Udo Kamm (* 1. Februar 1942 in Posen, heute Polen; † 2. September 2022 in Rothenburg (Saale); Stadt Wettin-LöbejünTraueranzeigen für Udo Kamm) war ein deutscher Lehrer, Beamter und Politiker (CDU; CDU der DDR). 1990 gehörte er der letzten Volkskammer der DDR an. Von 2000 bis 2007 war er Präsident des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt.
Leben und Beruf Kamm wuchs als Sohn eines Bauingenieurs (Erich Kamm) und einer Dolmetscherin (Lydia Kamm) auf.
Er selbst beschreibt es so:
"1941, April, Mai, zwei Migranten aus dem BaltenlandIch bin seine Tochter und verfüge über seine Biografie
Im besetzten Polenland haben den Wunsch nach einem zweiten Kind, trotz Krieg, der zweite Weltkrieg tobt, Deutschland giert nach Russland, so sollte es sein, mittenhinein in 1942 werde ich geboren, im Februar wars. 42,43,45, wie lange noch, 6 Jahre Polenland, nichts von Dauer, 2 Frauen, Mutter, Großmutter, 31 Jahre und 65 Jahre, wohin, über die Grenze nach Deutschland, zwischen Posen und Cottbus vielleicht 200 Kilometer, schließlich Finsterwalde, dort war tiefer Krieg, die Ostfront war in Deutschland angekommen und wir Vier mit Frauenpower. Vater in Gefangenschaft, wann kommt er wieder, unvorstellbar, Lebenszeichen vom Roten Kreuz, keine Ahnung wie das die Frauen packten, uns umgaben abgebrannte Häuser, zerschossene Wälder, gerade gut für Brennholz, aber gefährlich, Granaten, u. a. Geschosse, brenzlicher Geruch verblieb in den Städten."
Er wurde 1948 in Finsterwalde Deutschland eigenschult. Der Umzug nach Luckau folgte darauf.
Er selbst beschreibt den nächsten Umzug so:
"Es muss im Frühjahr 1951 gewesen sein, als ein Gespann aus LKW und Möbelwagen auf dem Marktplatz in Luckau hielt. Binnen eines Tages wurde gepackt und noch am Abend desselben Tages fuhren wir in Richtung Leuna. Schließlich hielt das Fahrzeug in Bad Dürrenberg."
Nach dem Abitur 1960 studierte er Biologie und Chemie auf Lehramt an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena, das Studium schloss er mit dem Staatsexamen ab.
Sportlich war er in diesen Zeiten leidenschaftlicher Geher auf den Distanzen bis 50 km. Er spiele Basketball und war Langläufer und leidenschaftliche Bewegungsmensch.
Er heiratete am 27. Juli 1963 Brigitte Kamm geb. Patzschke aus Bad Dürrenberg, zweite Tochter der Kolinalwarenhändlerin Ilse Patzschke geb. Sachse.
Als Lehrer unterrichtete er an der POS "Friedrich Engel OS" Bad Dürrenberg und der EOS Ernst Haeckel in Leuna. In Leuna war er zudem als unfreiwilliger Betriebschemiker tätig. Nach einem Fernstudium an der Pädagogischen Hochschule Potsdam erlangte er den Abschluss als Diplom-Lehrer für Biologie und lehrte an der Friedrich-Engels-Oberschule in Bad Dürrenberg.
Am im Frühling 66 wurde seine erste Tochter Christiane Kamm (heute Christiane Kamm Al Azzawe) geboren. Im Winter 1971 seine Tochter Annedore Kamm (heute Annedore Linder).
Ab 1974 er selbst schreibt: "Die CDU hatte mir ein Mandat in der Kreisverwaltung des Landkreises Naumburg angeboten. Als Mitglied des Rates sollte ich Verantwortung für die Örtliche Versorgungswirtschaft übernehmen."
Ab 1977: " Das Interesse am kirchlichen Leben strahlte auch aus auf mein Engagement in meiner Kirchgemeinde Sankt Laurentius zu Keuschberg in Bad Dürrenberg. Hier wurde ich zum Vorsitzenden des Gemeindekirchenrates gewählt und konnte in einer sehr schwierigen Zeit Einfluss auf die Gestaltung des Gemeindelebens nehmen."
Kamm schloss ein postgraduelles Fernstudium an der Humboldt-Universität Berlin im Fach Jura an, das er als Jurist im Verwaltungsrecht abschloss. Er war hauptamtlich in der Verwaltung und der CDU tätig, zeitweise war er stellvertretender Chefredakteur der Tageszeitung Der Neue Weg. Von 1984 bis 1988 war er Aspirant an der Martin-Luther-Universität in Halle, dort promovierte er zum Dr. agr. und war danach als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Sektion Pflanzenproduktion im Bereich Standortkunde angestellt.
Nach der Wiedervereinigung wurde Kamm 1991 zum Abteilungsleiter im Umweltministerium des Landes Sachsen-Anhalt berufen, zunächst als Ministerialrat, später stieg er zum Ministerialdirigenten auf. Am 2. August 2000 ernannte ihn Staatssekretär Lutz Trümper zum Präsidenten des Landesamtes für Umweltschutz.Dr. Udo Kamm zum neuen Präsidenten des LAU ernannt. Pressemitteilung des Ministeriums für Raumordnung, Landwirtschaft und Umwelt. 2. August 2000, abgerufen am 25. November 2024. Das Amt hatte er bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2007 inne.
Kamm war verheiratet und Vater von zwei Kindern. Seine lange Reise wurde für ihn von Riga über Posnan nach Deutschland als Kind und der Ankunft in der Heimat Bad Dürrenberg als Erwachsener weiter – über Wohnungen in Halle (Saale) und zuletzt in Rothenburg (Saale), wo er in seinem Haus verstarb, gezeichnet.
Politik Bei der Volkskammerwahl 1990 kandidierte Kamm auf Listenplatz 4 der Wahlkreisliste der CDU im Wahlkreis Halle. Ihm gelang die Wahl in die Volkskammer, in der er der CDU/DA-Fraktion angehörte. Im April 1990 wurde er parlamentarischer Geschäftsführer der Fraktion. Das Amt gab er im Mai wieder ab und wurde erster stellvertretender Vorsitzender der Fraktion. Das Amt hatte er bis zur Auflösung der Volkskammer zum 2. Oktober 1990 inne.
2016 wurde Kamm für seine 50-jährige Mitgliedschaft in der CDU geehrt.Langjährige Mitgliedschaft – Wir gratulieren. In: Union im Saalekreis – Mitgliederzeitung der CDU Saalekreis, Ausgabe März 2016, S. 20, abgerufen am 25. November 2024 (PDF).
Literatur Kennzeichnung von klimatologischen Elementen auf der landwirtschaftlichen Nutzfläche der AIV Querfurt in Beziehung zu agrotechnischen Massnahmen und Ertragsentwicklung bei Winterweizen (Promotion 1988)
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Einzelnachweise
Kategorie:Abgeordneter der Volkskammer Kategorie:CDU-Mitglied Kategorie:Ministerialdirigent (Sachsen-Anhalt) Kategorie:Ministerialrat (Sachsen-Anhalt) Kategorie:Geboren 1942 Kategorie:Gestorben 2022 Kategorie:Deutscher Kategorie:DDR-Bürger Kategorie:Mann