Der Verband Jüdischer Journalistinnen und Journalisten e.V. (JJJ) ist ein Berufsverband, der 2024 in Frankfurt am Main gegründet wurde mit dem Ziel, jüdische Journalisten in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu unterstützen und über Antisemitismus aufzuklären.
Gründung Der Verband wurde am 10. November 2024 im Jüdischen Museum in Frankfurt am Main gegründet., RBB Radio Eins, 15. November 2024 Zu den Initiatoren und Gründungsmitgliedern gehörten Susanne Stephan (Focus), Lorenz S. Beckhardt (ARD), Tamara Land (SWR), Katja Garmasch (WDR) und Gerald Beyrodt (WDR). Die Eintragung ins Vereinsregister erfolgte Anfang Juni 2025.
Mitgliedschaft und Finanzierung Neben den je nach persönlichen Umständen zwischen 50 und 120 Euro liegenden MitgliedsbeiträgenSonja Ruf: Verband für jüdische Journalistinnen und Journalisten gegründet, epd-Gespräch auf evangelische-zeitung.de, 26. Dezember 2024 wird der Verein ab 2026 erstmals mit Mitteln aus dem Haushalt des Antisemitismusbeauftragten der Bundesregierung gefördert.
Die JJJ-Mitgliedschaft steht allen Journalistinnen und Journalisten offen, die mindestens einen jüdischen Elternteil haben oder zum Judentum konvertiert sind. Die Mitgliedschaft bei einer demokratischen Partei ist kein Ausschlusskriterium; AfD-Mitglieder werden nicht aufgenommen.
Ziele und Aktivitäten Der Verband will sich in der Medienberichterstattung und im redaktionellen Alltag für Jüdinnen und Juden einsetzen, insbesondere vor dem Hintergrund des Terrorangriffs der Hamas am 7. Oktober 2023, der damit einhergehenden Nahostberichterstattung und des seitdem zunehmenden Antisemitismus in der Gesellschaft.
Der Verband fordert Medien, insbesondere auch ARD-Magazine wie die Tagesschau, auf, mehr redaktionelle Aufmerksamkeit zu üben. Mit einer „distanzierten, sachlichen Argumentation“ sollen Journalisten „weder als Hamas-Propaganda-Verstärker noch als Pressesprecher der Regierung Netanjahu“ auftreten, so JJJ-Vorstandsmitglied Lorenz Beckhardt im Juli 2025 gegenüber dem ver.di-Gewerkschaftsmagazin M – Menschen Machen Medien. Laut Felix Klein, dem Antisemitismusbeauftragten der deutschen Bundesregierung, kann der Verband „journalistische Redaktionen beraten, Schulungen anbieten, rechtliche Expertise liefern und dabei helfen, Vorurteile zu erkennen, bevor sie sich in die Berichterstattung einschleichen“.
Der JJJ weist auch auf durch Zeitdruck und mangelndes Hintergrundwissen entstehende Ungenauigkeiten in der medialen Berichterstattung hin, wie etwa die in einem ARD-Bericht verwendete Formulierung „jüdische Botschaft [in Washington]“ statt „israelische Botschaft“. Die Verleihung des Hanns-Joachim-Friedrichs-Preises an die ARD-Korrespondentin Sophie von der Tann im Dezember 2025 bedauerte der Verband; von der Tanns Nahostberichterstattung lasse vielfach die dem Namensgeber des Preises zugeschriebene Unparteilichkeit vermissen und verbreite wiederkehrende Erzählmuster, „die sich darauf beschränken, Israel als Aggressor darzustellen“.
Weblinks Verband Jüdischer Journalistinnen und Journalisten, Website Ayala Goldmann: Wir sind keine zweite Deutsch-Israelische Gesellschaft: Susanne Stephan über den neuen Verband Jüdischer Journalistinnen und Journalisten, Jüdische Allgemeine, 20. November 2024
Einzelnachweise
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