Bijelgee (Biyelgee, , wiss. Transliteration , oder Bii ) ist ein traditioneller Tanz aus der Mongolei. Die meisten Regionen des Landes haben ihre eigenen Varianten. Die Westmongolen (Oiraten) sind besonders für ihre Version des Biyelgee-Tanzes bekannt.

Hintergrund Biyelgee wird im Halbsitz oder im Schneidersitz aufgeführt. Hand-, Schulter- und Beinbewegungen drücken Aspekte des Alltags mongolischer Hirten aus, wie das Melken von Kühen, Kochen, Jagen, Hausarbeit, Bräuche und Traditionen usw., sowie spirituelle Merkmale, die mit verschiedenen ethnischen Gruppen verbunden sind.

Der mongolische Tanz entwickelte sich sehr früh, wie eine Erwähnung in der Geheimen Geschichte der Mongolen belegt: „Die Mongolen feierten mit Tanz und Festmahlen… Sie tanzten um den Vielblättrigen Baum von Qorqonaq, bis sie bis zu den Rippen in Furchen standen und sich bis zu den Knien Wunden zufügten.“

Musik Musik spielt beim Biyelgee eine wichtige Rolle. Die gebräuchlichsten Begleitinstrumente sind die Towschuur (товшуур), die Morin Khuur (Pferdekopfgeige) und die Ikhel (икэлийн), manchmal auch in Kombination mit anderen Instrumenten.

Es gibt auch Tänze, die ausschließlich zur Begleitung der menschlichen Stimme aufgeführt werden, zum Beispiel den burjatischen Tanz “Yohor”.

Choreographie Biyelgee wird traditionell auf dem begrenzten Raum vor der Feuerstelle aufgeführt, weshalb die Tänzer ihre Füße praktisch nicht benutzen. Stattdessen setzen sie hauptsächlich ihren Oberkörper ein und drücken durch rhythmische Bewegungen verschiedene Aspekte ihrer Identität aus, wie Geschlecht, Stamm und ethnische Zugehörigkeit.

Varianten Jede mongolische Volksgruppe hat ihre eigene, besondere Ausdrucksform. Zum Beispiel: Die Dürbeten und die Torguten begleiten ihre Tänze mit Gesängen; Die Bayaden tanzen mit nach außen gebeugten Knien und balancieren darauf Krüge, die mit saurer Stutenmilch (Airag) gefüllt sind; Dürbeten balancieren Krüge mit Airag auf Köpfen und Händen; Die Zakhchin hocken beim Tanzen, der Körper ist nach vorne geneigt; Die Burjaten tanzen im Kreis und bewegen sich dabei stets in Richtung der Sonne; ein Solosänger improvisiert jeweils zwei Strophen, woraufhin der Chor den Refrain singt.

Einzelnachweise

Literatur Peter K. Marsh: Horse-Head Fiddle and the Cosmopolitan Reimagination of Mongolia. 2004. ISBN 0-415-97156-X Carole Pegg: Mongolian Music, Dance, and Oral Narrative: Recovering Performance Traditions. (mit Audio-CD) 200 3. ISBN 978-0-295-98112-3

Kategorie:Mongolischer Tanz Kategorie:Immaterielles Kulturerbe (Mongolei)