Die Evangelische Pfarrkirche in Mehlsack , seit 1945 in Polen, war ein 1850 bis 1851 erbauter rechteckiger Ziegelbau im gotischen Stil. Von der Kirche steht heute nur noch die Ruine des Turms.

Geographische Lage Die heutige Stadt Pieniężno liegt im Nordwesten der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren, etwa 20 Kilometer südlich der heutigen polnisch-russischen Staatsgrenze. Der Standort in der Stadt befindet sich am Markt (polnisch Rynek) gegenüber den Rathaus. mini|150px|Die noch erkennbaren Grundmauern des Kirchenschiffs mini|150px|Der Turm der Kirche noch mit spitzem Dachhelm

Kirchengebäude Die wohl im Geiste von Karl Friedrich Schinkel in den Jahren 1850 bis 1851 erbaute Kirche war ein neugotischer Ziegelbau mit seitwärts gestelltem Turm als südliche Verlängerung des Westgiebels.Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 2 Bilder ostpreußischer Kirchen, Göttingen 1968, S. 31

Der Kircheninnenraum hatte eine flache Balkendecke, und der Chorraum war von einem Sterngewölbe überdacht. Der Altar war um eine Stufe erhöht, die Kanzel befand sich seitlich am Gurtbogen.

Am 18. Oktober 1851 wurde Kirche eingeweiht.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche stark beschädigt. Das Kirchenschiff wurde in den 1960er Jahren abgerissen, und heute sind nur noch die Grundmauern zu sehen.

Der Turm blieb als Ruine erhalten.Informationszentrum Ostpreußen: Kirchen in Mehlsack, Kloster Er beherbergte früher zwei Glocken, von denen eine zu Rüstungszwecken im Krieg abgeliefert werden musste. Die andere blieb erhalten und läutet heute im Turm der benachbarten römisch-katholischen Stadtpfarrkirche St.-Peter-und-Pauls-Kirche. Lange Zeit versuchte man den Turm zu veräußern, doch ohne Erfolg. 2014 kam der Gedanke auf, eine Restaurierung vorzunehmen. Inzwischen wurde bereits der spitze Dachhelm abgenommen und neben dem Gebäude deponiert.

Eine Informationstafel am Kirchengelände erinnert übrigens an die Geschichte der ehemaligen evangelischen Pfarrkirche in Mehlsack.

Kirchengemeinde Eine evangelische Kirchengemeinde wurde in Mehlsack im Jahre 1772 gegründet.Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen 1968, S. 453 Waren zunächst die Pfarrer in Eisenberg (polnisch Żelazna Góra) bzw. Eichholz (Dębowiec) für die Betreuung der Gemeinde zuständig,Friedwald Moeller: Altpreußisches evangelisches Pfarrerbuch von der Reformation bis zur Vertreibung im Jahre 1945, Hamburg 1968, S. 93 so wurden zwischen 1809 und 1817 Katecheten eingestellt, bis dann 1817 ununterbrochen bis 1945 eigene Geistliche in Mehlsack amtierten. Die Gottesdienste fanden zunächst im Saal des Rathauses statt,Miasto i Gmina Pienięźno: Obiekty sakralne - Wieża po kościele ewangelickim Turm der evangelischen Kirche (polnisch) bis dann 1851 der Kirchneubau vorhanden war.

Im Jahre 1925 zählte das weit verstreute Kirchspiel Mehlsack 626 Gemeindeglieder. Die Pfarrgemeinde war bis 1945 zum Superintendenturbezirk Braunsberg (polnisch Braniewo) im Kirchenkreis Ermland eingegliedert, der der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union zugehörte.

Pfarrer

An der evangelischen Pfarrkirche in Mehlsack amtierten die Pfarrer: Joh. C. K. Friedrich Krieger, 1817–1818 Carl Gustav Adolf Hofmann, 1819–1824 Lebrecht Ferdinand Bock, 1825–1829 Eduard G. Fried. Wilh. Weiß, 1829–1831 Carl Emil Gebauer, 1831 Chr. Ludwig S. A. Kähler, 1831–1837 August Ernst G. Differt, 1837–1856 Adolf Alex. Rudolf Zaabel, 1856–1868 Adolf Emil Jordan, 1869–1903 Kurt Knorr, 1903 Erich Braun, 1903–1912 Paul Hoffmann, 1912–1916 Wolfgang Elmenthaler, 1916–1821 Hans Lockies, 1922–1927 Ernst Paul Günther, 1927–1934 William Papendorf, 1934–1938 Egon Stritzel, 1938–1945

Kirchspielorte

Zum Kirchspiel der Pfarrkirche gehörten die Orte, Ortschaften und Wohnplätze:

Deutscher Name Polnischer Name Deutscher Name Polnischer Name Agstein Augustyny Lotterbach Niedbałki Blumbergmit Katzenzagel Mikołajewomit Kocia Kępa Lotterfeld Łoźnik Bornitt Bornity Luben Lubień Borwaldemit Marienhof Borowiec Mehlsack Pieniężno Drewenz Drwęca Nallaben Nałaby Engelswalde Sawity Packhausenmit Fichtenbruch Pakosze Eschenau Jesionowo Palten Posady Frauendorf Babiak Paulen Pawły Freihagen Brzostki Perwilten Perwilty Gauden Gaudyny Peterswalde Piotrowiec Gayl Gajle Peythunen Pajtuny Gedauten Gieduty Plauten Pluty Glauden Glądy Podlechen Podlechy Groß Körpen Kierpajny Wielkie Rosengarth Różaniec Groß Klaussitten Kłusity Wielkie Rosenwalde Wola Wilknicka Heinrikau Henrykowo Scharfenstein Ostry Kamień Heistern Kajnity Schönsee Kowale Hogendorf Wysoka Braniewska Seefeld Jeziorko Kirschienen Kiersiny Sonnenfeld Cieszęta Kleefeld Glebiska Sonnwalde Radziejewo Klein Klaussitten Kłusity Małe Stabunken Stabunity Klein Körpen Kierpajny Małe Steinbotten Pełty Klingenberg Łozy Steinkerwalde Kamionki Layß Łajsy Stigehnen Stygajny Langwalde Długobór Sugnienenmit Wernershöh Żugieniemit Walnin Lichtenau Lechowo Tolksdorfmit Schönauund mit Demuth Tolkowiecmit Jarzębiec und mit Demity Lichtwalde Wyrębiska Wölken Wołki Liebenthal Lubianka Woppen Wopy Lilienthal Białczyn Woynitt Wojnity Lindmannsdorf Wola Lipecka

Weblinks

Einzelnachweise

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