mini|Östliches Grauhörnchen (Gattung Sciurus Carolensis) ähnlich dem Grauhörnchen Peanut
Peanut (auch bekannt als P’Nut) war ein Grauhörnchen, das aufgrund hoher Aufrufzahlen im Sozialen Netzwerk Instagram öffentliche Wahrnehmung erzeugte. Peanut wurde am 30. Oktober 2024 von der Umweltschutzbehörde des US-Bundesstaates New York aufgrund einer Anzeige wegen unrechtmäßiger Wildtierhaltung beschlagnahmt. Nachdem am 2. November 2024 bekannt wurde, dass Peanut eingeschläfert worden war, erregte dieser Vorgang internationales Medieninteresse, was zu einer Gesetzesinitiative im Bundesstaat New York führte und zeitweise im US-Wahlkampf 2024 instrumentalisiert wurde. Der Fall fand international mediale Beachtung.
Geschichte Der US-Amerikaner Mark Longo hatte angegeben, das durch einen Autounfall verletzte junge Grauhörnchen 2017 in New York City bei sich aufgenommen zu haben. Longo pflegte das Tier, bis es kräftig genug war, und ließ es frei. Am nächsten Tag fand er das Tier jedoch wieder auf seiner Veranda, wobei „ein Stück seines Schwanzes fehlte“. Danach behielt Longo das Tier sieben Jahre lang in seiner Obhut. Während dieser Zeit erstellte Longo einen Instagram-Account, auf dem er Videos von Peanut teilte. Bis Oktober 2024 hatte der Account über 500.000 Follower. Die so entstandene Social Media-Präsenz wurde vom Ehepaar Longo dazu genutzt, die Tierauffangstation P’Nuts Freedom Farm Animal Sanctuary zu etablieren und teilweise zu finanzieren.
Nachdem der Umweltschutzbehörde des US-Bundesstaates New York (DEC, State Department of Environmental Conservation) die illegale Haltung von Wildtieren als Haustiere gemeldet worden war, wurde Peanut am 30. Oktober 2024 beschlagnahmt. Eine am selben Tag gestartete Petition an die Regierung des Bundesstaates war am 1. November bereits von über 22.000 Menschen unterschrieben worden. Außerdem wurde auf GoFundMe eine Spendenaktion gestartet, um das juristische Vorgehen gegen die Umweltschutzbehörde zu finanzieren. Am 1. November 2024 wurde durch die Umweltschutzbehörde bekanntgegeben, dass das Tier eingeschläfert worden sei, da die Gefahr einer Tollwutinfektion bestanden habe. Eine an den Ermittlungen beteiligte Person sei von dem Grauhörnchen gebissen worden. Am 12. November 2024 wurde anhand des veröffentlichten negativen Testergebnisses bekannt, das das Tier nicht mit Tollwut infiziert gewesen war. Mark Longo kündigte rechtliche Schritte gegen die Behörden an. Am 13. November 2024 hatte die zu diesem Zweck initiierte Spendenaktion bereits über 230.000 US-Dollar erbracht.
Im Juni 2025 reichte das Ehepaar Longo beim Obersten Gerichtshof New York (New York Court of Appeals) eine Schadenersatzklage in Höhe von 10 Mio. USD gegen die Umweltschutzbehörde des Staates New York ein. Aktuell (Stand Juli 2026) strebt der Staat New York die Abweisung der Klage an.
Politische Auswirkungen Aufgrund des anhaltenden öffentlichen und medialen Drucks veröffentlichte das DEC im April 2025 eine Mitteilung, wonach das behördliche Vorgehen im Umgang mit illegalen Wildtieren einer Überprüfung unterzogen würde, um ähnliche Vorfälle in Zukunft zu vermeiden. Diese Mitteilung erfolgte, weil im März 2025 eine Gesetzesinitiative namens „Peanut’s Law: The Humane Animal Protection Act“ zur Verbesserung des Tierwohls und des humanen Umgangs mit Tieren durch den republikanischen State-Assembly-Abgeordneten Jake Blumencranz und der demokratischen State-Senate-Abgeordneten Jessica Scarcella-Spanton eingebracht worden war.Senate Bill S7011. The New York State Senate, abgerufen am 21. September 2026 (englisch). Aktuell (Stand Januar 2026) wurde die Gesetzesvorlage angenommen und an den Umweltausschuss (Environmental Conservation Committee) zur Prüfung überwiesen.
Bereits Anfang November 2024 nutzten die Republikaner im US-Wahlkampf die Empörung über den Tod des Tieres. Der republikanische Politiker JD Vance und der Präsidentschaftskandidat Donald Trump sowie deren Unterstützer Elon Musk machten die US-Regierung für diesen verantwortlich. In den letzten zwei Tagen vor dem Wahltag am 5. November 2024 überlagerte die Thematisierung der Vorgänge um das Grauhörnchen Peanut in den sozialen Medien zeitweise die klassischen Wahlkampfthemen wie Inflation und Außenpolitik. Nach Trumps Wahlsieg sahen Kommentatoren die Affäre als ein Beispiel dafür, wie eine emotional aufgeladene und über das Internet verbreitete Erzählung erfolgreich genutzt werden kann, um die Wählerenttäuschung gegen die amtierende Regierung kurz vor dem Wahltag zu kanalisieren. Dieser Einfluss des als „Grauhörnchen-Influencer-Kampagne“ bezeichneten Vorganges wird auch in wissenschaftlicher Fachliteratur zur US-Wahl 2024 thematisiert.
Einzelnachweise Jonas Bucher: Mark rettet Peanut als Baby – dann kommt Staat und schläfert ihn ein. In: 20min.ch. 2. November 2024, abgerufen am 3. November 2024. Instagram-Eichhörnchen „Peanut“ von Behörden beschlagnahmt. In: spiegel.de. 1. November 2024, abgerufen am 3. November 2024. New York authorities euthanize social media star Peanut the squirrel. In: theguardian.com. 2. November 2024, abgerufen am 3. November 2024 (englisch). Jacqueline Howard: Instagram-famous squirrel euthanised by authorities. In: bbc.com. 2. November 2024, abgerufen am 3. November 2024 (englisch).
Kategorie:Individuelles Hörnchen Kategorie:Internetphänomen Kategorie:Gesellschaft (Vereinigte Staaten) Kategorie:Hörnchen in der Kultur