Musiksparte. In: Handelsblatt. 5. August 2008, abgerufen am 21. Juli 2014. Den Vertrieb wickelte man weiterhin über Sony Music Entertainment ab.Martin Rapp: Bertelsmann trennt sich von Sony-BMG-Beteiligung. In: ChannelPartner. 5. August 2008, abgerufen am 21. Juli 2014.

Künstler mini|Peter Maffay (2008)