Die Burg Schwarzenborn ist eine verschwundene Burg der Grafen von Ziegenhain im Stadtgebiet von Schwarzenborn (Knüll) im nordhessischen Schwalm-Eder-Kreis.
Geographische Lage Wenn die überlieferte Lage der Burg korrekt ist, so stand sie südlich außerhalb der Altstadt und deren Stadtmauern,Schwarzenborn, bei EBIDAT - Die Burgendatenbank auf Höhe etwa im Bereich des heutigen Hauses Kirchgasse 25. Heute sind keinerlei Reste mehr vorhanden, und beim derzeitigen Forschungsstand sind Aussagen über ihre Gestalt nicht möglich.
Geschichte Anfang des 14. Jahrhunderts ließ Graf Johann I. von Ziegenhain am Südrand der damaligen Dorfsiedlung von Schwarzenborn eine Niederungsburg errichten, die als östlicher Stützpunkt des ziegenhainischen Territoriums diente. Gleichzeitig begann auch die planmäßige Erweiterung des Orts zur Stadt, und schon 1311 wurde ein Schultheiß der Grafen von Ziegenhain in Schwarzenborn erwähnt. Die Burg selbst wurde erstmals im Jahre 1340 schriftlich bekundet, als Heinrich von Beisheim dort ziegenhainscher Burgmann wurde.Schwarzenborn, bei EBIDAT - Die Burgendatenbank Später beurkundete Schwarzenborner Burgmannen waren Simon von Waldenstein und seine Erben (ab 1343), Werner von Leimbach (ab 1348), Heinrich mit der Hand (ebenfalls ab 1348) und Simon von Schlitz (1349).Schwarzenborn, Schwalm-Eder-Kreis, im Historischen Ortslexikon Hessen (LAGIS) Nachdem die Gerichtsherrschaft im Gericht Oberaula 1366 zwischen der Reichsabtei Fulda und der Grafschaft Ziegenhain geteilt worden war, wurde die Burg Schwarzenborn Verwaltungsmittelpunkt für die den Grafen von Ziegenhain zustehenden Güter, Gülten und Renten des Gerichts Oberaula; Amtmann war der Schultheiß in Schwarzenborn, der zugleich die Gerichtsfunktionen im Stadtgericht und im Gericht Oberaula in gräflichem Auftrag ausübte.Oberaula, Schwalm-Eder-Kreis, im Historischen OrtslexikonHessen (LAGIS)Schwarzenborn, Schwalm-Eder-Kreis, im Historischen Ortslexikon Hessen (LAGIS)
Dass die Burg im Sternerkrieg von Truppen des Landgrafen Herrmann II. 1372 zumindest teilweise zerstörtSiehe z. B. Burg Schwarzenborn, bei Alle Burgen und dann wieder hergerichtet wurde, ist sehr zweifelhaft. Tatsächlich fielen die Burgmannen und Besatzung von Schwarzenborn Anfang April 1373 in das Gericht in der Rohrbach, das spätere Gericht Ludwigseck, ein und plünderten und verbrannten die dortigen Dörfer. Der letzte Graf von Ziegenhain, der 1450 ohne leibliche Erben verstorbene Johann II., bestimmte die Burg und Stadt Schwarzenborn, ebenso wie die Burgen und Städte Ziegenhain und Rauschenberg, als Teil des Wittums seiner Gemahlin Elisabeth († 1462).Ziegenhainer Regesten online Nr. 613: Gräfin Elisabeth bekundet die Verschreibung der ziegenhainschen Lehen durch ihren Mann an Ludwig I. von Hessen (10. Mai 1450).
Erst 1469, im Verlauf des Hessischen Bruderkriegs, wurde die Burg, wie nahezu die gesamte Stadt Schwarzenborn, von den Leuten Ludwigs II. niedergebrannt und vollkommen zerstört. Da sie keine strategische Bedeutung mehr hatte, wurde sie nicht erneuert.
Nachfolgebauten Im Jahre 1552 entstand an der Stelle der zerstörten Burg das neue Rathaus der Stadt. Es fiel dem verheerenden Stadtbrand im Juli 1636 zum Opfer,Schwarzenborn, Schwalm-Eder-Kreis, im Historischen Ortslexikon Hessen (LAGIS) als Truppen des kaiserlichen Generals Johann von Götzen bei ihrem Durchzug durch die Schwalm erst Neukirchen und dann Schwarzenborn plünderten und brandschatzten.Die Geschichte der Stadt Schwarzenborn
Ein angeblich auf den Trümmern des Rathauses errichteter Hof wurde noch 1826, wohl eher in nostalgischer Erinnerung, als Burg bezeichnet.Siehe z. B. Kurt Scharlau: Schwarzenborn: Siedlungsgeographische Probleme einer hessischen Zwergstadt. (Sonderdruck aus Geographischer Anzeiger, Jahrgang 1938, Heft 3), Perthes, Gotha, 1938, Karte 28.Schwarzenborn, Schwalm-Eder-Kreis, im Historischen Ortslexikon Hessen (LAGIS)
Fußnoten
Literatur Ulrich Reuling: Historisches Ortslexikon Ziegenhain: ehemaliger Landkreis. (Historisches Ortslexikon des Landes Hessen 5), Marburg 1991, S. 189–191. Rudolf Knappe: Mittelalterliche Burgen in Hessen: 800 Burgen, Burgruinen und Burgstätten. 3. Auflage. Wartberg-Verlag, Gudensberg-Gleichen 2000, ISBN 3-86134-228-6, S. 165.
Weblinks Burg Schwarzenborn, Schwalm-Eder-Kreis, im Historischen Ortslexikon Hessen (LAGIS) Schwarzenborn, bei EBIDAT - Die Burgendatenbank
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