Die WIMA-Gruppe ist ein deutscher Hersteller von passiven elektronischen Bauelementen, speziell von Kunststoff-Folienkondensatoren, DC-Link Kondensatoren und Doppelschicht-Kondensatoren. Die WIMA-Gruppe besteht aus den Firmen WIMA Spezialvertrieb elektronischer Bauelemente GmbH & Co. KG mit Sitz in Mannheim, der WIMA Kondensatorenfabrik Westermann GmbH & Co. KG mit Sitz in Aurich, der WILHELM WESTERMANN GmbH & Co.KG Kondensatorenfabrik mit Sitz in Unna und der WIMA Innovations GmbH & Co. KG mit Sitz in Berlin. Alle Firmen befinden sich im Besitz von Wolfgang Westermann.

Das Akronym WIMA stammt von WIlhelm und WesterMAnn oder MAnnheim ab.

Gründung Das Unternehmen wurde im Jahre 1948 in Unna von Wilhelm Westermann gegründet.Hinweis auf der Website des Unternehmens (about us) Nach der Gründung des Unternehmens gelang es Wilhelm Westermann, seine Firma insbesondere dank des explosionsartigen Wachstums der Rundfunk- und Fernsehindustrie im Nachkriegsdeutschland innerhalb weniger Jahre neben den Firmen Siemens, Roederstein und Valvo als einen der führenden Hersteller von Kondensatoren zu etablieren.

Entwicklung in den 50er Jahren mini|Typischer WIMA-Kondensator der 1950er Jahre Insbesondere die enge Zusammenarbeit des Gründers mit Max Grundig trug dazu bei, in den Nachkriegsjahren die Unterhaltungselektronik als Massenprodukt in Europa zu etablieren und die damalige Vormachtstellung Deutschlands in diesem Bereich zu begründen und auch voranzutreiben. Nahezu alle bekannten Hersteller der Rundfunk- und Fernsehindustrie wie Grundig, Telefunken, SABA, Nordmende, Loewe, Metz, Philips und Dual verbauten WIMA-Kondensatoren in ihren Geräten.

Mit damals neuartigen Herstell- und Umhüllungstechniken wurden besonders die lackierten, bräunlichen „Wima-Karamell-Bonbons“ zum Synonym für Folienkondensatoren.WIMA im Radiomuseum

Die 60er und 70er Jahre In diesem Zeitabschnitt folgten weitere Entwicklungen wir z. B. der Übergang vom hygroskopischen Papier zur feuchteunempfindlichen und dünneren Polyestefolie. Vom damals üblichen Film/Folien-Aufbau zum metallisierten, selbstheilenden Aufbau. Von der axialen zur radialen Bauweise. In den 1970er Jahren, folgten immer kleinere Rastermaße von 7,5 mm, 5 mm und zuletzt 2,5 mm, das bisher kleinste Rastermaß auf dem Markt. Die radialen gebecherten Folienkondensatoren im Rastermaß 5 mm für die automatisierte Bestückungstechnik entwickelten sich zum Standerd in der kostengünstigen Gerätefertigung.

Ab den 1980er Jahren Seit dem Tode von Wilhelm Westermann im Jahre 1981 wird die Unternehmensgruppe WIMA von dessen Sohn Wolfgang Westermann als Alleininhaber geleitet. Wolfgang Westermann studierte Elektrotechnik in Karlsruhe und München mit Abschlüssen als Diplom-Ingenieur und Diplom-Wirtschaftsingenieur. Er forcierte die technologische Weiterentwicklung der Folienkondensatoren und stellt regelmäßig, z. B. in der Fachpresse,Wolfgang Westermann: Betriebssichere Impulskondensatoren aus Kunststofffolie, In: Elektronik Nr. 18 vom 10. September 1982Wolfgang Westermann: Wickel- oder Schichttechnik, das ist hier die Frage, In: Elektronik Nr. 5 vom 4. März 1988 und Nr. 6 vom 18. März 1988 neue Produkte und Technologien vor.

Bereits 1983 stellte WIMA den ersten funktionierenden Polyester-SMD in umpresster Ausführung vor Hinweis auf der Website des Unternehmens (history). Weiterentwickelte Ausführungen folgten. Heute decken gebecherte WIMA SMDs mit PET oder PPS Dielektrikumsfolie nahezu den gesamten Bereich konventionell bedrahteter Folien-Kondensatoren ab.

Parallel zur Entwicklung von Schalt-Transistoren und Thyristoren im Halbleiterbereich entwickelte das Unternehmen u. a. spezielle Snubber- und GTO-Folienkondensatoren für den wachsenden Bedarf der Leistungselektronik.

Ein neuer Trend der letzten Jahre sind DC-Link Zwischenkreiskondensatoren. Große bis sehr große Folienkondensatoren mit Kapazitätswerten, wie man sie bisher nur aus dem Elkobereich kannte, aber gleichzeitig auch mit sehr hohen Netzspannungen. Seit 2007 hat WIMA DC-Link Kondensatoren in kubischer oder zylindrischer Bauweise, mit Draht-, Blech-, oder Schraubanschlüssen im Programm. Sie sind auf Basis von Polypropylenfolie aufgebaut und weisen bei hohen Frequenzen eine höhere Wechselstrombelastbarkeit sowie eine niedrigere Verlustleistung/Eigenerwärmung auf als vergleichbare Elektrolytkondensatoren. Ausserdem sind sie selbstheilend, ungepolt und haben einen trockenen Aufbau ohne Elektrolyt oder Öl.

Das Unternehmen tritt heutzutage als QualitätsführerPaumanok Publications, Inc.: in der Kondensator-Branche auf, was regelmäßig durch entsprechende Kundenbewertungen, Auszeichnungen und Zertifizierungen belegt wird. Sinnbild dieser Philosophie ist der Slogan: „Qualität wird gefertigt und kann nicht in ein Produkt hineingeprüft werden.“

Im Sinne des Umweltschutzes setzt WIMA auf wiederverwertbare Werkstoffe und auf die Reduktion von Verpackungsmaterial. In allen Fertigungsstätten ist ein Energie- und Wasser-Wiedergewinnungssystem zur effizienten Nutzung und Schonung der Ressourcen installiert.

Der Hauptsitz des Unternehmens ist in Mannheim. Hier ist der Vertrieb angesiedelt. An den Fertigungsstandorten in Aurich und Unna werden die Kondensatoren hergestellt. In Berlin ist das F&E-Zentrum sowie die Entwicklung und Fertigung der Supercap Module (Doppelschicht-Kondensatoren) angesiedelt. Das Unternehmen beschäftigt etwa 350 Personen. Gemäß des Grundsatzes "Think global act local" hat WIMA ein weltweites Distributions-Netzwerk etabliert, welches alle wichtigen Industrieländer umfasst.

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Einzelnachweise

Kategorie:Kondensatorhersteller Kategorie:Produzierendes Unternehmen (Mannheim) Kategorie:Unternehmensgründung 1948