Henny Neumann-Bock (geboren 10. Januar 1855 in Thorn, Westpreußen, Königreich Preußen; ermordet 7. Dezember 1942 im KZ Theresienstadt) war eine deutsche Konzertsängerin und Übersetzerin.

Leben und Wirken Henriette Neumann stammte aus einer jüdischen Familie. Ihre Mutter Johanna (1816–1899) war eine Tochter des Arztes Gottlieb Kühlbrand, die Gedichte und Märchen schrieb und veröffentlichte, Henriettes Vater war Nehemias Neumann.Sophie Pataky, Lexikon deutscher Frauen der Feder, Band 2, Berlin 1898, S. 85–86; mit einigen Angaben zur Mutter Johanna Neumann, nach deren Angaben, kurz vor ihrem Tod 1899Henriette Neumann-Bock Wikitree, mit Link zu geni.com. Ihre nur wenig jüngere Nichte Luise Wolf, die in ihrer Familie aufwuchs, wurde ebenfalls Übersetzerin; ihr Cousin, der Kaufmann Heinrich Kurtzig, war auch als Schriftsteller tätig.

Henriette Neumann besuchte eine Höhere Mädchenschule und studierte Gesang an der Königlichen Hochschule zu Berlin.Pataky, Lexikon, 1, 1898, S. 88; Wrede, von Neuenfels, Das geistige Berlin, 1897, S. 36, mit einigen biographischen Angaben, aber falschen Geburtsjahren Anschließend war sie ein Jahr lang als Konzertsängerin und Gesangslehrerin tätig. Danach heiratete sie den Rechtsanwalt Leo Bock und zog zu ihm nach Włocławek in Russisch-Polen. Etwa seit 1891 lebte sie mit ihren Kindern in Wilmersdorf bei Berlin.Berliner Adressbücher, 1892–1941, mit jährlichen Einträgen außer 1910–1914, aufgeführt in In den folgenden Jahren übersetzte sie Texte aus dem Englischen, Französischen und Polnischen für Zeitungen und Zeitschriften, seit etwa 1907 auch Bücher aus dem Schwedischen und Dänischen.Kürschners Deutscher Literatur-Kalender, 1896–mindestens 1931, mit jährlichen Einträgen und Sprachen (F= Französisch, E= Englisch usw.)

Am 25. August 1942 wurde Henriette Bock aus Berlin in das Lager Theresienstadt deportiert, wo sie am 7. Dezember 1942 im Alter von 87 Jahren starb.Henriette Bock Holocaust.cz, Opferdatenbank, mit Todesfallanzeige. Sie wurde in verschiedenen Lexika und weiteren Werken erinnert.Theophil Stengel, Herbert Gerigk, Lexikon der Juden in der Musik, 1941, S. 39; Eva Weissweiler, Lili Weissweiler, Ausgemerzt! Das Lexikon der Juden in der Musik und seine mörderischen Folgen, 1999, S. 204; Hilmar Schmuck, Jewish Biographical Index, 1999, S. 773; mit kurzen Erwähnungen; Heinrich Kurtzig, Ostdeutsches Judentum. Tradition einer Familie, Berlin 1928, S. 26, mit Erinnerungen ihres Cousins

Werke (Auswahl) Sie übersetzte Texte für Zeitungen und Zeitschriften aus dem Englischen, Französischen und Polnischen als H. B., sowie später Bücher aus dem Schwedischen, Dänischen und Englischen als Henny Bock-Neumann. Am bekanntesten wurden Romane der schwedischen Nobelpreisträgerin Selma Lagerlöf, von denen einige bis in die Gegenwart neu aufgelegt wurden.

Aus dem Schwedischen Fredrik Wilhelm Scholander, Das geheimnisvolle Haus, in Aus fremden Zungen, 1905 Amanda Kerfstedt, Per und die Prinzessin, in Aus fremden Zungen, 1906 Gabriele Ringertz, Opferfeuer, Roman, Schuster & Loeffler, Berlin, 1907 Ellen Wester, An den Gewissen des Todes, in Aus fremden Zungen, 1908

Frida Stéenhoff: Die reglementierte Prostitution vom feministischen Gesichtspunkte, Dietrich, Gautzsch bei Leipzig, 1908 Gustav Esmann, Drei Kammerspiele, Vita, Charlottenburg, 1908 Gustav Esman, Weltkinder. Geschichten aus dem nordischen Paris, Vita, Charlottenburg, 1910 Wilma Lindhé, Elsa Wang, Hillger, Berlin, 1911 Selma Lagerlöf, Christuslegenden, Ullstein, Berlin, 1914, digitalisiert Selma Lagerlöf, Gösta Berling, Th. Knaur, Berlin, 1922, mehrere Neuauflagen, digitalisiert Ellen Wester, Ine-Mine-Lisbet und Tante Sofia-Regina oder Der Liebe Technik und ihr Wert , Weltgeist, Berlin, 1927 Selma Lagerlöf, Jerusalem, Roman, Hillger, Berlin 1929 Victor Rydberg, Erbe aus dem Chaos, in Sozialistische Monatshefte, 1931 Aus dem Dänischen Jens Peter Jacobsen, Niels Lyhne, Schreiter, Berlin, 1910, mehrere Neuauflagen bis mindestens 1924

Aus dem Englischen William John Locke, Der sittenstrenge Sir Marcus (The Morals of Marcus). Lustspiel in vier Akten, Bühnen-Verlag A.F.A., Charlottenburg, 1911

Aus dem Polnischen Marian Gawalewicz, Ein weiblicher Othello und andere Geschichten, Hillger, Berlin, 1904, Kürschners Bücherschatz

Literatur Richard Wrede, Hans von Reinfels (Hrsg.): Das geistige Berlin. Eine Encyklopädie des geistigen Lebens Berlins. Berlin 1897. S. 36 Sophie Pataky: Lexikon deutscher Frauen der der Feder. Band 1. Berlin 1898. S. 88

Weblinks Übersetzungen von Henny Neumann-Bock WorldCat

Einzelnachweise

Kategorie:Übersetzer aus dem Schwedischen Kategorie:Übersetzer aus dem Englischen Kategorie:Übersetzer aus dem Französischen Kategorie:Übersetzer aus dem Polnischen Kategorie:Übersetzer aus dem Dänischen Kategorie:Opfer des Holocaust Kategorie:Häftling im Ghetto Theresienstadt Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1855 Kategorie:Gestorben 1942 Kategorie:Frau