Die Saison 2024/25 des SV Darmstadt 98 ist die 127. Saison in der Vereinsgeschichte. Nach dem Abstieg in der Bundesligasaison 2023/24 traten die Lilien in der 2. Bundesliga 2024/25 und im DFB-Pokal 2024/25 an.
Nach vier Spieltagen trat Trainer Torsten Lieberknecht von seiner Tätigkeit zurück und neuer Cheftrainer wurde Florian Kohfeldt. Unter diesem wurde das Achtelfinale des DFB-Pokals und der 12. Tabellenplatz in der 2. Bundesliga erreicht.
Zudem nahm die neugeschaffene, zweite Mannschaft des SV Darmstadt 98 als U21-Team an der Hessenliga 2024/25 teil und erreichte in ihrer Premierensaison den 6. Tabellenplatz.
Verlauf der Saison Personalveränderungen und Saisonvorbereitung Nach dem Abstieg aus der Bundesliga 2023/24 traten die Lilien in der 2. Bundesliga 2024/25 an. Cheftrainer Torsten Lieberknecht und Co-Trainer Ovid Hajou wurden dabei weiterhin das Vertrauen geschenkt, die Mannschaft mit Sportdirektor Paul Fernie zusammenzustellen und wurden dabei mit Darius Scholtysik um einen weiteren Co-Trainer ergänzt. Es kehrten sechs Leihspieler zu ihren ursprünglichen Vereinen zurück, darunter auch einige Leistungsträger der Vorsaison, wie Tim Skarke zum 1. FC Union Berlin oder Luca Pfeiffer zum VfB Stuttgart. Auch der langjährige Lilienspieler Marvin Mehlem verließ den Verein zu Hull City. Insgesamt 18 Abgängen standen 17 Neuzugänge (inklusive drei Jugendspieler) gegenüber. Mit Aleksandar Vukotić vom SV Wehen Wiesbaden, Fynn Lakenmacher vom TSV 1860 München und Luca Marseiler von Viktoria Köln holte man vielversprechende Drittligaspieler in den Kader, aber auch Philipp Förster vom Erstligist VfL Bochum schloss sich den Lilien an. Torhüter Marcel Schuhen blieb dem Verein auch in der 2. Bundesliga treu.
Die ersten Testspiele gegen Kreisligisten wurden sehr torreich gewonnen: Auf ein 16:0 beim Neuntligisten SpVgg Hainstadt und einem 24:0 beim Zehntligisten SV Beerfelden folgte ein 8:1 gegen den Siebtligisten SV Münster. Unglücklich war das Ergebnis des Testspiels beim viertklassigen Regionalligisten FSV Frankfurt, gegen den man mit 0:1 unterlag. Die Saisoneröffnung am Merck-Stadion am Böllenfalltor fand am 13. Juli 2024 vor 6.000 Zuschauern gegen den luxemburgischen Erstligisten Swift Hesperingen statt, gegen den man 5:1 gewann. Doch es folgte noch eine Niederlage gegen einen niedrigklassigeren Verein, nämlich die 1:2-Niederlage gegen den Drittligisten 1. FC Saarbrücken. Das letzte Testspiel vor Beginn der Pflichtspiele gegen den englischen Zweitligisten Coventry City konnte Darmstadt dann wieder mit 2:0 für sich entscheiden.
Hinrunde Die ersten beiden Spiele in der 2. Bundesliga gegen Fortuna Düsseldorf (0:2) und SC Paderborn 07 (1:3) gingen enttäuschend verloren. Es folgte die erste Runde im DFB-Pokal 2024/25 gegen den Regionalligisten FC Teutonia 05 Ottensen, welche ins Millerntor-Stadion verlegt wurde und die Lilien glanzlos, aber nichtsdestotrotz mit 3:1 für sich entscheiden konnten. Da der Start nicht optimal verlief, wurde Darmstadt nochmals auf dem Transfermarkt aktiv und holte allen voran die Offensivspieler Isac Lidberg aus Schweden und Killian Corredor aus Frankreich nach Südhessen. Im Zweitligaspiel gegen den 1. FC Nürnberg, trainiert von Miroslav Klose, konnte Lidberg auch schon sein erstes Tor für den Verein erzielen, Endstand 1:1. Am vierten Spieltag verlor Darmstadt nach schlechter Leistung mit 0:4 beim SV Elversberg. Im Anschluss daran trat Torsten Lieberknecht, nachdem man nur einen Punkt in vier Zweitligaspielen holen konnte und sich der Negativtrend der vorherigen Bundesligasaison einfach fortzusetzen schien, am 1. September 2024 von seiner Tätigkeit als Cheftrainer zurück und auch Co-Trainer Ovid Hajou folgte ihm.
Am 7. September 2024 wurde Florian Kohfeldt als neuer Cheftrainer vorgestellt, mit ihm kam auch Co-Trainer Martin Heck ans Böllenfalltor, währendhin einzig Co-Trainer Darius Scholtysik trotz Trainerwechsels dem Trainerstab erhalten blieb. Unter Kohfeldt ging das erste Spiel, am 14. September 2024 gegen Eintracht Braunschweig, mit 1:1 unentschieden aus. Am 20. September 2024 war man am 6. Spieltag beim FC Schalke 04 zu Gast, als Darmstadt bis kurz vor der Halbzeit mit 0:3 gegen den Gastgeber zurücklag. Doch die 61.021 Zuschauer in der Veltins-Arena sahen, wie die Lilien daraufhin fünf Tore erzielten und den 0:3-Rückstand in einem spektakulären 5:3-Auswärtssieg verwandeln konnten. Die Tore erzielten Fraser Hornby, dreimal Isac Lidberg und Sergio López. Trotz des fünften Saisontores von Lidberg ging das anschließende Heimspiel gegen den 1. FC Magdeburg mit 1:2 verloren. Es folgte ein 3:3 beim Karlsruher SC und ein überzeugender 5:1-Heimsieg gegen den Aufstiegsfavoriten 1. FC Köln, diesmal traf Horny doppelt, sowie Lidberg, Förster und Vukotić. Gegen den Drittligaaufsteiger und Abstiegskandidaten SSV Ulm 1846 war das folgende 1:1 dann fast schon wieder enttäuschend.
Dann kam es im DFB-Pokalwettbewerb zum Zweitrundenspiel beim Drittligisten Dynamo Dresden. In einem umkämpften, attraktiven Spiel konnte nach Vukotićs Führung Dresden in der 85. Minute zum 1:1 ausgleichen. Nachdem sich beide Teams bereits auf die Verlängerung einstellen durften, verwandelte Ex-Dresdner Tobias Kempe in der Nachspielzeit einen Elfmeter zum 2:1 für die Lilien. Obwohl 8 Minuten Nachspielzeit angezeigt waren, ließ Schiedsrichter Tobias Stieler so lange nachspielen, bis Jakob Lemmer in der 101. Minute (11. Minute der Nachspielzeit) zum 2:2 ausglich und es doch noch zur Verlängerung kam. Anschließend in der 98. Minute erzielte Lidberg mit dem 3:2 das letzte Tor eines rasanten Spiels und der SV Darmstadt 98 zog in das Achtelfinale ein. Die hart erarbeiteten Erfolge schienen zusammengeschweißt zu haben: In den vier Spielen im November 2024 holte man drei Siege und ein Unentschieden. Bei der SpVgg Greuther Fürth gewann man mit 5:1, gegen Hertha BSC wurde mit 3:1 gesiegt und bei Hannover 96 gab es einen 2:1-Auswärtserfolg. Doch wieder war es einer der Drittligaaufsteiger, gegen den man strauchelte und spielte so nur 0:0 gegen Preußen Münster.
Im Achtelfinale des DFB-Pokals am 3. Dezember 2024 trat man ausgerechnet gegen Trainer Kohfeldts langjährigen Ex-Verein, den Bundesligisten Werder Bremen, an. Vor 40.000 Zuschauern im Weserstadion wehrten sich die Lilien lange tapfer, doch kurz vor der Verlängerung erzielte Werders Anthony Jung in der 4. Minute der Nachspielzeit doch noch den Siegtreffer und Darmstadt schied aus. Am 15. Spieltag in der 2. Bundesliga trennte man sich 2:2 vom Hamburger SV und im Anschluss gewann man einmal mehr überzeugend mit 5:1, diesmal gegen den 1. FC Kaiserslautern. Isac Lidberg, der bis dato neun Zweitligatore für Darmstadt erzielen konnte, musste jedoch in der 15. Minute ausgewechselt werden und fiel für längere Zeit aus. Im letzten Zweitligaspiel vor der Winterpause trat man gegen den abgeschlagenen Tabellenletzten SSV Jahn Regensburg an und unterlag überraschend mit 1:2, woraufhin die Serie von neun ungeschlagenen Spielen riss. Zur Winterpause belegten die Lilien in der 2. Bundesliga den 10. Tabellenplatz, mit 4 Punkten Abstand zu den Aufstiegsrängen und 10 Punkten Abstand zu den Abstiegsrängen. In der Hessenliga belegte die zweite Mannschaft mit 35 Punkten den 6. Tabellenplatz von 19 Teilnehmern.
Rückrunde Das einzige Testspiel in der Wintervorbereitung fand im Trainingslager im spanischen La Nucia statt, als man am 11. Januar 2025 in einem Spiel über 120 Minuten den spanischen Erstligisten FC St. Gallen mit 1:0 schlug. Klaus Gjasula, der unter Florian Kohfeldt kaum Verwendung fand, wechselte zum Drittligisten Rot-Weiss Essen. Ersatztorhüter Karol Niemczycki und Jugendstürmer Fabio Torsiello wurden verliehen. Dem standen die Neuzugänge des zuletzt vereinslosen Jean-Paul Boëtius sowie des montenegrinischen Innenverteidigers Meldin Drešković gegenüber. Das erste Zweitligaspiel im Kalenderjahr 2025 endete gegen Fortuna Düsseldorf mit 2:2, nachdem Killian Corredor mit einem Doppelpack das Spiel noch ausgleichen konnte. Im Anschluss gab es vier torlose Niederlagen in Serie: Gegen den SC Paderborn 07 (0:1), den 1. FC Nürnberg (0:1), SV Elversberg (0:3) und Eintracht Braunschweig (0:1), ehe man am 23. Spieltag gegen den FC Schalke 04 wieder mit 2:0 gewinnen konnte und der inzwischen wieder genesene Isac Lidberg in der 3. und 5. Minute die Tore des Tages und damit früh im Spiel seinen Doppelpack erzielte.
Der 2:0-Sieg gegen Schalke war der erste in einer Reihe von vier Heimsiegen in Folge, da man im Anschluss auch gegen den Karlsruher SC (3:0), gegen die SpVgg Greuther Fürth (1:0) und gegen Hannover 96 (3:1) zuhause gewinnen konnte. Auswärts jedoch hatte man von Dezember 2024 bis zum 28. März 2025 mit einer 1:2-Niederlage beim SSV Ulm 1846 sogar sechs Niederlagen in Serie zu verbuchen, was die Lilien wieder in Abstiegsgefahr brachte. Da man jedoch von den vier Ligaspielen im April 2025 zwei Siege und zwei Unentschieden holen sowie den punktlosen Auswärtstrend mit einem 1:1-Remis bei Hertha BSC stoppen konnte, war es dem SV Darmstadt 98 möglich, am 26. April 2025 zum 31. Spieltag auswärts beim akut abstiegsbedrohten Preußen Münster den Klassenerhalt in der Zweitklassigkeit perfekt zu machen, wenn man dieses Spiel zumindest nicht verlieren würde. Dieses Mindestziel wurde mit einem 1:1-Unentschieden erreicht und somit am viertletzten Spieltag der Klassenerhalt auch rechnerisch festgemacht.
Am 3. Mai 2025 riss die Heimspiel-Siegesserie durch eine 0:4-Niederlage gegen den Aufstiegskandidaten Hamburger SV ab, ehe man am 33. und vorletzten Spieltag auf den 1. FC Kaiserslautern traf, dessen aktueller Trainer der wenige Wochen zuvor verpflichtete Torsten Lieberknecht darstellte, welcher zu Beginn der laufenden Saison noch das Grundgerüst des aktuellen Lilienkaders mit auf die Beine gestellt hatte, doch Darmstadt verlor dieses Auswärtsspiel mit 1:2. Am letzten Spieltag am 18. Mai 2025 wurde bei einem 3:1-Sieg gegen den bereits als Absteiger feststehenden SSV Jahn Regensburg der langjährige Lilienspieler Tobias Kempe, der in dieser Partie als Kapitän auflief, feierlich verabschiedet. Nach 11 Siegen, 8 Unentschieden und 11 Niederlagen unter Kohfeldt erreichte Darmstadt am Ende der Saison den 12. Tabellenplatz.
Personalien Sportliche Leitung und Vereinsführung