mini|hochkant|Atefe Asadi (2025)

Atefe Asadi (; geb. im April 1994 in Teheran) ist eine iranische Dichterin, Schriftstellerin, Übersetzerin, Lektorin und Songwriterin. Sie gewann 2021 das Hannah-Arendt-Stipendium und lebt seitdem in Deutschland.

Leben Atefe Asadi wurde 1994 in Teheran geboren und schloss ihr Studium in Übersetzungswissenschaften ab. Nach politischem Druck im Iran verließ Asadi 2022 das Land und lebt seitdem in Hannover, von wo aus sie Prosa und Poesie veröffentlicht.

Künstlerische Arbeit Asadi arbeitete im Iran für viele literarische Zeitschriften und Websites, aber alle ihre drei Kurzgeschichtensammlungen wurden vom Ministerium für Kultur und Islamische Führung zensiert und verboten. Im Iran wurden viele ihrer Artikel und Werke in Zeitschriften und auf Websites wie „Sayeh-ha“, „Konsefr“, „Ketabchi“ und „Morva“ veröffentlicht.

2021 wurde Asadi für ihre „bemerkenswerten literarischen Arbeiten und unerschütterliche Verpflichtung zur Meinungsfreiheit“ mit dem Hannah Arendt Stipendium ausgezeichnet und zog nach Deutschland.

Ihre Gedichte und Kurzgeschichten wurden in verschiedene Sprachen übersetzt und in Ländern wie Deutschland und Italien veröffentlicht. Ein wichtiger Bezugspunkt ihrer auf Farsi verfassten Texte ist das Alltagsgeschehen in Teheran; im Exil beschreibt sie die Trennung von dieser Sprache und ihrem Publikum als künstlerische Herausforderung, weil in Übersetzungen Emotionalität und Rhythmik verloren gehen können. Viele ihrer Werke befassen sich mit Themen wie Frauenrechten, Minderheiten, Migration, Diskriminierung und Freiheit. Viele ihrer Texte stehen im Kontext der feministischen Revolution im Iran; aus ihrer Position als Exilautorin erwuch bei ihr der Anspruch, auf die Erfahrungen von Frauen im Iran aufmerksam zu machen.

Asadi nahm an zahlreichen Veranstaltungen und Arbeitskreisen zum Thema „Literatur im Exil“ als Rednerin teil. Im August 2024 trat sie im Literarischen Colloquium Berlin im Rahmen der Reihe „Literatur im Exil“ mit Sam Zamrik auf; dabei las sie Texte auf Farsi, während dem Publikum deutsche Übersetzungen vorlagen. Im Juni 2026 las sie beim sechswöchigen Festprogramm zur Eröffnung des Jungen Hauses für Poesie in Berlin, bei dem Texte auf Farsi auf der Bühne ins Deutsche übersetzt wurden.

Sie liest auch in Schulen in Deutschland und unterrichtet. Weiterhin ist sie Leiterin der literarischen Sektion der Zeitschrift „Hamyari“ in Kanada.

Mit dem deutschen Bildhauer „Krommel“ arbeitete Asadi bei der Gestaltung des Denkmals „Frauen, Leben, Freiheit“ zusammen.

Im Jahr 2026 veröffentlichte Asadi gemeinsam mit der deutschen Schriftstellerin Daniela Dröscher bei SUKULTUR den literarischen Briefband Schreiben ist Nacht. Das im Rahmen des Projekts „Weiter Schreiben“ entstandene Buch entwickelte sich aus einem literarischen Dialog der beiden Autorinnen über das Thema Nacht.

Soziale und politische Aktivität Nach der Zensur ihrer Werke im Iran veröffentlichte Asadi diese im Untergrund, was zusammen mit ihrer Teilnahme an Protesten zu ihrer Festnahme führte. Ihre politische Festnahme ging ihrer Ausreise aus dem Iran voraus.

Neben ihrer literarischen Arbeit sprach Asadi in den letzten Jahren als Kritikerin der Politik der iranischen Regierung auf verschiedenen Veranstaltungen und Konferenzen, darunter der WEXFO-Konferenz in Norwegen, der Safe Havens-Konferenz in Griechenland sowie den jährlichen ICORN-Treffen in Dänemark und Belgien.

In Interviews hat sie mehrfach die „Frau, Leben, Freiheit“-Bewegung unterstützt und gefordert, dass die internationale Gemeinschaft den Aufstand des iranischen Volkes unterstützen und die Islamische Revolutionsgarde als Terrororganisation einstufen solle.

Zahlreiche Artikel von Atefe Asadi über Literatur, Kunst und die politische Lage im Iran wurden in europäischen Zeitschriften veröffentlicht. Ihr Text Wir Iraner waren immer allein erschien während des israelisch-iranischen Krieges 2025 in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Aufgrund der großen Resonanz wurde er ins Englische und Französische übersetzt und unter anderem auf Plattformen wie Perlentaucher und Deutschlandfunk Kultur als bedeutender Beitrag gelistet.

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Einzelnachweise

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