Die Schmetterlingsblütler (Faboideae) sind eine artenreiche Unterfamilie der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae oder früher Leguminosae). In dieser Unterfamilie gibt es viele Arten, die auf unterschiedlichste Art und Weise vom Menschen genutzt werden. Es gibt eine Vielzahl von Berichten über Interaktionen zwischen Tierarten und Arten dieser Unterfamilie. Durch die Symbiose mit Knöllchenbakterien sind sie für viele Ökosysteme, aber auch für landwirtschaftlich genutzte Böden als Nährstofflieferanten wichtig.

Beschreibung Insgesamt ist diese artenreiche Unterfamilie sehr verschiedengestaltig und es können nur wenige gemeinsame Merkmale genannt werden.

Vegetative Merkmale Es sind verholzende Pflanzen: Bäume, Sträucher und auch einige Lianen; oder es sind krautige Pflanzen: einjährige bis ausdauernde.

Die Laubblätter sind meist wechselständig angeordnet. Gefiederte Laubblätter gelten als ursprünglich, dies kann paarig oder unpaarig sein: Es treten allerdings zahlreiche Abwandlungen und Metamorphosen auf, z. B.: dreiblättrig (Klee) oder einblättrig (Tragant). Nebenblätter (Stipeln) sind vorhanden und oft wichtige Bestimmungsmerkmale auf Gattungs- und Artebene, denn sie sind sehr vielgestaltig: von lange haltbar bis schnell vergänglich, von winzig bis auffällig groß, sie können mit den Blattstielen mehr oder weniger stark verwachsen und es gibt vielfältige Formen. Die Nebenblätter können zu Dornen umgebildet sein (Robinia) oder übernehmen Blattfunktion, da Laubblätter zu Ranken umgebildet (Lathyrus aphaca) sind.

Blütenstände und Blüten Die Blüten sind in traubigen Blütenständen angeordnet, die auch so dicht sein können, dass köpfchenförmige Blütenstände entstehen.

Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und fünfzählig. Es kann ein Blütenbecher vorhanden sein. Es gibt fünf (oft aber auch vier) Kelchblätter. In der Regel gibt es fünf Kronblätter, die als charakteristisches Merkmal dieser Unterfamilie in der typischen Form der Schmetterlingsblüten angeordnet sind. Das mittlere obere Kronblatt ist oft vergrößert und nach oben gebogen (im Bild rechts etwas dunkler rötlich). Man nennt es „Fahne“. Die beiden unteren Kronblätter sind miteinander verwachsen oder zumindest miteinander verklebt und bilden eine gekielte, kahnähnliche, oft an der Spitze nach oben gebogene Wanne, das „Schiffchen“. In dieser liegen die Staubblätter und das Fruchtblatt bestehend aus Fruchtknoten, Griffel und Narbe. Die beiden seitlichen Kronblätter schließlich bilden neben dem Schiffchen die so genannten „Flügel“. Oft umhüllen sie das Schiffchen vollkommen. Man nennt diese Art von Blüte eine „Schmetterlingsblüte“. Die Anzahl der Staubblätter beträgt zehn (selten neun oder fünf). Die Staubfäden sind bis auf einen, der frei ist, miteinander verwachsen. Die Blütenformel der Faboideae lautet oder , davon gibt es aber zahlreiche Abweichungen bei Gattungen oder Arten. Schiffchen und Flügel können auch ganz fehlen.

zentriert|mini|550px|Blütendiagramme der Faboideae: A = Vicia faba, B = Laburnum anagyroides, C = Amorpha fruticosa, D = Chorizema cordatum

Früchte Die Hülsenfrüchtler haben ihren Namen von der „Hülsenfrucht“, einem Fruchttyp, der nur in dieser Familie vorkommt.

mini|hochkant|Tribus Abreae: Abrus precatorius mini|hochkant|Tribus Amorpheae: Psorothamnus fremontii mini|hochkant|Tribus Bossiaeeae: Bossiaea foliosa mini|hochkant|Tribus Brongniartieae: Hovea acanthoclada mini|hochkant|Tribus Cicereae: Cicer arietinum mini|hochkant|Tribus Crotalarieae: Crotalaria agatiflora mini|hochkant|Tribus Dalbergieae: Dalbergia sissoo mini|hochkant|Tribus Desmodieae: Desmodium intortum mini|hochkant|Tribus Dipterygeae: Dipteryx alata mini|hochkant|Tribus Euchresteae: Euchresta formosana mini|hochkant|Tribus Fabeae: Lathyrus japonicus mini|hochkant|Tribus Galegeae: Carmichaelia flagelliformis mini|hochkant|Tribus Genisteae: +Laburnocytisus adamii mini|hochkant|Tribus Genisteae: Lupinus lepidus mini|hochkant|Tribus Hedysareae: Hedysarum multijugum mini|hochkant|Tribus Hypocalypteae: Hypocalyptus sophoroides mini|hochkant|Tribus Indigofereae: Indigofera hendecaphylla mini|hochkant|Tribus Loteae: Ornithopus perpusillus mini|hochkant|Tribus Millettieae: Derris scandens mini|hochkant|Tribus Mirbelieae: Jacksonia furcellata mini|hochkant|Tribus Phaseoleae: Phaseolus coccineus mini|hochkant|Tribus Podalyrieae: Virgilia divaricata mini|hochkant|Tribus Psoraleeae: Psoralea lanceolata mini|hochkant|Tribus Robinieae: Gliricidia sepium mini|hochkant|Tribus Sesbanieae: Sesbania tomentosa mini|hochkant|Tribus Sophoreae: Sophora macrocarpa mini|hochkant|Tribus Swartzieae: Cordyla madagascariensis mini|hochkant|Tribus Thermopsideae: Thermopsis fabacea mini|hochkant|Tribus Trifolieae: Trifolium pallescens

Systematik und Verbreitung Taxonomie Die Unterfamilie Faboideae wurde 1968 durch Velva Elaine Rudd (1910–1999) in Rhodora, Volume 70, S. 496 aufgestellt. Typusgattung ist Faba nom. illeg., ein Synonym von Vicia Ein alternativer Name für Faboideae ist Papilionoideae

Verbreitung Die Unterfamilie umfasst etwa 420 Gattungen und mehr als 12.000 Arten. Sie kommen von den Tropen bis in die arktischen Regionen vor. Sie ziehen allerdings trockene Gebiete oder zumindest Gebiete mit einer ausgeprägten jährlichen Trockenzeit vor. Die meisten Arten gibt es in den gemäßigten Breiten der Nordhalbkugel.

Tribus und Gattungen Die Unterfamilie Faboideae wird in folgende 28 Tribus gegliedert, hier mit allen darin enthaltenen Gattungen (oder im Artikel zur Tribus):

Tribus Abreae : Sie enthält nur eine Gattung: Abrus (Syn.: Hoepfneria ): Die etwa 17 Arten sind in den Tropen verbreitet.

Tribus Adinobotryeae : Sie wurde 2021 aufgestellt und enthält nur eine Gattung: Adinobotrys : Sie enthält vier Arten immergrüner Bäume in immergrünen Wäldern in Höhenlagen unterhalb von 1200 Metern in Brunei, Kambodscha, Indien, Indonesien (Java, Kalimantan sowie Sumatra), Laos, Malaysia (Halbinsel sowie Sabah), Myanmar, Thailand und Vietnam.

Tribus Amorpheae emend. : Die Chromosomengrundzahl beträgt meist x = 10, nur bei Dalea beträgt sie x = 8 oder 7. Sie enthält etwa acht Gattungen und 240 bis 250 Arten nur in der Neuen Welt: Amorpha : Die etwa 15 Arten kommen hauptsächlich von Nordamerika bis Mexiko vor. Darunter: Bastardindigo (Amorpha fruticosa ): Aus Nordamerika. Bleibusch (Amorpha canescens ): Aus Nordamerika. Apoplanesia : Die nur zwei Arten sind in Zentralamerika und vielleicht Venezuela beheimatet. Dalea : Die etwa 170 Arten sind in der Neuen Welt weitverbreitet von Nordamerika bis Chile. Errazurizia : Es gibt etwa vier Arten in Nordamerika. Eysenhardtia : Es gibt etwa zwölf Arten von Nord- bis Zentralamerika. Marina : Es gibt etwa 40 Arten hauptsächlich in Mexiko; zwei Arten sind in Kalifornien beheimatet. Parryella : Sie enthält nur eine Art: Parryella filifolia : Sie kommt nur in den südlichen USA vor. Psorothamnus : Es gibt etwa neun Arten von den südwestlichen USA bis ins nördliche Mexiko.

Tribus Bossiaeeae : Die Samen besitzen einen Arillus. Sie enthält etwa sechs Gattungen mit etwa 60 Arten, die nur in Australien einschließlich Tasmanien, hauptsächlich in gemäßigten bis subtropischen Gebieten vorkommen: Aenictophyton : Sie enthält nur eine Art: Aenictophyton reconditum : Sie kommt nur in den australischen Bundesstaaten Northern Territory sowie Western Australia vor. Bossiaea : Die etwa 48 Arten sind in Australien weitverbreitet. Goodia : Die nur zwei Arten sind in Australien einschließlich Tasmanien beheimatet. Muelleranthus : Die nur drei Arten sind nur in Australien beheimatet. Platylobium : Die vier Arten sind in Australien einschließlich Tasmanien beheimatet. Ptychosema : Die nur zwei Arten sind nur in Australien beheimatet.

Tribus Brongniartieae : Sie enthält früher etwa elf Gattungen mit etwa 150 Arten mit disjunktem Areal: sechs Gattungen in Australien und fünf Gattungen in der Neotropis. 2017 enthält sie etwa 15 Gattungen mit etwa 154 Arten: Amphiodon : Sie enthält nur eine Art: Amphiodon effusus : Sie kommt im tropischen Südamerika vor. Behaimia : Sie enthält nur eine Art: Behaimia cubensis : Sie kommt nur auf Kuba vor. Diese gefährdete Art wächst in Waldland und trockenen immergrünen Wäldern auf Hundezahn-Kalkfelsen, felsigen Terrassen und Klippen. Brongniartia : Es gibt etwa 65 Arten in der Neotropis. Cristonia : Sie enthält nur eine Art: Cristonia biloba (Syn.: Bossiaea biloba ): Sie kommt nur im südwestlichen Western Australia vor. Cyclolobium : Es gibt etwa fünf Arten in der Neotropis. Haplormosia : Sie enthält nur eine Art: Haplormosia monophylla : Sie kommt in Westafrika und im westlichen Zentralafrika vor. Harpalyce : Es gibt etwa 25 Arten in der Neotropis. Hovea : Die etwa 37 Arten kommen nur in Australien vor, hauptsächlich in semiariden Gebieten. Lamprolobium : Die nur zwei Arten kommen ursprünglich nur in Queensland vor. Limadendron : Sie wurde 2014 aufgestellt. Die nur zwei Arten kommen im tropischen Südamerika vor. Plagiocarpus : Sie enthält nur eine Art: Plagiocarpus axillaris : Sie kommt nur in den australischen Bundesstaaten Northern Territory, Queensland sowie Western Australia vor. Poecilanthe : Es gibt etwa neun Arten in der Neotropis. Poecilanthe parviflora Tabaroa : Sie enthält nur eine Art: Tabaroa caatingicola : Sie wurde 2010 für die Caatinga des brasilianischen Bundesstaates Bahía erstbeschrieben. Templetonia : Die etwa zwölf Arten kommen nur in Australien vor, hauptsächlich in seinem trockenen Zentrum. Thinicola : Sie enthält nur eine Art: Thinicola incana (Syn.: Templetonia incana ): Sie kommt nur im australischen Bundesstaat Western Australia vor.

Tribus Caraganeae wird in zwei Subtribus gegliedert: Subtribus Caraganinae: Sie enthält nur noch eine Gattung: Erbsensträucher (Caragana , Syn.: Calophaca , Halimodendron ): Die etwa 100 Arten sind vom gemäßigten Asien bis nach Osteuropa verbreitet. Subtribus Chesneyinae: Sie enthält etwa vier Gattungen: Chesneya (Syn.: Spongiocarpella ): Die 21 bis 35 Arten sind vom Mittelmeerraum über Zentral- bis Westasien verbreitet. Chesniella : Die etwa sechs Arten sind von Zentralasien bis zum Himalaja und Sibirien verbreitet. Gueldenstaedtia : Die etwa vier Arten sind vom Himalaja bis Sibirien und dem nördlichen Indo-China verbreitet. Tibetia : Die etwa sechs Arten sind vom Himalaja bis China verbreitet.

Tribus Cicereae : Sie enthält nur eine Gattung: Kichererbsen (Cicer ): Die etwa 43 Arten vom Mittelmeerraum bis Zentralasien verbreitet.

Tribus Crotalarieae : Sie enthält weltweit etwa elf Gattungen und mehr als 1200 Arten. Die meisten Arten kommen in Afrika vor und das Zentrum der Artenvielfalt ist die Capensis: Aspalathus : Es gibt etwa 255 Arten. Sie kommen hauptsächlich in den südwestlichen Fynbos-Regionen in Südafrika vor; über 50 Arten sind auf der Kap-Halbinsel beheimatet. Die bekannteste Art ist: Rooibos (Aspalathus linearis ) Bolusia : Es gibt etwa fünf Arten im tropischen und südlichen Afrika. Calobota : 2009 wurde dieser Gattungsname reaktiviert mit 16 Arten, die aus der Gattung Lebeckia ausgegliedert wurden. Sie sind nur in der Capensis beheimatet. Crotalaria (Syn.: Goniogyna , Heylandia , Pentadynamis , Priotropis , Quirosia ): Die etwa 690 Arten kommen hauptsächlich in tropischen bis subtropischen Gebieten weltweit vor. Lebeckia : Vor 2009 waren etwa 43 Arten enthalten, neun Arten wurden in die neue Gattung Wiborgia und 16 in die Gattung Calobota ausgegliedert. Es gibt nur noch etwa 14 Arten. Sie kommen nur in den südafrikanischen Provinzen Nord-, West- und Ostkap vor. Lotononis : Es gibt etwa 160 Arten in Afrika, südlichen Asien und Südeuropa. Pearsonia : Die etwa elf Arten kommen hauptsächlich im südlichen tropischen Afrika vor; je eine Art ist in Zentralafrika und in Madagaskar beheimatet. Rafnia : Die etwa 25 Arten kommen in der Capensis vor; nur eine Art reicht auch bis KwaZulu-Natal. Robynsiophyton : Sie enthält nur eine Art: