Der Schach-Weltpokal 2025 (offiziell: FIDE World Cup 2025) war die 13. Austragung des Schachturniers der Weltschachorganisation FIDE und fand vom 31. Oktober bis 27. November 2025 statt. Nachdem die FIDE im Juli 2025 bereits Indien als austragendes Land bekannt gegeben hatte, wurde Ende August schließlich Goa als Austragungsort bestimmt. Veranstaltungsstätte ist das Resort Rio in Arpora. Die drei Besten, und zwar der Usbeke Javohir Sindarov, der Chinese Wei Yi und der Russe Andrei Jessipenko, qualifizierten sich für das Kandidatenturnier zur Schachweltmeisterschaft 2026.
Ablauf und Organisation Preisgeld und Setzliste An dem Turnier, das im K.-o.-System ausgetragen wurde, nahmen – wie schon beim Weltpokal 2023 – 206 qualifizierte Spieler der Weltspitze teil. Die 50 bestgewerteten Spieler nach Setzliste erhielten dabei ein Freilos für die erste Runde. Das Preisgeld belief sich insgesamt auf zwei Millionen US-Dollar. Die ausgeschiedenen Spieler der jeweiligen Runde erhielten ein Preisgeld gemäß folgender Verteilung: Runde Teilnehmerzahl Preisgeld 1. Runde 156 Spieler 3.500 $ 2. Runde 128 Spieler 7.000 $ 3. Runde 64 Spieler 11.000 $ 4. Runde 32 Spieler 17.000 $ Achtelfinale 16 Spieler 25.000 $ Viertelfinale 8 Spieler 35.000 $ Halbfinale 4 Spieler 4. Platz: 50.000 $3. Platz: 60.000 $2. Platz: 85.000 $Sieger: 120.000 $ Spiel um Platz 3Finale 2 Spieler2 Spieler Die Setzliste ergab sich aus der FIDE-Weltrangliste im Oktober 2025, wobei der amtierende Weltmeister automatisch auf den ersten Platz gesetzt wurde. Die Paarungen der ersten Runde wurden ermittelt, indem fortlaufend der höchstgesetzte Spieler gegen den Letztplatzierten der Setzliste angesetzt wurde. Dieses Muster setzte sich auch in den weiteren Runden fort, wobei für die Paarungen stets die Position des höhergesetzten Teilnehmenden angenommen wurde, auch wenn dieser das Duell verloren hatte.
Zeitkontrolle und Tie-Break Jedes Match wurde als Mini-Zweikampf ausgetragen. Zunächst wurden zwei Partien mit klassischer Zeitkontrolle gespielt, d. h. 90 Minuten für die ersten 40 Züge, gefolgt von 30 Minuten für den Rest der Partie. Zusätzlich gab es einen Zeitzuschlag von 30 Sekunden ab dem ersten Zug. War das Match nach zwei Partien nicht entschieden, wurde ein Tie-Break notwendig. Falls nach zwei Partien im jeweiligen Zeitformat kein Sieger gefunden wurde, folgten zwei Partien im nächsten Format. 15 Minuten + 10 Sekunden Inkrement pro Zug 10 Minuten + 10 Sekunden Inkrement pro Zug 5 Minuten + 3 Sekunden Inkrement pro Zug 3 Minuten + 2 Sekunden Inkrement pro Zug
Stand es danach immer noch Unentschieden, folgte eine letzte Armageddon-Partie.
Im Turnier galt zusätzlich die Sofia-Regel, was bedeutete, dass ein Remis vor dem 30. Zug von Schwarz nur durch Stellungswiederholung oder Patt reklamiert werden konnte. Sonst war eine Vereinbarung der Spieler zum Remis erst nach dem 31. Zug möglich.
Zeitplan Jede der acht Runden gliederte sich auf bis zu drei Tage: An den ersten beiden Tagen einer Runde wurden die beiden regulären Partien ausgespielt; am dritten Tag folgte gegebenenfalls das Tie-Break. Nach der dritten Runde und dem Viertelfinale (sechste Runde) erfolgte jeweils ein Ruhetag. 1. bis 3. November: Runde 1 4. bis 6. November: Runde 2 7. bis 9. November: Runde 3 11. bis 13. November: Runde 4 14. bis 16. November: Achtelfinale 17. bis 19. November: Viertelfinale 21. bis 23. November: Halbfinale 24. bis 26. November: Finale und Spiel um Platz 3
Qualifikation Die Qualifikationspfade der 206 Plätze gliederten sich in verschiedene Bereiche. Zum einen waren die amtierenden Weltmeister der offenen Meisterschaft, der Frauen und der Junioren automatisch qualifiziert, ebenso wie die vier Halbfinalisten des letzten Weltpokals. Insgesamt 100 Plätze (ursprünglich 80) wurden über Kontinentalmeisterschaften und Turniere in den festgelegten Zonen besetzt. Wie viele Plätze jede Weltregion vergeben durfte, richtete sich dabei unter anderem nach der kontinentalen Verteilung unter den acht besten Junioren und den Top 60 der FIDE-Weltrangliste im Januar 2024, wobei jedem Kontinent ein Grundkontingent von drei Plätzen zustand. In Europa wurden so 41 Plätze (ursprünglich 30) besetzt, Asien/Ozeanien wurden 35 Plätze zuteil, aus (Gesamt-)Amerika konnten sich 21 Spieler (ursprünglich zwölf) qualifizieren, und bei den Afrikameisterschaften wurden drei Teilnehmer bestimmt. Mindestens 13 Spieler, die sich nicht über die kontinentalen Wettbewerbe qualifizieren konnten, sollten sich über die FIDE-Weltrangliste im Juni 2025 qualifizieren. Bis zu 100 Qualifikationsplätze sollten anschließend über nationale Verbände entsprechend der Abschlusstabelle der Schacholympiade 2024 vergeben werden, wobei Mitgliedern der jeweiligen Olympiadenmannschaften Vorrang galt. Ein Teil dieser Plätze konnte von den Kontinenten jedoch auf die kontinentalen Wettbewerbe umverlagert werden, wovon in Amerika und Europa Gebrauch gemacht wurde, wodurch schließlich noch 80 Plätze auf die Olympiadenteams entfielen. Letztlich waren vier Plätze für Nominierungen durch den FIDE-Präsidenten und zwei Plätze für Nominierungen des Organisators vorgesehen. Durch Verzichte qualifizierter Spieler – so verzichteten etwa die Weltmeisterin der Frauen Ju Wenjun und die letztmaligen Halbfinalisten Magnus Carlsen und Fabiano Caruana – erhöhte sich die Zahl der Spieler, welche sich über die Weltrangliste qualifizierten oder vom FIDE-Präsidenten eine Wild Card erhielten.
Sofern nicht anders gekennzeichnet, handelt es sich bei den folgenden Spielern um Großmeister. Insgesamt nehmen 158 Großmeister, 32 Internationale Meister (IM), neun FIDE-Meister (FM), sechs Candidate Master (CM) und ein Spieler ohne Titel am Weltpokal teil.
Qualifikationspfad Teilnehmer amtierender Weltmeister D. Gukesh Halbfinalisten des Schach-Weltpokals 2023 U20-Juniorenweltmeister 2024 Qasybek Nögerbek Schach-Europameisterschaft 2024 Schach-Europameisterschaft 2025 European Small Nations Individual Championship (Zone 1.10) Igor Efimov Panamerikanische Schachmeisterschaft 2024 Panamerikanische Schachmeisterschaft 2025 US Chess Championship 2024 (Zone 2.1) Kanadische Meisterschaft 2024 (Zone 2.2) Shiyam Thavandiran (IM) Zone 2.3 Sion Radamantys Galaviz Medina (IM; Subzonal 2.3.1) Ángel Gabriel Córdoba Roa (IM; Subzonal 2.3.2) Orlando Husbands (IM; Subzonal 2.3.3) Zone 2.4 Zone 2.5 Asiatische Schach-Einzelmeisterschaft 2025 Zone 3.1 Zone 3.2 Reja Neer Manon (IM) Zone 3.3 Zone 3.4 Zone 3.5 Zone 3.6 Temur Kuybokarov Indische Meisterschaft 2024 (Zone 3.7) Russische Meisterschaft 2024 (Zone 3.8) Afrikameisterschaft 2024 Bassem Amin Afrikameisterschaft 2025 FIDE-Weltrangliste Juni 2025 Nominierungen durch nationale Verbände Nominierung durch den FIDE-Präsidenten Nominierung durch den Organisator
Turnierverlauf Die erste Runde fand wie in den beiden vorherigen Ausgaben ohne die 50 besten Spieler der Setzliste statt. Die deutschen Spieler waren in ihren Duellen der ersten Runde jeweils stark favorisiert. Frederik Svane gewann nach dem Nichterscheinen seines Gegners an Tag 1 die zweite Partie; Niclas Huschenbeth setzte sich nach einem kurzen Remis in der ersten Partie am zweiten Tag siegreich durch; Rasmus Svane reichte nach einem Auftaktsieg ein Remis; Alexander Donchenko und Dmitrij Kollars gewannen jeweils beide Partien. Auch der Österreicher Felix Blohberger setzte sich am zweiten Tag in seiner Partie mit Weiß durch und vermied so die Tie-Breaks am dritten Tag. In diesen setzten sich unter anderem der Juniorenweltmeister Qasybek Nögerbek und der erst zwölf Jahre alte Faustino Oro mit jeweils 5:3 durch. Divya Deshmukh als einzige Frau im Teilnehmerfeld schied nach zwei Niederlagen aus.
Nach dem Einstieg der 50 bestgesetzten Spieler in der zweiten Runde waren diese und die dritte Runde von dem Ausscheiden vieler Favoriten geprägt. So verlor etwa der zweimalige Weltmeisterherausforderer Jan Nepomnjaschtschi überraschend die zweite Partie gegen Diptayan Ghosh und auch Hans Moke Niemann schied bereits in der zweiten Runde des Turniers aus. Unglücklich erwies sich das Ausscheiden von Wesley So. Der US-Amerikaner gab die zweite Partie nach 71 Zügen auf; theoretisch wäre es jedoch noch möglich gewesen, die Stellung zu einem Remis zu verteidigen. Selbst R. Praggnanandhaa, Dritter der Setzliste, war gegen den Australier Temur Kuybokarov in Bedrängnis geraten, konnte aber eine Niederlage im Tie-Break erfolgreich kontern und sich schließlich durchsetzen. Nodirbek Abdusattorov verlor in der dritten Runde beide Partien gegen José Martínez; Şəhriyar Məmmədyarov unterlag Nils Grandelius. In einem hart umkämpften Match musste Maxime Vachier-Lagrave über die volle Distanz gehen, bevor er in der Armageddon-Partie seinen Gegner Wladislaw Artemjew bezwingen konnte. Für zwei weitere Überraschungen sorgten deutsche Spieler. So gelang es Frederik Svane, den amtierenden Weltmeister D. Gukesh mit den schwarzen Figuren zu besiegen und in die vierte Runde vorzurücken. Währenddessen hatte Donchenko sein Duell gegen Anish Giri entschieden, der zuletzt das FIDE Grand Swiss gewann. Insgesamt führte dies dazu, dass es von den zehn besten Teilnehmern nur vier in die vierte Runde schafften. Zu diesen gehörte Vincent Keymer, der beide Runden innerhalb der klassischen Partien entscheiden konnte. Auch Matthias Blübaum erreichte unbeschadet den Einzug in die vierte Runde, wo er auf Donchenko traf. Huschenbeth, Kollars und Blohberger schieden in der zweiten Runde aus; Rasmus Svane unterlag in der dritten Runde gegen Awonder Liang.
In der vierten Runde, in der nur noch 32 Spieler im Turnier waren, mussten mit Keymer, Praggnanandhaa, Rapport und Vachier-Lagrave weitere Favoriten das Turnier verlassen. Vincent Keymer vergab nach zwei soliden Normalpartien eine Siegchance in der ersten Partie des Tie-Breaks und unterlag schließlich durch Fehler im Endspiel der dritten Tie-Break-Partie. Unter den weiteren ausgeschiedenen Spielern war Péter Lékó – mit 46 Jahren ältester Teilnehmer dieser Spielrunde – und Lorenzo Lodici, der als 119. der Setzliste erst in der Armageddon-Partie sein Duell gegen Samuel Sevian verlor. Alexander Donchenko gewann nach einer ausgeglichenen ersten Partie die zweite in klassischer Bedenkzeit gegen Matthias Blübaum. Frederik Svane konnte sich im Tie-Break gegen den Armenier Schant Sargsjan durchsetzen.
Im Achtelfinale (fünfte Runde) schied Frederik Svane nach einer Niederlage in der ersten und einem Remis in der zweiten Partie gegen Javohir Sindarov aus Usbekistan aus. Alexander Donchenko konnte sich hingegen nach zwei Remisen in der klassischen Bedenkzeit in einem über sechs Partien gehenden Tie-Break gegen Lê Quang Liêm durchsetzen und wurde damit der einzige Deutsche, der ins Viertelfinale einzog. Das Diagramm zeigt die Stellung am Ende der letzten Partie, in der Donchenko dank einer Taktik einen Turm gewinnt.
Im Viertelfinale bezwang Wei Yi den zweitgesetzten Erigaisi Arjun im Tie-Break. Zuvor hatte Erigaisi in der zweiten Partie eine vorteilhafte Stellung nicht verwerten können. Auch für den letzten im Turnier verbliebenen Deutschen, Alexander Donchenko, war im Viertelfinale Endstation.
Im Halbfinale traten Javohir Sindarov und Nodirbek Yoqubboyev aus Usbekistan sowie Andrei Jessipenko und Wei Yi gegeneinander an. Nach ausgeglichenen Partien mit klassischer Bedenkzeit entschieden die Schnellschach-Partien die Begegnungen. Sindarov besiegte seinen Landsmann Yoqubboyev in der ersten Schnellschachpartie; ein Remis in der zweiten Partie reichte ihm zum Weiterkommen. In der anderen Begegnung endete die erste Schnellschachpartie remis, woraufhin Jessipenko in der zweiten Partie einen Vorteil erlangte. Wei Yi stand nach dem 55. Zug, den er mit nur einer Sekunde Restbedenkzeit ausführte, in einer verlorenen Stellung. Jedoch verlor Jessipenko zwei Züge später, ebenfalls in Zeitnot, überraschend einen Turm und gab die Partie daraufhin auf.