Straße der Verdammnis (Originaltitel: Damnation Alley) ist ein US-amerikanischer postatomarer Endzeitroman von Roger Zelazny aus dem Jahr 1969. Das Buch wurde unter dem gleichen Namen stark abgewandelt verfilmt und lief 1977 in den Kinos an.
Hintergrund Der Krieg Vor fast 30 Jahren gab es einen verheerenden Atomkrieg. Alte Geschichten berichten von dem Tag als die Atomraketen herunterkamen und bis auf den äußersten Nordosten und Südwesten der USA alles vernichtet hatten. An dem Tag erwachten auch die Stürme, die Wolken verschwanden und der Himmel hatte sein Blau verloren. Der Himmel verdunkelte sich drei Tage lang. Die Funkgeräte hatten aufgehört zu funktionieren. Der Panamakanal war verschüttet worden. Die wenigen verbliebenen Flugzeuge konnten nicht mehr fliegen.
Die Welt Die Umwelt nahm durch den Krieg massiv Schaden. Radioaktive Strahlung findet sich in ausgebombten Städten. Es kam teils zu Vulkanismus. Auch ist das Wetter und die Sicht völlig verändert worden. Stürme können tagelang anhalten. Seit dem Krieg herrscht in höheren Luftschichten ein enorm starker Wind. Er reißt Bäume heraus, legt Gebäude in Trümmer und reißt sogar Berggipfel ab. Somit ist Lufttransport eine Sache der Vergangenheit geworden. Windhosen saugen tonnenweise Staub, Sand, Geröll, Schutt und Getier auf, das um die Welt wirbelt und bildet schwarze Streifen am Himmel. Irgendwann wenn es sich verdichtet, regnet es als Hagelschlag herab. Die Winde hören niemals auf und schwächten sie sich nie ab. Der Himmel ist violett, zeigt auch blaue Nordlichter und es gibt grüne Sonnenuntergänge. Der Mond scheint rosa bis rötlich. Sterne sind nur noch schwache Lichtpunkte. Niemand weiß alles über die mutierte Tierwelt, da sie sich immer noch schnell verändert. So gibt es tödliche Riesenechsen, Riesenschlangen, Riesenlurche, Riesenfledermause, Riesenspinnen, Riesenschmetterlinge aber auch noch normale Tiere wie Bisons, Präriewölfe, Wildhunde und Vögel. Auch die Pflanzenwelt mutierte zum Teil.
Die Seuche Ein Bote namens John Brady erreichte Los Angeles im Staat Kalifornien und berichtete von einer schlimmen Epidemie, die im Staat Massachusetts in der Region von Boston wütet und viele Todesopfer fordert. Die USA zerfiel und Boston ist die einzige andere Nation neben Kalifornien auf dem Kontinent. Vielleicht auf der ganzen Welt. Genau weiß es niemand. Er kam schwer verletzt an und starb. Man musste Boten aussenden, da man wegen den Störungen nicht mehr von Küste zu Küste funken kann. Er war der einzige von sechs Fahrern der durchkam. Der Präsident von Boston, Franklin Harbershire hofft, dass seine Boten durchgekommen sind und Hilfe unterwegs ist. Währenddessen nehmen dort die Plünderungen zu. Die Polizei erschießt die Plünderer, bekommt aber wegen des Ausmaßes der Todesfälle die Anweisung sie möglichst lebend festzunehmen. Leichen müssen verbrannt werden. Es herrscht Quarantäne. Die Geschäfte laufen schlecht. Es kam zu einigen Selbstmorden unter den Infizierten, da sie keinen qualvollen Tod sterben wollten. Kalifornien hatte vor 20 Jahren ebenfalls eine Epidemie und man entwickelte die „Haphikinspritze“ und legte einen Vorrat davon an. Es kann auch jederzeit neues Antiserum produziert werden. In Boston taten sie es jedoch nie, was ihnen jetzt zum Verhängnis wird.
Hell Tanner Die Hauptfigur ist der 25-jährige Hell Tanner, der letzte Überlebende und zugleich ehemalige Anführer der Hells Angels von Pasadena in Kalifornien. Er ist das siebte Kind der Familie. Als die Krankenschwester seinen Vater nach der Geburt fragte, wie er heißen soll, sagte er bloß „Hell!“ (im Sinne von „zur Hölle!“) und sie notierte den Ausruf als Namen. Direkt darauf verließ der Vater seine Familie. Seine Mutter starb und die Kinder kamen alle bei Verwandten unter. Hell geriet schon früh auf die schiefe Bahn. Mit 16 Jahren wurde er Mitglied der Hells Angels in Pasadena. Bereits mit 19 wurde er ihr Anführer. Sie hatten ihr Zuhause in einer verlassenen Villa an der Küste. Sie beherrschten die Küste. Hell tötete Männer, vergewaltigte Frauen und wurde mehrmals als Drogenhändler und Zuhälter verurteilt. Er stahl, raubte und erpresste. Er und seine Gang terrorisierten die Leute, die sich nach dem Krieg wieder etwas aufbauen wollten. Als er bei seiner damaligen Freundin war, lauerte ihm die Polizei auf, er tötete drei Polizisten und wurde verhaftet.
Handlung Hell sitzt im Gefängnis ein. Anstatt zum Tod wurde er zu lebenslanger Zwangsarbeit im Steinbruch verurteilt. Jedoch bot man ihm aus der Not heraus eine Begnadigung an, wenn er es schaffen würde mit einem bewaffneten Hilfskonvois Boston zu erreichen und Kisten mit dringend benötigtem Antiserum abzuliefern. Als Hell vor dem hochriskanten Auftrag eigentlich seine Angelegenheiten regeln sollte, wollte er sich auf seinem Motorrad verdrücken, da er ihn – nicht ohne Grund – für ein Himmelfahrtskommando hält. Jedoch wurde er von der Polizei wieder festgenommen und Denton, dem Verkehrsminister des Staates Kalifornien vorgeführt. Die Wahl für den Auftrag fiel auf ihn, da er ein besonders guter Fahrer ist und jedes Fahrzeug beherrscht. Auch an Rennen nahm er teil und schmuggelte monatlich Waren nach Salt Lake City, was bis heute nur sehr wenige Fahrer versuchen würden. Auch hatte er eine legitime Anstellung als Postfahrer nach Albuquerque und war der Einzige der die Route übernahm. Zudem fuhr er Post nach Seattle, wofür ihm ein gutes Arbeitszeugnis ausgestellt wurde. Nur darum ist man so nachsichtig mit ihm, auch wenn Denton ihn am liebsten in der Gaskammer sehen würde. Er hat die besten Chancen nach Boston durchzukommen. Hell muss sich nun entscheiden und falls ja binnen einer Stunde losfahren, da sie sich keinen Verzug mehr leisten dürfen. Er willigt ein, fordert aber einen schriftlichen Begnadigungserlass. Hell bekommt noch die eindringliche Warnung, dass falls er unterwegs wieder versucht zu fliehen, die anderen Fahrer ihn erschießen dürfen. Er sie umgekehrt aber ebenfalls.
Der Plan ist drei schwer bewaffnete Radpanzerwagen mit jeweils zwei Fahrern loszuschicken, die den Impfstoff nach Boston transportieren sollen. Es sind stark umgebaute Panzerspähwagen. Die zehn Meter langen Radpanzerwagen verfügen jeweils über acht Räder, eine Reihe ausfahrbare Stahlsicheln an den Reifen, verstärkte Panzerung, Abschirmung gegen Radioaktivität, Geigerzähler, Außenbildschirme, Funkausrüstung, Außenlautsprecher, Radar, Teleskop, Infrarotokulare, Scheinwerfer, Magnesiumfackeln, Kompass, Feuerleitgerät, Maschinengewehre, Flammenwerfer, Granatwerfer und eine Raketenwerferbatterie. Auch sind jeweils zwei zusammenklappbare Motorräder, sowie Gewehre, Pistolen, Handgranaten und Munition an Bord. In der Tiefgarage wird Hell zu den drei Wagen geführt und trifft auf die anderen fünf Fahrer. Sie alle sind vorbeugend gegen die Seuche geimpft worden. Unter ihnen findet er seinen Bruder Denny vor, der für den Auftrag 50.000 $ geboten bekam. Denny erklärt seinem Bruder, dass er mit dem Geld vor hat seine Freundin zu heiraten und er ein Haus kaufen möchte. Hell sagt ihm, dass es für ihn keinen anderen Ausweg gibt und will es seinem Bruder ausreden, da er nicht will, dass er sich dieser Gefahr aussetzt. Er verrät ihm leise sein Geld- und Drogenversteck, dessen Inhalt er ihm überlässt. Dann verprügelt Hell seinen Bruder und bricht ihm dabei einige Rippen, damit er als Fahrer ausfällt. Die Polizei greift ein, leistet Denny Erste Hilfe und ruft einen Arzt herbei. Hell wird es notgedrungen gestattet alleine seinen Panzerwagen zu fahren. Hell kennt die Route, da er sie als Schmuggler nutzte, um Waren zu den Mormonen zu fahren. Seine Begleiter jedoch nicht.
Sie fahren nachts inmitten eines starken Unwetters los und folgen der Fernstraße so gut es geht. Sie durchfahren unwegsames Gelände, starke Unwetter und herabfallende Felsbrocken. Hell erspäht einen Riesenlurch und sie müssen Strahlungsnester ausweichen und fahren durch eine Landschaft, in der der Wüstensand durch Atomwaffen zu einer glasigen Oberfläche schmolz. Als sie den Sturm passieren, sieht Hell im Scheinwerferlicht eine acht Meter große Riesenfledermaus. Sie attackiert den Konvois und wird von Hells nachfolgenden Wagen beschossen und verscheucht. Die Strecke nennt sich Straße der Verdammnis. Für Hell beginnt sie jedoch erst in der Gegend die einmal Colorado war. Dorthin ist er schon oft gefahren. Als sie immer noch in der Nacht durch eine Ruinenlandschaft fahren, die einmal Nevada war, stößt er auf eine 30 Meter lange Riesenschlange und lässt sie passieren. Als sie später auf ein Hindernis in Form dichter Vegetation treffen, brennen sie sie mit dem Flammenwerfer weg und schlagen so eine Schneise hinein, während sie vierbeinige pelzige Kreaturen davonlaufen sehen. Sie durchqueren die offene Wüste und sichten erneut Riesenfledermäuse. Wieder zieht ein Unwetter herauf und eine riesige Wolke entleert sich mit einem Regensturz wie ein Wasserfall. Als sich die Wolke aufgelöst hat, findet er einen toten Hai, Fische, Seetang und Treibholz vor. Sie passieren in der Wüste Staubstürme und Präriewölfe. Als Hell gerade einen Krater passiert, stößt er auf ein Gilatier; eine riesige Eidechse, die größer als sein Wagen ist. Alle Fahrzeuge eröffnen das Feuer und eine Rakete trifft das Tier. Hell springt aus dem Wagen und schießt mit dem Gewehr auf den Kopf des Tieres. Das Gilatier kracht auf einen der Wagen und stirbt. Der Fahrer Mike wurde dabei getötet. Sein Mitfahrer Greg überlebte. Deren Wagen wurde zu stark beschädigt und verliert Benzin. Anstatt Mike zu begraben, zündet Hell die Benzinlache an, wobei das Wrack explodiert. Hell wollte die Anderen bei der Aktion umbringen und sich aus dem Staub machen, was misslingt. Er wird vom anderen Fahrer Marlowe wütend mit dem Gewehr bedroht und Hell fährt schließlich mit Greg weiter.
Greg sagt, dass falls sie es nicht schaffen, könnte die Bevölkerung des Kontinents halbiert werden. Hell erzählt Greg, dass er bereits weiter im Osten war, bis hin zum Mississippi. Jedoch versperrten Autowracks die Brücke von St. Louis. Er wollte sich damals die Gegend ansehen. Er fand jedoch bloß abgebrannte Städte, große Atombombenkrater, verrückte Tiere und ein paar Leute vor. Als Greg ihn erstaunt nach den anderen Leuten fragt, sagt Hell, dass es alles wilde und verdrehte Leute sind. Sie laufen in Lumpen, Fellen oder sogar auch nackt herum. Sie bewarfen ihn mit Steinen und er erschoss einige von ihnen, worauf sie von ihm abließen. Das ist fünf bis sechs Jahre her, als er noch keine 20 Jahre alt war. Er wollte mit ein paar Kumpel wieder dorthin und Frauen entführen, aber sie bekamen Angst und es wurde nichts daraus. Als Greg fragt, was sie mit ihnen wollten, meinte er, dass sie sie vergewaltigen und verkaufen wollten, was Greg erschüttert. Vor der Großen Razzia hat er hin und wieder an der „Barbarenküste“ Menschen verkauft. Bei der Großen Razzia brachten aufgebrachte Bürger als Mob in Selbstjustiz Kriminelle um. Zu dieser Zeit war er gerade im Gefängnis. Er wurde rehabilitiert und Postfahrer. Greg erzählt ihm, dass er nach der Fahrt wieder nach Kalifornien zu seiner Familie und Freundin will, die er versorgt. Als Greg ihm erzählt, dass er seinen alten Job als Postfahrer nach Albuquerque bekommen hat, ist dieser beeindruckt, da er ebenfalls ein guter Fahrer sein muss. Er überlässt ihm das Steuer bis zur Nacht. Sie berechnen, das sie noch vor dem Morgen in Salt Lake City ankommen. Greg weicht auf der Fahrt einigen Riesenschlangen aus, während Hell sich fragt, wo der Bote über den Mississippi rübergekommen ist. Sie treffen auf tausende Riesenfledermäuse.