mini|hochkant|alt= Graustufen-Porträt von Eugenie Foa, das sie von der Taille aufwärts zeigt. Sie trägt ein schulterfreies Kleid mit Puffärmeln und Handschuhen, die über die Handgelenke hinausreichen. Ihr Haar scheint zu einer Hochsteckfrisur gestylt zu sein. Der Hintergrund ist schlicht, und am unteren Rand des Bildes steht der Text "Georgina Fox".|Eugénie Foa Eugénie Foa (geb. 12. Juni 1796 in Bordeaux; gest. 3. Mai 1852 in Paris) (geboren als Esther-Eugénie Rodrigues-Henriques) war eine französische Schriftstellerin, die unter dem Namen ihres Mannes schrieb, aber zeitweise das Pseudonym Miss Maria Fitz-Clarence und Edmond de Fontanes benutzte. Foa war die erste Jüdin, die von ihrer schriftstellerischen Tätigkeit leben konnte. Sie ist hauptsächlich für ihre Kinderbücher bekannt.

Leben Foa war die Tochter eines Bankiers, Alexander Isaac Rodrigues-Henriques, Leiter der Bank Les Fils d’A. Rodrigues. Ihre Mutter, Esther Gradis, stammte aus einer Familie von Reedern aus Bordeaux, die mit den französischen Kolonien Handel trieben. Eugénie Foa war eine sephardische Jüdin portugiesischer Abstammung.archivesnationales.culture.gouv.fr (PDF; 0,4 MB) auf archivesnationales.culture.gouv.fr Ihr Vater, Isaac Rodríguez Henríquez, war der Leiter der Familienbank und Mitglied des Großen Sanhedrins. Ihre Mutter, Esther Gradis, war die Tochter von David Gradis, einem Philanthropen und Kaufmann, dessen Unternehmen, David Gradis et fils, auf Rüstungsgüter und den Kolonialhandel (vor allem in Westindien und Kanada) spezialisiert war. Beide Eltern gehörten der jüdischen Gemeinde von Bordeaux an. Die Familie zog in den 1810er Jahren nach Paris.

1814 heiratete Eugénie den 21-jährigen Kaufmann Joseph Foa aus Genua. Aber die Ehe war unglücklich und von kurzer Dauer. Dennoch gingen aus der Ehe sechs Kinder hervor. Nachdem ihr gewalttätiger Ehemann sie verlassen hatte, zog Eugénie zurück in ihr Elternhaus in der Pariser Rue Monthalon, wo sie bis zum Tod ihres Vaters im Jahr 1834 lebte.

Um 1842 erblindete Eugénie Foa. (Hier jedoch falscher Todestag 7. Mai.) Sie starb am 3. Mai 1852 „in tiefstem Elend“ und wurde am 5. Mai in Paris beigesetzt.

Familie Foas Familie hinterließ wichtige Spuren in der französischen Kultur des 19. Jahrhunderts. Ihre Schwester war Hanna Léonie Rodrigues Henriquès (1820–1884), eine bekannte Bildhauerin, die 1842 in Paris den Komponisten Jacques-Fromenthal Halévy (1799–1862) heiratete; deren Tochter war Geneviève Halévy Bizet Strauss (1849–1926), die berühmte Salonnière. Eugénies Bruder Jacob Hippolyte arbeitete in der Bank der Familie, schrieb aber auch zahlreiche belletristische Werke und Abhandlungen über die Stellung des Judentums in der modernen Welt. Sie ist eine Cousine des Mathematikers Olinde Rodrigues.

Schriftstellerische Karriere Ihre ersten Romane waren von der romantischen Ästhetik der damaligen Zeit geprägt und stellten meist eine Heldin in den Mittelpunkt, die nach Unabhängigkeit strebte. Sie räumen der jüdischen Kultur einen wichtigen Platz ein und bringen sie der katholischen Leserschaft der Zeit näher. Dafür stehen Werke wie Le Kidouschim (1830), Philippe (1831), Rachel ou L’Héritage (1833) und La Juive: Histoire du temps de la Régence (1835).

Doch erst mit ihren Kinderbüchern – einem damals wenig beachteten Genre, das sie förderte – gelang ihr ein wirklicher Erfolg.

Mehrere ihre Kinderbücher wurden auch ins Englische übersetzt. Foa ist höchstwahrscheinlich die ursprüngliche Autorin der Geschichte über den Helden von Haarlem, die über eine englische Übersetzung in die niederländische Folklore eingegangen ist. Sie schrieb auch Romane und Kurzgeschichten im romantischen Stil, der zu ihrer Zeit in Mode war. Den größten Erfolg hatte sie mit dem Buch Le Petit Robinson de Paris, ou le triomphe de l’industrie. Dieses Buch wurde in Frankreich mindestens sechsmal nachgedruckt. Die Übersetzung ins Englische wurde auch in den Vereinigten Staaten mehrfach gedruckt. Darüber hinaus sind mindestens zwei Übertragungen ins Deutsche nachweisbar.

Die Kinderbücher waren didaktisch angelegt und betonten bürgerliche Tugenden wie Nächstenliebe, Fleiß und religiöse Toleranz. Sie schrieb auch Geschichten, in denen sie sich für die Rechte und Tugenden von unterdrückten Menschen wie Sklaven, Frauen und Blinden sowie von Kindern einsetzte. Die meisten ihrer Kindergeschichten basieren auf fiktiven oder realen Kindheitserlebnissen berühmter Persönlichkeiten, darunter französische Staatsführer (z. B. Napoleon) und Heilige (z. B. St. Genevieve und St. Vincent de Paul).

Im Jahr 1838 gehörte sie zu den Gründungsmitgliedern der Société des Gens de Lettres, einer Vereinigung, der bei ihrer Gründung nur zehn Frauen angehörten. Sie war auch Mitglied der Académie des femmes, eines 1843 gegründeten Kollektivs, das sich ebenfalls dem Schutz von Künstlern und ihren Urheberrechten verschrieben hatte, allerdings mit einem stärkeren Interesse an der Wahrung der Interessen von Schriftstellerinnen.

Auch engagierte sie sich in der feministischen Bewegung. So war sie 1848 zusammen mit Eugénie Niboyet an der Gründung der Zeitschrift La Voix des femmes (Die Stimme der Frauen) beteiligt und schrieb für La Chronique de Paris. Mit ihrer lebhaften Fantasie und ihrer ansteckenden Sensibilität arbeitete sie mit und beteiligte sich an der Gründung neuer Kinderzeitungen wie Le Journal des Demoiselles, La Gazette de la jeunesse und Le Journal des enfants, der ersten Zeitschrift, die sich speziell an junge Leser richtete. Sie schrieb darin unter ihrem Pseudonym Edmond de Fontanes. 1841 brach sie mit ihrer Familie und konvertierte zum Katholizismus, woraufhin sie eine Serie über das Leben der Heiligen schrieb. Sie schrieb Romane und Zeitungsartikel zu einer Vielzahl von Themen, darunter Geschichten über Juden, aber auch über Mode, Literatur und historische Figuren aller Art. Am bekanntesten aber ist sie für ihre Kinderbücher.

Vermächtnis

Veröffentlichungen

Literatur

Elisabeth-Christine Meulsch, Creativity, Childhood and Children’s Literature, or How to Become a Woman Writer: The Case of Eugénie Foa, 1997

Weblinks

Works by Eugénie Foa at Faded Page (Canada)fadedpage.com

Einzelnachweise

Kategorie:Autor Kategorie:Literatur (Französisch) Kategorie:Literatur (19. Jahrhundert) Kategorie:Roman, Epik Kategorie:Kinder- und Jugendliteratur Kategorie:Frauenrechtler (Frankreich) Kategorie:Sephardisches Judentum Kategorie:Franzose Kategorie:Geboren 1796 Kategorie:Gestorben 1852 Kategorie:Frau