British Columbia350px|zentriert|Reliefkarte von Britisch Columbia Kontinent: Nordamerika Region: Westkanada Fläche: – Total – Wasser Drittgrößte der Provinzen und Territorien Kanadas944.735 km² 19.549 km² (2,1 %) Grenzen: Alaska → im Nordwesten und WestenPazifik → im WestenWashington, Idaho, Montana → im SüdenAlberta → im OstenYukon, Nordwest-Territorien → im Norden Küstenlinie: 25.725 km Höchster Punkt: Mount Fairweather(4.663 m) Tiefster Punkt: Pazifik (Meeresspiegel) GeographischerMittelpunkt: Vanderhoof (British Columbia) Längster Fluss: Fraser River (1.368 km) GrößtesBinnengewässer: Williston Lake (1.761 km²) Klima: TundraSubarktisches KlimaSommerwarmes feuchtes KontinentalklimaSommertrockenes subarktisches KlimaSommerwarmes trockenes KontinentalklimaSubpolares Ozeanklima(Gemäßigtes) OzeanklimaSommerwarmes MittelmeerklimaKaltes Steppenklima
British Columbia ist die westlichste Provinz von Kanada; sie grenzt an den Pazifik. Mit einer Fläche von 944.735 km² ist sie die drittgrößte der Provinzen und Territorien Kanadas. Die Provinz ist fast viermal so groß wie das Vereinigte Königreich, größer als Deutschland und Frankreich zusammen sowie größer als jeder einzelne Bundesstaat der Vereinigten Staaten mit Ausnahme von Alaska. British Columbia grenzt im Nordwesten an Alaska, direkt nördlich an Yukon und die Northwest Territories, im Osten an Alberta und im Süden an die US-Bundesstaaten Washington, Idaho und Montana. Als damaliger Teil des British Empire wurde die südliche Grenze von British Columbia 1846 durch den Oregon-Kompromiss festgelegt. Die Landschaften der Provinz werden von Gebirgszügen dominiert, darunter die kanadischen Rocky Mountains, doch vorwiegend von den Coast Mountains, den Cassiar Mountains und den Columbia Mountains; sie ist die Gebirgiste der Provinzen Kanadas. Der Großteil der Bevölkerung konzentriert sich an der Küste des Pazifik, insbesondere im Gebiet von Vancouver, welches an der Südwestspitze des Festlands liegt und als Lower Mainland bezeichnet wird.
Statistik
Gesamtfläche: 944.735 km² Landfläche: 925.186 km² (97,9 %) Wasserfläche: 19.549 km² (2,1 %)
Physische Geographie
British Columbia wird gewöhnlich in drei Regionen geteilt, das British Columbia Interior, die British Columbia Coast und das Lower Mainland (obwohl das letztgenannte eigentlich Teil der Coast ist). Diese werden von einem lockeren und oft überlappenden System kulturgeografischer Regionen sowohl aufgeteilt als auch zusammengefasst, die oft Einzugsgebiete von Flüssen repräsentieren, manchmal aber auch übergreifend über diese definiert werden. Erstere sind beispielsweise die Kootenays, das Okanagan und der Chilcotin District, während letztere durch das Lillooet Country und das Cariboo repräsentiert werden. Zu den wichtigen Teilregionen gehören das Fraser Valley, das Teil des Lower Mainland ist, der Fraser Canyon (welcher über verschiedene Regionen hinwegreicht) und das Robson Valley, welches der höchstgelegene Teil des Einzugsgebietes des Fraser River südöstlich von Prince George darstellt. Vancouver Island wird als eigene Region innerhalb der Coast angesehen, wie das auch bei Haida Gwaii (den früher so genannten Queen Charlotte Islands) und den Gulf Islands der Fall ist.
Relief mini|Die Sky Pilot Group (links) und die Tantalus Range (rechts), Teil der Coast Mountains vom Cheakamus River aus
Die Canadian Rockies, die Coast Mountains und die Inside Passage bilden einen Teil von British Columbias weltberühmter und spektakulärer Szenerie. Diese Landschaften sind die Grundlage und der Kontext für eine wachsende Industrie der Outdoor-Aktivitäten und des Ökotourismus. Im äußersten Südwesten von British Columbia bildet das untere Fraser Valley ein ebenes, fruchtbares Dreieck intensiv genutzten Landes. Die Stadt Penticton sowie die Kleinstädte Oliver und Osoyoos haben die wärmsten Sommer in Kanada, obwohl die Hotspots mit Lillooet und Lytton im Fraser Canyon liegen. Nahezu die gesamte Coast einschließlich eines Großteils von Vancouver Island ist von Regenwald der gemäßigten Breiten bedeckt. Ein Drittel der Provinz besteht aus unwirtlicher alpiner Tundra, Eisfeldern und Gletschern.
Gebirge und Gebirgsketten Die Landschaften von British Columbia gehören zu zwei wichtigen kontinentalen Landschaftsräumen, den Interior Plains im Nordosten der Provinz, von denen der Anteil von British Columbia Teil des Alberta Plateau ist. Der Rest der Provinz ist Teil der West-Kordillere von Nordamerika, in Kanada oft als Pacific Cordillera oder Canadian Cordillera bezeichnet. Die Kordillere wird in vier Haupt-„Systeme“ gegliedert (die sich von den korrespondierenden geologischen Provinzen unterscheiden):
Östliches System
Das östliche Gebirgs-System vom Britisch Columbia umfasst die überragenden kanadischen Rocky Mountains mit den Cariboo-, Selkirk-, Monashee- und Purcell-Ketten des Columbia-Mountains-Systems im Süden sowie den Hart Ranges und den Muskwa Ranges in den nördlichen Rocky Mountains im Norden. Die Canadian Rockies umfassen den kanadischen Teil der nordamerikanischen Rocky Mountains. Das südliche Ende in Alberta und British Columbia grenzt an Idaho und Montana in den Vereinigten Staaten, das nördliche Ende an die Liard Plain zwischen dem Smith River und dem Dease Plateau in British Columbia.
Inneres System Das innere System umfasst das Interior Plateau und die Interior Mountains (auch als Northern Interior Mountains bekannt) und den südlichen Teil des Yukon Plateau. Die wichtigsten Teile der Interior Mountains sind die Cassiar Mountains, die Omineca Mountains, das Stikine Plateau, die Skeena Mountains und die Hazelton Mountains. Jeder von ihnen hat mehrere Teilketten; einige Definitionen umfassen auch das Tahltan Highland und das Tagish Highland, welche aber auch als zu den Boundary Ranges der Coast Mountains zugehörig geführt werden (siehe nächsten Abschnitt). Die wichtigsten Teile des Interior Plateau sind das Nechako Plateau, das McGregor Plateau, das Fraser-Plateau (welches aus dem Chilcotin Plateau und dem Cariboo Plateau sowie einer Anzahl kleinerer Bergketten besteht) und das Thompson-Plateau. Das Quesnel Highland, das Shuswap Highland und das Okanagan Highland, welche das Plateau im Osten begrenzen, werden manchmal als Teile desselben angesehen, sind aber offiziell Teil des Columbia-Mountains-Systems und werden als Teilketten der angrenzenden Gebirgszüge betrachtet, namentlich der Cariboo Mountains und der Monashee Mountains.
Westliches System Das westliche System umfasst die Coast Mountains, die North Cascades (in den USA als Cascade Range bekannt), die südöstlichsten Saint Elias Mountains und den Coastal Trough, welcher wiederum die Georgia Depression und deren Untereinheit, das Fraser Lowland und andere tiefer liegende Gebiete an der Küste umfasst.
Die Coast Mountains sind das westlichste Gebirge der Pazifischen Kordillere; sie verlaufen entlang der Westküste des nordamerikanischen Kontinents und erstrecken sich vom Alaska Panhandle über den Großteil der Küstenregion von British Columbia. Das Gebirge ist an seinen westlichen Ausläufern mit dichtem gemäßigtem Regenwald bedeckt. Es erhebt sich bis hinauf zu stark vergletscherten Gipfeln, zu denen die größten Eisfelder der Welt in den gemäßigten Breiten gehören. An seinen östlichen Flanken fällt es zum trockenen Interior Plateau bzw. zu den subarktischen Nadelwäldern der Skeena Mountains und des Stikine Plateau hin ab.
Mount Waddington ist mit 4.016 m der höchste Berg innerhalb von British Columbia, und Mount Fairweather in der Fairweather Range der Eliaskette an der Grenze von British Columbia und Alaska bildet den höchsten Punkt der Provinz insgesamt. Ein Großteil der Küste von British Columbia ist von Fjorden geprägt, bedingt durch die vielen Inseln entlang der Pazifikküste, die die höchsten Punkte eines untergetauchten Gebirges darstellen.
Insel-System Das Insel-System umfasst die Insular Mountains, zu welchen die Vancouver Island Ranges und die Queen Charlotte Mountains wie auch das Nanaimo Lowland, das Nahwitti Lowland und die Hecate Depression gehören.
Geologie und Gebirgsbildung
Die jüngeren Ketten der Canadian Rockies wurden während der späten Kreidezeit (vor 145–66 Millionen Jahren) emporgehoben und sind damit ein relativ neues, hochaufragendes und schwach erodiertes Gebirge.,
Während der letzten Kaltzeit war ganz British Columbia (mit Ausnahme von Haida Gwaii und der Brooks-Halbinsel) von Eis bedeckt.
Die höchsten Berge von British Columbia nach Gebirgen BergHöhe (m)Saint Elias MountainsFairweather Mountain (höchster Punkt an der Grenze Alaska – B.C.)4.663Mount Quincy Adams (an der Grenze Alaska – B.C.)4.133Mount Root (an der Grenze Alaska – B.C.)3.901Coast MountainsMount Waddington4.016Mount Tiedemann3.848Combatant Mountain3.756Rocky MountainsMount Robson3.954Mount Columbia (an der Grenze Alberta – B.C.)3.747Mount Clemenceau3.642Selkirk MountainsMount Sir Sandford3.522Cariboo MountainsMount Sir Wilfrid Laurier3.520Purcell MountainsMount Farnham3.481Monashee MountainsMount Monashee3.274
Vulkanismus
mini|Mount Edziza, ein großer Schildvulkan im Nordwesten von British Columbia mini|Das Mount-Meager-Massiv von Osten aus der Nähe von Pemberton; die Gipfel von links nach rechts sind der Capricorn Mountain, der Mount Meager und der Plinth Peak
Obwohl der Allgemeinheit wenig bekannt, ist British Columbia doch Heimat für ein riesiges Gebiet vulkanischer Aktivität und darin befindlicher Vulkane im pazifischen Feuerring. Mehrere Berge, die viele Einwohner von British Columbia täglich vor Augen haben, sind schlafende Vulkane. Die meisten von ihnen brachen während des Pleistozän und Holozän aus. Obwohl es gegenwärtig keine Vulkanausbrüche in Kanada gibt, werden doch verschiedene Vulkane, Vulkanfelder und Vulkangürtel für potenziell aktiv gehalten, und 49 von ihnen brachen in den vergangenen 10.000 Jahren aus; weitere waren in den letzten zwei Millionen Jahren aktiv. An einigen Vulkanen gibt es Thermalquellen. Zehn Vulkane scheinen seit 1975 mit seismischer Aktivität in Zusammenhang zu stehen, darunter der Mount Silverthrone, das Mount-Meager-Massiv, das Wells-Gray-Clearwater-Vulkanfeld, der Mount Garibaldi, der Mount Cayley, der Castle Rock, The Volcano, der Mount Edziza, der Hoodoo Mountain und die Crow Lagoon. Zahlreiche Schildvulkane entwickelten sich während des Tertiärs im nördlichen Zentrum des heutigen British Columbia, und einige von ihnen waren zwischenzeitlich bis in historische Zeiten hinein aktiv. Mount Edziza und Level Mountain sind höchst spektakuläre Exemplare. Mount Edziza ist ein Schichtvulkan, der aus einem basalen Schild aus basaltischer Lava, ausgestoßen von einem zentralen Schlot und zahlreichen Flankenvulkanen, sowie aus Aschenablagerungen und Blocklaven besteht. Der Komplex hat eine lange Ausbruchsgeschichte, die vor etwa zehn Millionen Jahren begann und vor etwa 1.300 Jahren endete.
Die Vulkane von British Columbia werden in vier Vulkangürteln mit unterschiedlichen tektonischen Gegebenheiten gruppiert. Der Garibaldi-Vulkangürtel ist eine von Nord nach Süd verlaufende Kette von Vulkanen im südwestlichen British Columbia. Er ist der nördlichste Abschnitt des Cascade Volcanic Arc in den Vereinigten Staaten und enthält die explosivsten jungen Vulkane in Kanada. Er entstand durch die Subduktion der Juan-de-Fuca-Platte an der Cascadia-Subduktionszone. Die Ausbruchstypen innerhalb des Gürtels reichen von Effusionen bis zu Ejektionen, wobei die Gesteine Basalte bis Rhyolithe umfassen. Die jüngste katastrophale Eruption ereignete sich 2.350 BP am Mount-Meager-Massiv. Sie produzierte eine mindestens 20 km hohe Eruptionssäule, die bis in die Stratosphäre reichte und den Lillooet River mit Brekzie staute.