Friedrich August Raps (* um 1822 in München; † 28. August 1876 in KölnSiehe sowohl die Civilstandsmeldung der Stadt Köln als auch die Todesanzeige der Familie in der Kölnischen Zeitung vom 29. August 1876) war ein deutscher Kunstmaler und Fotograf, der in Köln ein Foto-Atelier unter dem Namen „S. Sallinger & Cie“Das Atelier wurde zusammen mit Simpert Sallinger begonnen. Daher auch der Name des Ateliers und der Company. Erst 1862 wurde der Name Raps amtlich als Firmeninhaber erfasst, aber „Raps“ bzw. „F. Raps“ kam damals dennoch noch nicht zum Firmennamen hinzu. Siehe „Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Köln“, 12. August 1862. Firmenverzeichnis. Die Firma heißt „S. Sallinger & Cie“ (mit dem Vornamenkürzel S.) und der Inhaber ist Friedrich Raps, offiziell als „Inhaber einer Handlung in photographischen Gegenständen in Köln“. Der Eintrag, laufende Nummer 860, wurde am 27. Mai 1862 vorgenommen. Statt „Comp.“ für Compagnie oder Company nun das gleichbedeutende „Cie“, jedoch im Register ohne den Punkt. betrieb.
Familie mini|Foto vom Kölner Dom um 1863 mit dem schon vom Mittelalter bekannten Kran. Aufnahme des Photographischen Ateliers von Friedrich Raps, seine Foto-Firma war „S. Sallinger & Cie“. Das Foto war Teil einer Werbeanzeige von Raps. mini|Ein Foto, gemacht von Friedrich Raps, es zeigt Johannes von Geissel, Kardinal, Erzbischof von Köln um 1864 Friedrich Raps stammte aus der in München lebenden Familie des Portiers Johann Georg Raps und Anna Raps geb. Greimel. Ab 1855 wohnte er in Köln. 1863 heiratete Raps die 17 Jahre jüngere, im holländischen Kerkrade geborene Kaufmannstochter Catharina Baumann (1839–1901).Es gab einen in Köln am 29. August 1863 zwischen Friedrich Raps, Maler und Inhaber eines photographischen Ateliers, und Catharina Baumann, ohne Geschäft, beide in Köln wohnend, abgeschlossenen Ehevertrag. Siehe Anzeige des Handelsgerichtes (18. September 1863) in der Kölnischen Zeitung, 20. September 1863.Siehe Todesanzeige in der Kölnischen Zeitung vom 21. November 1901. „Gestern mittag“ verweist auf den 20. November 1901 als Todestag. Der Sohn August Raps wurde am 23. Januar 1865 in Köln geboren. Dieser stieg als Physiker in Berlin zum Vorstandsmitglied von Siemens & Halske auf und war Erfinder der nach ihm benannten Quecksilber-Expansionsluftpumpe. Zur Familie gehörte auch Georg Raps, Fabrikant in Stolberg bei Aachen.Georg Raps wurde um 1866 geboren. Er machte den Dr. phil. der Chemie im Jahr 1890 an der Universität Freiburg. Carola Gaertner, auch aus Köln stammend, heiratete er am 21. Oktober 1896. Ebenfalls im Jahr 1896 wurde er einer der zwei Geschäftsführer der „Stolberger Düngerfabrik“. Georg Raps starb am 25. Mai 1912 mit 46 Jahren. Man hat ihn auf dem Kölner Melatenfriedhof beigesetzt.
mini|Werbeanzeige vom Fotografen Friedrich Raps im Adressbuch Köln 1866, seine Foto-Firma heißt im Handelsregister „S. Sallinger & Cie“
Leben Friedrich Raps kam zusammen mit Simpert Sallinger aus München. Beide Kunstmaler wohnten zunächst in der Kölner Martinistr. 5.Siehe Adressbuch Köln, Herausgeber E. Kluge, 1855, hier: Ergänzungsband, Ergänzungen zum Adreßbuch der Stadt Köln, pro 1855 als Dritter Jahrgang, Seite 34 bzw. S. 36. Köln, 1856, Verlag von M. Lengfeld. Friedrich Raps ist hier fälschlich gedruckt als Rapp. Sallinger fälschlich als Salinger, allerdings nicht mit dem Vornamen Simpert, sondern man wählte hier den Vornamen Lambert. 1857 hieß S. Sallinger dann im Adressbuch plötzlich Wilhelm Sallinger.
Raps hatte sich in München am 4. November 1839 für das Fach „Zeichnen“ immatrikuliert.Matrikelnummer 2871, siehe online im Matrikelbuch den Scan des handschriftlich geführten Buches, Raps steht ganz oben auf der Seite. Es war zu diesem Zeitpunkt 18 Jahre alt und hatte als Herkunftsort München angegeben. Der Beruf des Vaters war demnach Portier bei der Gräfin von Baiersdorf. Dabei muss es sich um eine der drei Töchter von Maria Anna Sophia Petin alias Sophie von Bayrstdorff handeln. Die Töchter wurden alle 1841 zu Gräfinnen erhoben. Simpert Sallinger, geboren um 1822, war ebenfalls auf der Kunstakademie in München, seit dem 20. Dezember 1838 im Fach Malerei, sein Vater war von Beruf „Käskäufler“. Sallinger tauchte bis circa 1858 immer wieder in den Jahresberichten des Münchener Kunstvereins auf, entweder in den Mitgliederlisten oder in den Tabellen zu den jährlich verlosten Kunstwerken.Für Simpert Sallinger kennen wir das Enddatum des Kunststudiums, im Gegensatz zum Abschluss von Raps, falls der einen machte: S. Sallinger erhielt am zweiten April 1842 die Matrikel. Siehe Matrikel-Eintrag für Sallinger, abgerufen am 12. November 2024.
Raps, Sallinger und ein dritter Fotograf namens Finkenberg bekamen zeitgleich am 21. Dezember 1855 vom Kölner Gemeinderat die Erlaubnis, sich als Fotografen niederzulassen.Siehe das Protokoll, von M. DuMont-Schauberg gedruckt, Verhandlungen des Gemeinderathes zu Köln, herausgegeben vom Königlichen Bürgermeister-Amte zu Köln, der Band für 1855, Seite 395: „Gewerbetrieb von Ausländern. Gegen den Gewerbebetrieb der ausländischen Photographen Finkenberg, Raps und Sallingen in hiesiger Stadt findet der Gemeinderath nichts zu erinnern.“ Die Formulierung bedeutet ein Ja. – Sallingen mit n steht da falsch für Sallinger. Was Finkenberg in Köln tat oder ob er eventuell dritter Mann von „Sallinger & Comp.“ war, ist ungewiss. Die Münchener eröffneten in Köln ein „Artistisch-Photographisches Atelier“, in dem Ölbilder und Fotografie zusammen angeboten wurden: Nach der Aufnahme im Studio diente das Foto als Vorlage für ein Ölbild im selben Atelier.Siehe den Wortlaut der Zeitungsanzeige des „Artistisch-photographischen Ateliers“, unter dem Namen „S. Sallinger & Comp.“ vom 6. April 1856.
Bereits im April 1857 suchte man für das Foto-Atelier per Annonce „mehrere geuebte Retoucheurs“. Der Umzug zu einer neuen Adresse Hof Nr. 9/11/13 erfolgte im August 1857.Die Straßen-Adresse ist auch bekannt als „Am Hof“. Siehe die Anzeige zur neuen Adresse in der „Kölnischen Zeitung“ vom 28. August 1857. Salinger, Namensgeber von „Sallinger & Comp.“, starb kurze Zeit später mit nur 35 Jahren am 14. Februar 1858 in Köln.Siehe die üblich knappe Civilstandsmeldung der Stadt Köln, „Simpert Sallinger, unverh., Maler, 35 J. alt, Hof“, abgedruckt in der „Kölnischen Zeitung“ vom 18. Februar 1858, und auch die Dankesanzeige (für die Anteilnahme am Tod) von der Mutter, Witwe, in „Neueste Nachrichten aus dem Gebiete der Politik“, 1858, Jg. 11, 25. Februar 1858, fortlaufende Seitenzahl 486, hier aber in den „Münchener Nachrichten“ als Beilage zu den Neuesten Nachrichten.
Raps betrieb das Fotoatelier allein weiter. Die Firma hieß weiterhin „S. Sallinger & Comp.“, nun mit dem Zusatz „F. Raps“. Zum Beispiel bei der Anzeige, die zum 8. August 1860 den Umzug in die Comödienstraße Nr. 16 vermerkt.Siehe Anzeige in der „Kölnischen Zeitung“, 19. September 1860.
Öffentliches Lob für die Arbeit von Friedrich Raps gab es bereits vorher:
In der neuen Kölner Adresse verkaufte Raps zusätzlich Fotografie-Ausrüstung. Er hatte laut Werbeanzeige „ein reichhaltig assortirtes Lager von photographischen Apparaten“, zudem mit „ausgezeichneten Objectiven zur Aufnahme von Portraits und Landschaft“.Siehe „Kölnische Zeitung“ vom 23. Oktober 1860. Seine spätere Anmeldung im Handelsregister 1862 weist dann erneut auf das Verkaufen von Geräten rund um die Photographie hin.
Seine eigene Foto-Firma gründete Raps, amtlich-formell zumindest, erst im Mai 1862. Sie hieß „S. Sallinger & Cie“, als Fortführung der Unternehmung „S. Sallinger & Comp.“. Der Fotograf Friedrich Raps war nun seit dem 27. Mai 1862 laut Handelsregister „Inhaber einer Handlung in photographischen Gegenständen in Köln“.Siehe „Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Köln“, 12. August 1862.
Raps fotografierte immer wieder bedeutende Persönlichkeiten wie beispielsweise den Prinzen Karl von Bayern und erhielt nach der persönlichen Überreichung der Fotos 1864 eine wertvolle Brustnadel von dem Adeligen zugesandt.Es fällt in diesem Zusammenhang auf: Prinz Karl stand durch Heirat in engster Verbindung zum Familiennamen Baiersdorf/Bayerstdorff, also auch Gräfin Baiersdorf, wo der Vater von F. Raps zumindest 1839 als Portier gearbeitet hatte. Im August 1865 erhielt er einen offiziellen Auftrag der Stadt Köln, Kunstwerke aus dem Museum abzufotografieren.Siehe z. B. die kleine Meldung im „Geschäfts- und Unterhaltungsblatt für den Kreis Grevenbroich …“ vom 16. August 1865.
1865 gab es eine positive Besprechung zu dem F.-Raps-Bildnis von Kardinal und Erzbischof von Geissel und zur Arbeitsweise des Ateliers. Raps stellte damals Bilder zusätzlich auf der Kölner Hochstraße aus.
mini|Anzeige der seit 1872 so heißenden Fotofirma „F. Raps, früher S. Sallinger & Cie.“, die Raps allerdings ebenfalls im Jahr 1872 unter diesem neuen Namen an Carl und Jacob Baumann überschrieben hatte.
Am 5. Januar 1872 kam es zu einer Umfirmierung unter dem neuen Namen „F. Raps, früher S. Sallinger & Cie.“Siehe Deutscher Reichsanzeiger, 10. Januar 1872. Das Wort „früher“ fällt auf. Zwei Tage später wurde das Foto-Unternehmen von Jacob und Carl Baumann (aus der Familie der Ehefrau von F. Raps) übernommen. Als Jacob Baumann verstarb, machte Carl Baumann als alleiniger Inhaber mit der Foto-Firma samt Atelier weiter, formell seit dem 20. Juni 1874.Siehe Deutscher Reichsanzeiger, 24. Juni 1874, S. 6, Handelsgerichtseintrag für Nr. 2692 des Firmenregisters.
Friedrich Raps starb am 28. August 1876 in Köln. Er war bei seinem Tod 54 Jahre alt, galt offiziell als Rentner und hatte laut Todesanzeige ein längeres Leiden hinter sich. Seine 1872 weiterverkaufte Foto-Firma gab es noch bis Herbst 1883.Carl/Karl Baumann überschrieb diese Firma, man spricht nun von einem „Photographischen Institut“, an die Witwe von Friedrich Raps, Katharina. Dies geschah zum Stichtag 31. Oktober 1883. Siehe Handelsregistereintrag laut Deutscher Reichsanzeiger, 7. November 1883, S. 7. – Zum Stichtag 3. November 1883 wurde dieses Unternehmen von Katharina Raps, der Witwe, aus dem Handelsregister dann aber auch gelöscht. „[…] ist bei Nr. 4289 des hiesigen Handels=(Firmen=)Registers vermerkt worden, daß die von der in Köln wohnenden Inhaberin eines photographischen Instituts Catharina, geborene Baumann, Witwe Friedrich Raps, für ihre Handelsniederlassung daselbst geführte Firma: 'F. Raps, früher S. Sallinger & Cie.' erloschen ist. Köln, den 3. November 1883. Keßler, Gerichtsschreiber des Königl. Amtsgerichts, Abth. VII.“ Siehe in der „Kölnischen Zeitung“ vom 6. November 1883. Baumann wechselte nach Dortmund. Er trug (auch schon in Köln, er hatte den Titel im November 1875 als Ehrung zugesprochen bekommen) die Bezeichnung Hof-Photograph bzw. „Hof-Photograph Sr. Kaiserl. u. Königl. Hoheit des Kronprinzen des Deutschen Reiches und Preußen“.
Die Fotos von Friedrich Raps bzw. von dem Foto-Unternehmen und -Atelier „S. Sallinger & Cie“ (bzw. „& Comp.“ bzw. „& Co.“) sind heute in verschiedenen fotografischen Sammlungen zu finden, u. a. das Kölner Museum Ludwig, das Rijksmuseum Amsterdam, das Deutsche Historische Museum Berlin, „Het Nieuwe Instituut voor architectuur, design en e-cultuur“ in Rotterdam oder das Kölnische Stadtmuseum.
Fotos (Auswahl) Adreßbuch für Köln, Deutz und Mülheim a. Rh. sowie der Umgebung Köln’s, 9. Jahrgang 1863. Herausgegeben von E. Kluge. Verlag von Wilh. Greven. Werbeseite Photographisches Atelier, Friedr. Raps, mit Foto des Kölner Doms, ganz vorne im Buch, noch vor der Titelseite. Adreßbuch für Köln, Deutz und Mülheim a. Rh. sowie der Umgebung Köln’s, 12. Jahrgang 1866. Herausgegeben von Wilhelm Greven. Werbeseite Photographisches Atelier, Friedr. Raps, mit Foto des Alten Rathauses von Köln, ganz vorne im Buch, noch vor der Titelseite. Bonner Heimat- und Geschichtsverein, Stadtarchiv Bonn, Bonner Geschichtsblätter, Jahrbuch des Bonner Heimat- und Geschichtsvereins, , volume 68 (2018), Seite 156. Foto von Hermann Eduard Maertens in Köln, von circa 1860.