Sarah Held lebt und arbeitet als Kulturwissenschaftlerin, Künstlerin und Aktivistin in Wien. Sie ist dort am Max Reinhardt Seminar und an der Akademie der bildenden Künste tätig; zudem lehrte sie u. a. an der Kunstuniversität Linz. Ab Wintersemester 26/27 vertritt sie die Universitätsprofessur für die Kulturanthropologie des Textilen an der TU Dortmund.

Leben Held promovierte 2019 in Kulturwissenschaften an der Universität Frankfurt am Main und schloss mit magna cum laude ab. Im Rahmen ihrer Dissertation Zur Materialität des feministischen Widerstands (2021) forschte sie in den Vereinigten Staaten, Mexiko, Chile und Australien. Sie war Promotionsstipendiatin der Friedrich-Ebert-Stiftung und die Arbeit wurde binational von Verena Kuni (Universität Frankfurt) und Elke Gaugele (Akademie der Bildenden Künste in Wien) betreut. An der Akademie der bildenden Künste Wien ist sie derzeit (Stand 2026) Vize-Leiterin des Forschungsprojekts „Mode und Rechtsextremismus“.

Wirken Held arbeitet international an verschiedenen (Kunst)Universitäten, ihre interdisziplinäre Arbeit setzt sich aus intersektional feministischer Perspektive mit (künstlerischen) Interventionsstrategien gegen sexualisierte Gewaltverhältnisse und den Herrschaftskategorien Klasse, Geschlecht und Race auseinander. Ihre Arbeit analysiert kritisch die Mode der extremen Rechten und deren Konstruktion von Männlichkeit. Sie lehrte und arbeitete kuratorisch sowie performativ zu queer-feministischer Pornografie/PostPorn.

2021 initiierte sie das Kunstprojekt „Aufstand der Schwestern“. Es macht sexualisierte Gewalt und Femizide im öffentlichen Raum sichtbar. Zu ihren bekannten Performances zählt der „Pinke Kreuzzug gegen Femizide“, bei dem ein riesiges pinkes Holzkreuz durch Wien getragen wurde, um auf Femizide aufmerksam zu machen. Die österreichische Tageszeitung Der Standard verwendete Bilder einer im Dezember 2021 durchgeführten Performance des Kollektivs als Illustration in Artikeln zum Thema Femizid. Mit dem Kollektiv führte sie auf der documenta fifteen 2022 die Performance home is where... women are killed durch. Das Kollektiv trat auch im Juni 2024 auf der Tangente St. Pölten – Festival für Gegenwartskultur auf, einem von April bis Oktober durchgeführten Kulturfestival der Stadt.

2022 kuratierte sie gemeinsam mit Sylvia Sadzinski die Gruppenschau Pornotopia Revised in der Kunsthalle Exnergasse, deren zum Gebiet des Postporn gehörende Leitfrage "Wie kann Porno beziehungsweise Kunst mit pornografischen Mitteln zu einer selbstermächtigenden feministischen Praxis werden?" lautete.

Als Künstlerin und Teil des Kollektivs „Girl Gangs against Street Harassment“ organisiert sie aus Protest gegen Alltagssexismus und sexuelle Gewalt Workshops und künstlerische Interventionen im öffentlichen Raum.

Held wurde 2024 vom Kulturwissenschaftlichen Institut Essen als Sprecherin auf der Podiumsdiskussion Kunst und Neue Rechte eingeladen, wo sie mit Stephan Trüby (Universität Stuttgart), Kathrin Rottmann (Ruhr-Universität Bochum) und Elke Gaugele (Akademie der bildenden Künste Wien, wie auch Held) diskutierte und mit Gaugele ihre gemeinsamen Analysen, wie neurechte Gewaltformen durch Mode normalisiert werden, einbrachte. Beim Radio Helsinki – Verein freies Radio Steiermark hielt sie 2024 einen Vortrag zum Thema incels://cheeks/jaws: fatale körperbilder und misogynie.

Beim Filmfest Dresden war sie 2024 als Jurorin für die Auszeichnung LUCA – Filmpreis für Geschlechtergerechtigkeit in der Jury gemeinsam mit den Filmemachern Sarnt Utamachote und Patrick Catuz zuständig.

Gemeinsam mit Josefine Amir gründete sie 2025 das Netzwerk Allianz für reproduktive Selbstbestimmung, dass Menschen Abtreibungen, Transitions, langfristige Verhütungsmethoden etc. finanziert, wenn sie es sich finanziell nicht leisten können. Frei von staatlichen Geldern lukriert die Repro-Allianz über politische Mode, beispielsweise entwickelten sie gemeinsam mit VALIE EXPORT das Genitalpanik-Shirt sowie Kulturveranstaltungen, dem Salon Sabotage, Spenden und verteilt diese um.

Ausstellungen (Auswahl) 2016: Attitudes, Bundeskunsthalle (Gruppenausstellung von Stipendiaten der Friedrich-Ebert-Stiftung)

Schriften (Auswahl) Bücher Zur Materialität des feministischen Widerstands. Textile Agency gegen sexualisierte Gewalt und Femicides. J.B. Metzler, Berlin 2021, ISBN 978-3-662-62711-2. mit Elke Gaugele (Hrsg.): Rechte Angriffe – toxische Effekte. Umformierungen extrem Rechter in Mode, Feminismus und Popkultur. Transcript, Bielefeld 2021, ISBN 978-3-8394-5260-8. Darin auch mehrere Beiträge als Autorin.

Buchbeiträge (Auswahl)

Wissenschaftliche Artikel (Auswahl)

Weblinks Profil bei ORCID Profil auf der Website der Akademie der bildenden Künste Wien Profil bei speakerinnen.org

Einzelnachweise

Kategorie:Kulturwissenschaftler Kategorie:Künstler der feministischen Kunst Kategorie:Hochschullehrer (Akademie der bildenden Künste Wien) Kategorie:Hochschullehrer (Universität Linz) Kategorie:Absolvent der Goethe-Universität Frankfurt am Main Kategorie:Stipendiat der Friedrich-Ebert-Stiftung Kategorie:Femizid Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1981 Kategorie:Frau