Die 31. Deutschen Leichtathletik-Hallenmeisterschaften wurden am 10. und 11. Februar 1984 in der Stuttgarter Hanns-Martin-Schleyer-Halle ausgetragen. Zum fünften Mal trat die Stadt Stuttgart als Ausrichter auf.
Wettbewerbe Gelaufen wurde wie immer seit 1980 auf einer zweihundert Meter langen Rundbahn. Die Sprint- und Hürdensprintstrecke für Frauen und Männer war nach immer wieder unterschiedlichen Distanzen zwischen fünfzig und sechzig Metern – 1959 waren es sogar siebzig Meter – von 1980 an standardisiert auf die Länge von sechzig Metern.
Der Wettbewerbskatalog wies gegenüber den Vorjahren keine Änderungen auf. Ausgemustert blieben weiterhin vier Disziplinen, die zuvor bereits mindestens einmal Teil des Hallenmeisterschaftsprogramm gewesen waren, die mit einer langjährigen Unterbrechung zukünftig allerdings wieder mitaufgenommen werden sollten. Dabei handelte es sich um den 3000-Meter-Lauf der Frauen, das 10.000-Meter-Gehen der Männer, den Siebenkampf der Männer und den Fünfkampf der Frauen.
Das Angebot für Frauen und Männer war über die verschiedenen Bereiche weiterhin nicht ausgeglichen. In der Kategorie Lauf fehlte bei den Frauen neben der Langstaffel, die bei den Männern über 3-mal 1000 Meter ausgetragen wurde, auch eine Langstrecke. Bei den Sprüngen wurden wie bei Freiluftveranstaltungen die Wettbewerbe Stabhoch- und Dreisprung erst in den 1990er-Jahren in das allgemeine Wettbewerbsprogramm für Frauen aufgenommen und waren somit vor dieser Zeit auch bei Deutschen Leichtathletik-Hallenmeisterschaften nur für Männer im Angebot. Außer dem Kugelstoßen, das für Frauen und Männer seit Beginn der Deutschen Hallenmeisterschaften ausnahmslos Teil der Veranstaltung war, kamen weitere Wurfdisziplinen sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern bei Hallenwettbewerben nicht zur Austragung, weil die üblichen Hallen bei den in diesen Wettbewerben erzielten Weiten nicht die erforderliche Größe besaßen.
Schon am ersten Meisterschaftstag wurden sieben Finals ausgetragen, eines weniger als im Vorjahr. Abgesehen von Vorläufen und Qualifikationen gab es bei den Männern den Stabhoch- und Dreisprung zu sehen, bei den Frauen den Hochsprung sowie für beide Geschlechter den 60-Meter-Hürdenlauf und das Kugelstoßen. Alle weiteren Konkurrenzen waren wie sonst am zweiten Tag im Programm.
Medaillengewinner Die folgenden Übersichten fassen die Medaillengewinner und -gewinnerinnen zusammen.
Männer Disziplin Gold Leistung Silber Leistung Bronze Leistung60 m Christian Haas (LAC Quelle Fürth) 6,55 s Werner Bastians (TV Wattenscheid 01) 6,69 s Christian Zirkelbach (LAC Quelle Fürth) 6,72 s200 m Ralf Lübke (LG Bayer Leverkusen) 20,57 s Ingo Froböse (ASV Köln) 21,49 s Christian Müller (LG Frankfurt) 21,74 s400 m Hartmut Weber (VfL Kamen) 45,97 s Erwin Skamrahl (SV Union Groß-Ilsede) 46,42 s Klaus Just (SV Salamander Kornwestheim) 47,18 s800 m Hans-Peter Ferner (MTV Ingolstadt) 1:48,63 min Dieter Riebe (LG Bayer Leverkusen) 1:48,96 min Thomas Wilking (VfL Kamen) 1:49,19 min1500 m Uwe Becker (VfL Wolfsburg) 3:44,99 min Karl-Heinz Seck (TV Gelnhausen) 3:46,22 min Jürgen Grothe (VfL Waiblingen) 3:46,50 min3000 m Patriz Ilg (LAC Quelle Fürth) 7:54,88 min Karl Fleschen (LG Bayer Leverkusen) 7:55,33 min Uwe Mönkemeyer (TV Wattenscheid 01) 7:55,75 min60 m Hürden Axel Schaumann (MTV Stuttgart) 7,72 s Jürgen Schoch(SV Salamander Kornwestheim) 7,82 s Wolfgang Muders (LG Bayer Leverkusen) 7,85 s4 × 400 m 3:07,94 min 3:08,11 min 3:09,18 min3 × 1000 m 7:04,51 min 7:07,41 min 7:11,57 minHochsprung Dietmar Mögenburg (ASV Köln) 2,31 m Carlo Thränhardt (ASV Köln) 2,31 m Andre Schneider (TV Wattenscheid 01) 2,23 mStabhochsprung Peter Volmer (TV Wattenscheid 01) 5,40 m Gerhard Schmidt (VT Zweibrücken) 5,40 m Günther Lohre(SV Salamander Kornwestheim) 5,30 mWeitsprung Markus Kessler (VfL Wolfsburg) 7,85 m Joachim Busse (LG Bayer Leverkusen) 7,79 m Uwe Palm (USC Mainz) 7,72 mDreisprung Ralf Jaros (LG DJK Düsseldorf/Neuß) 15,97 m Ulrich Wrede (LAC Quelle Fürth) 15,84 m Dieter Stotz (VfB Stuttgart) 15,78 mKugelstoßen Udo Gelhausen (LG Bayer Leverkusen) 19,44 m Claus-Dieter Föhrenbach (USC Heidelberg) 18,61 m Werner Hartmann (VfL Buchloe) 18,58 m
Frauen Disziplin Gold Leistung Silber Leistung Bronze Leistung60 m Edith Oker (LG Bayer Leverkusen) 7,31 s Heidi-Elke Gaugel (VfL Sindelfingen) 7,34 s Resi März (MTV Ingolstadt) 7,48 s200 m Ute Thimm (TV Wattenscheid 01) 23,35 s Michaela Schabinger (MTV Ingolstadt) 23,57 s Corinna Krug (Eintracht Hamm) 24,10 s400 m Christina Sussiek (LG Bayer Leverkusen) 52,66 s Gisela Kinzel (Eintracht Hamm) 53,17 s Helga Arendt (SC Eintracht Hamm) 53,41 s800 m Petra Kleinbrahm (LG Bayer Leverkusen) 2:01,67 min Martina van Dam(LAV Bayer Uerdingen/Dormagen) 2:02,17 min Brigitte Brückner (LAC Quelle Fürth) 2:02,49 min1500 m Brigitte Kraus (ASV Köln) 4:08,15 min Roswitha Gerdes (ASV Köln) 4:10,03 min Birgit Schmidt (LC Paderborn) 4:11,32 min60 m Hürden Edith Oker (LG Bayer Leverkusen) 8,09 s Ulrike Denk (LG Bayer Leverkusen) 8,17 s Gudrun Lattner (TSV Abensberg) 8,29 s4 × 200 m 1:35,15 min 1:36,62 min 1:36,63 minHochsprung Ulrike Meyfarth (LG Bayer Leverkusen) 1,95 m Brigitte Holzapfel (TV Wattenscheid 01) 1,89 m Andrea Breder (SV Saar 05 Saarbrücken) 1,87 mWeitsprung Anke Weigt (LG Bayer Leverkusen) 6,48 m Jasmin Feige (LG Bayer Leverkusen) 6,31 m Andrea Breder (SV Saar 05 Saarbrücken) 6,23 mKugelstoßen Claudia Losch (LAC Quelle Fürth) 19,83 m Birgit Petsch (LG Bayer Leverkusen) 17,73 m Mechthild Schönleber (ASV Köln) 16,62 m
Literatur Deutsche Hallenmeisterschaften. In: Leichtathletik Fördergesellschaft mbH (Hrsg.), DLV-Jahrbuch 1984/85, S. 259ff, Darmstadt 1984
Weblinks Deutsche Hallen-Meisterschaften in der Leichtathletik sport-record.de (PDF; 1825 KB) Leichtathletik, zahlreiche Artikel mit dem Thema Deutsche Hallen – Meisterschaften, sport-komplett.de WEST GERMAN INDOOR CHAMPIONSHIPS, gbrathletics.com
#1984 Kategorie:Leichtathletikveranstaltung 1984 Kategorie:Leichtathletikwettbewerb in Stuttgart Kategorie:Hanns-Martin-Schleyer-Halle