Die Maria Schröder war ein Dampffrachter, der im April 1956 nördlich von Scharm El-Scheich an der Küste strandete und als Touristen- und Tauchattraktion bekannt ist.
Geschichte und Charakteristika Der Dampffrachter wurde von 1919 bis 1920 als Rolf Jarl auf der Trondheim Mekaniske Verksted in Trondheim für 2,870 Millionen Norwegische Kronen für die Det Nordenfjeldske Dampskibsselskab gebaut. Der Stapellauf erfolgte im Juni 1919 und die Ablieferung an die Reederei im Oktober 1920. links|mini|Das Kollisionsschiff, die Seatrain Texas, in den 1940er Jahren Die Reederei setzte die Rolf Jarl vor allem im Mittelmeer ein. Nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurde die Rolf Jarl an Nortraship überstellt und von den Alliierten für den Frachtverkehr im Atlantik genutzt. Auf einer Leerfahrt von Chester nach Kanada kollidierte der Frachter am Morgen des 31. August 1940 bei Nebel mit der Seatrain Texas der US-amerikanischen Seatrain Reederei vor der Küste von New Jersey auf der Höhe von Cape May und schlug Leck. Die Rolf Jarl konnte jedoch aus eigener Kraft zu Reparaturarbeiten wieder nach Chester zurückkehren und wurde von der weitestgehend unbeschadeten Seatrain Texas eskortiert. Ab Herbst desselben Jahres war die Rolf Jarl wieder seetüchtig.
Im März 1943 verlor die Rolf Jarl auf einer Konvoi-Fahrt vor Island ihr Ruder, Propeller und Teile der Antriebswelle und musste in Schlepp nach Reykjavik genommen werden. Nach Reparaturen war sie ab Dezember desselben Jahres wieder vollkommen einsatzfähig. Nach Kriegsende kehrte das Schiff schließlich im Herbst 1945 wieder in den regulären norwegischen Frachtdienst zurück.
Im Jahr 1950 wurde das Schiff schließlich für 24.000 Britische Pfund an die westdeutsche Reederei Richard Schröder in Hamburg verkauft und in Maria Schröder umbenannt. Während ihrer Dienstzeit bei der Hamburger Reederei wurde der ursprüngliche Schornstein des Schiffes gegen einen kürzeren ausgewechselt.
Havarie und Verbleib links|mini|Das Wrack im Jahr 2004 Am 11. April 1956 befand sich die Maria Schröder auf einer Fahrt von Akaba und lief nördlich von Scharm El-Scheich auf Grund. Die Besatzung konnte vom ägyptischen Schlepper El Taif gerettet werden. Das Wrack der Maria Schröder liegt auf einem Riff, etwa hundert Meter von der Küste entfernt im heutigen Naturschutzgebiet Nabq.
Ab etwa den 1960er Jahren war der Rumpf des Wracks einem zunehmenden Verfall ausgesetzt. Bis in die 1980er Jahre hinein stand das Schiff noch aufrecht auf dem Riff. Ab den 1990er/2000er Jahren waren nur noch der Bug und das Deckhaus erkennbar. Das Wrack ist teilweise noch immer sichtbar. Das Unterwassertrümmerfeld erstreckt sich bis in eine Tiefe von 24 Metern.
Trivia Ein weiteres Dampfschiff mit dem Namen Rolf Jarl wurde bereits 1911 von derselben Bauwerft für die Det Nordenfjeldske Dampskibsselskab gebaut und im September 1916 von U 43 bei dem Vardø-Leuchtturm versenkt.
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