Martin Melchior Michael Steidl (* 10. November 1657 in Innsbruck; † 4. August 1727 in München) war ein Tiroler Maler und Freskenmaler. Er gilt als ein bedeutender Vertreter der Freskomalerei seiner Zeit.
Leben Melchior Steidl wurde als Sohn des erzherzoglichen Kammerdieners und Leibbarbiers Christoph Steidl und dessen Frau Sabina Prezon in Innsbruck geboren. Er war das fünfte von sieben Kindern der Familie. Über seine Lehrjahre ist wenig bekannt, doch arbeitete er später als Geselle bei Johann Anton Gumpp in München, einem Schüler des Innsbrucker Malers Egid Schor. Gumpp führte Steidl in die Freskotechnik ein, insbesondere in das sogenannte Cortona-System, das das Hauptbild in einen gemalten architektonischen Rahmen setzt.
1687 erlangte Steidl die Meistergerechtigkeit in München und trat der dortigen Malerzunft bei. Im Jahr darauf heiratete er Susanna Dobries, die Tochter eines Malers aus Brixen, und führte die Werkstatt ihres verstorbenen Vaters fort. Aus dieser Ehe gingen fünf Kinder hervor. Nach dem Tod seiner ersten Frau heiratete Steidl zwei weitere Male. Sein Wohnsitz in der Münchner Pfistergasse, den er 1711 erwarbMünchen, Häuserbuch, Graggenauer-Viertel, S. 238, Pfisterstraße 4 - Haus B, 7. März 1712 Steidl: Maria Anna, Maria Theresia, Franz Joseph Melchior, Kinder des Steidl Melchiors, Maler, Ehegatte der Steidl Maria Susanna, dessen bereits verstorbene 1. Ehefrau, durch Erbschaft. Das Haus geht dann im selben Jahr durch einen Vergleich, an Steidl Melchior über. Die Erben verkaufen das Haus im Jahr 1730. Das Anwesen bestand bis 1894. blieb bis zu seinem Tod sein Zuhause.
Werk mini|Deckenfresko in der Stiftsbasilika Sankt Florian mini|Deckenfresko im Kaisersaal des Stifts Kremsmünster mini|Banz, Klosterkirche Steidl begann seine Karriere mit der Zusammenarbeit mit Johann Anton Gumpp, unter anderem bei den Fresken der Stiftskirche St. Florian in Oberösterreich (1690–1695). Sein Schaffen umfasst eine Vielzahl von Werken in Österreich, Bayern und darüber hinaus.
Eine Übersicht der Arbeiten nach Region:
Oberösterreich: Fresken in der Stiftskirche und Sakristei von Stift Sankt Florian, im Kaisersaal von Stift Kremsmünster (1696 und 1697), sowie in den Gewölben des Stift Lambach (1697). Bayern: Fresken im Kaisersaal des Oberen Schlosses in Arnstorf (1715), gut erhalten, sowie Werke in der Karmelitenkirche in Straubing (1702) und im Obermünster in Regensburg (1704). Franken: Fresken in Würzburg (1706), Bamberg (1707–1709), Schloss Weißenstein 1714 und Kloster Banz (1716). Hessen: Seitenschiffskuppelzwickel im Fuldaer Dom (1712/13), Deckenfresko des Fürstensaals im Fuldaer Stadtschloss (1712/13)
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Maler des Barock Kategorie:Freskant Kategorie:Geboren 1657 Kategorie:Gestorben 1727 Kategorie:Mann