Die Zeche Langenbrahm ist ein ehemaliges Steinkohlebergwerk in Essen in den Stadtteilen Rüttenscheid und Rellinghausen. Das Bergwerk ist eine der ältesten Zechen des Ruhrgebietes mit einer der längsten ununterbrochenen Förderzeiten. Die Zeche Langenbrahm gehörte zu den Gründungsmitgliedern des Vereins für bergbauliche Interessen. Das Bergwerk war auch Anfang des 19. Jahrhunderts unter dem Namen Zeche Langenbrahms Bank bekannt. Der Name des Bergwerks ist aus den Namen der Pflanzenwelt im Essener Stadtwald abgeleitet. Der dort wachsende Ginster wurde als "bram" "brem" oder "broom" bezeichnet. Der Langenbrahm war ein Waldhang an der Kluse, auf dem dieser Ginster wuchs.

Geschichte Die Anfänge Bereits im Jahr 1772 verlieh der Abt Anselmus von Werden die Erlaubnis, eine Kohlenbank bei Kluse bergmännisch zu bearbeiten. Die Gründung der Gewerkschaft Langenbrahm wurde von der Gesellschaft selber mit dem Jahr 1772 datiert. Noch im selben Jahr wurde mit dem Bergbau begonnen. Allerdings wird das Steinkohlen Werck Langenbrahm erst im Jahr 1796 erstmals bei der Bergbehörde erwähnt. Eine wesentliche Bedeutung für das Bergwerk hatte auch das Feld Neuwieserbank. Im Jahr 1796 wurde das Flöz Bosselbank verliehen. Noch im selben Jahr wurde mit der Verleihung des Feldes Neuwieserbank ein tiefer Erbstollen angelegt. Das Stollenmundloch befand sich etwa 450 Meter westlich vom heutigen Haus Baldeney und nördlich der heutigen Freiherr vom Stein-Straße. Der Stollen wurde in nördlicher Richtung zum Langenbrahmer Sattel aufgefahren. Er wurde später Böllings Erbstolln genannt.

Die ersten Betriebsjahre Mit Beginn des neuen Jahrhunderts wurden bereits die ersten Kohlen gefördert. Der Abbau erfolgte zunächst ausschließlich im Stollenbau. Im Jahr 1802 wurde das Bergwerk während der Erntezeit in Fristen gelegt. Für die Förderung war ein seigerer Schacht mit einer Teufe von acht Lachtern vorhanden. Der Schacht hatte eine lichte Weite von 8 × 4 Fuß und war mit einem Haspel ausgestattet. Im Jahr 1803 war auf dem Langenbrahmer Sattel neben der Zeche Langenbrahm auch die Zeche Bosselbänkchen in Betrieb. Auf Langenbrahm waren die beiden Haspelschächte 4 und 5 in Förderung. Beide Schächte hatten eine seigere Teufe von 13 Lachtern. Zusätzlich zum normalen Abbau wurde auch über ein Abhauen im Unterwerksbau abgebaut. Im darauffolgenden Jahr erhielt die Zeche Langenbrahm den Namen Gewerkschaft der Zeche Langenbrahm. Im selben Jahr wurde von der Bergbehörde der Zusammenschluss der beiden Gewerkschaften von Bosselbänkchen und Langenbrahm anerkannt. Dadurch gehörte nun die Zeche Bosselbänkchen, aufgrund eines im Jahre 1788 geschlossenen Vergleichs zwischen Bosselbank und Neuwieserbank zur Zeche Langenbrahm. Im selben Jahr ging der Neuwieser Stollen im Mundlochbereich zu Bruch. In den Folgejahren legten die Gewerken von Langenbrahm, Heinrich Bremer senior und Heinrich Bremer junior, mehrere Mutungen auf verschiedene Flöze ein.

Im Jahr 1805 wurde begonnen bei einer Teufe von +51 m NN den Tiefsten Stollen anzusetzen. Das Stollenmundloch dieses neuen Stollens wurde etwa 50 Meter südlich des alten Stollens zwischen der heutigen Freiherr vom Stein-Straße und der Eisenbahnlinie angesetzt. Durch den neuen Stollen wurde ein Teufengewinn von 10 1/2 Lachter erzielt. Der Stollen wurde zunächst in Richtung Nordnordwest aufgefahren. Im Zeitraum vom 4. August bis zum 17. September desselben Jahres wurde der Betrieb eingestellt. Im Jahr darauf wurde ein Durchschlag zwischen dem neuen und dem alten Stollen erstellt. Nachdem der Durchschlag bei einer Auffahrungslänge von 30 Lachtern erstellt worden war, wurde der neue Stollen weiter in nördlicher Richtung aufgefahren. Der Stollen wurde mit einer Höhe von 1 1/8 Lachter und einer Breite von 3/4 Lachter aufgefahren. Im Jahr 1807 wurde unter Tage eine Gleisförderung gebaut. Die Gleisanlage bestand aus Holzspurlatten, auf denen Holzwagen gefördert wurden. Die Gleisförderung bestand zwischen den beiden Haspelschächten 4 und 5. Im Jahr 1810 wurde zusammen mit der Zeche Bosselbank ein 600 Lachter langer Schiebeweg zum Kohlenmagazin an der Ruhr erstellt und in Betrieb genommen. Im selben Jahr wurden die Haspelschächte 6, 7, 8 und 10 in Betrieb genommen. Im Jahr 1812 wurde ein Wetterofen in Betrieb genommen. Im Jahr 1813 erreichte der Tiefste Stollen bei einer Auffahrungslänge von 214 Lachtern mit Flöz Bosselbänkchen das erste Flöz. Im Jahr 1815 wurde das Erbstollenrecht für den Tiefsten Stollen nun als Langenbrahmer Erbstolln gemutet. Im selben Jahr wurde der letzte fördernde Haspelschacht 4 stillgelegt. Bedingt dadurch wurde auch der Transport zum Kohlenmagazin an der Ruhr eingestellt. Die Förderung erfolgte von nun an durch den Tiefsten Stollen mittels Schiebekarren zur Ruhr.

Die weiteren Betriebsjahre Im Jahr 1822 wurde die Berechtsame der stillgelegten Zeche Bosselbank erworben. Zusätzlich wurde auch das Fendel-Stolln-Feld erworben. Es wurde ein Überhauen im Flöz Morgenstern (Flöz Geitling) angesetzt. Außerdem wurde in diesem Jahr etwa 200 Meter nördlich der Kluse ein kleiner seigerer Tagesschacht angesetzt. Es wurde der erste Bremsberg in Betrieb genommen und mit dem Abbau in Flöz Morgenstern begonnen. Da die Berechtsamsverhältnisse für diesen Betrieb jedoch unklar waren, wurde von der Bergbehörde vorgeschrieben, diesen Betrieb als getrennten Betrieb zu werten. Um den Betrieb entsprechend bewettern zu können, wurden jeweils in dem Zeitraum von Oktober bis November die Abwetter aus diesem Bereich mittels Wetterofen entfernt. Im Jahr 1823 wurde bei einer Teufe von 12 3/4 Lachter ein Durchschlag zwischen dem kleinen Tagesschacht und einem Wetterüberhauen erstellt. Aufgrund einer bergbehördlichen Anordnung mussten ab diesem Zeitpunkt sämtliche Betriebspunkte im Flöz Morgenstern zur Zeche Morgenstern zusammengefasst werden. Im Jahr 1825 wurde der tonnlägige Schacht Wilhelm in Betrieb genommen. Zu dieser Zeit wurde auch eine kurze Zeit für den Landabsatz gefördert. Im Jahr 1827 wurden im Stollen zum ersten Mal Förderschienen verlegt. Der versuchsweise erstellte Schienenstrang hatte eine Länge von 20 Lachtern, es wurden Schienen aus Gusseisen verwendet. Nachdem der Versuch gut verlaufen war, wurde im folgenden Jahr im gesamten Schienenweg die hölzernen Schienen gegen Schienen aus Gusseisen ersetzt. Der Schienenstrang wurde bis zur Kohlenniederlage verlängert. Noch im selben Jahr wurde der neue Schienenweg in Betrieb genommen und der 600 Lachter lange Schiebeweg zur Ruhr wurde stillgelegt. Der Tiefste Langenbrahmer Stollen wurde weiter in nördlicher Richtung aufgefahren. Außerdem wurde in diesem Jahr die Zeche Morgenstern übernommen. Jedoch blieben beide Berechtsamen weiterhin getrennt. Die im Betriebsbereich Morgenstern abgebauten Kohlen wurden über den Tiefsten Langenbrahmer Stollen gefördert. Im Jahr 1829 wurde das Erbstollenrecht für den Tiefsten Langenbrahmer Stollen unter dem Namen Böllings Erbstolln verliehen. Es wurde geplant, den Böllings Erbstolln bis in den Wilhelminus-Flügel in Rüttenscheid aufzufahren.

Der Übergang zum Tiefbau

Um nun tieferliegende Stollensohlen erschließen zu können, wurde ab 1835 mit dem Übergang zum Tiefbau begonnen. Zunächst wurde in diesem Jahr mit den Teufarbeiten für einen seigeren Tiefbauschacht begonnen. Der Schacht erhielt den Namen Friedrich Wilhelm, er wurde im Pierensiepen etwa 100 Meter westlich der heutigen Klusenkapelle angesetzt. Außerdem wurde im Flöz Morgenstern bei einer Teufe von +53 Meter NN (Erbstollensohle) ein Abhauen angesetzt. In diesem Jahr wurden die Längenfelder Bosselbank, Hitzberg, Trotz I, Mentor und Langenbrahm verliehen. Im Jahr darauf wurde aus dem Abhauen heraus bei einer Teufe von 42 Lachtern die 1. Sohle und bei einer Teufe von 70 Lachter die 2. Sohle angesetzt. Es wurde eine Dampfmaschine für die Förderung installiert. Außerdem wurden im Böllings Erbstolln zwei Gleise zwischen dem Schacht Friedrich Wilhelm und der Kohlenniederlage an der Ruhr verlegt. Der Schacht Friedrich Wilhelm erreichte in diesem Jahr eine Gesamtteufe von 21 Lachtern. Im Jahr darauf wurde das Abhauen verbreitert und ein Wasserhaltungstrum angelegt. Im selben Jahr wurde eine Dampfmaschine für die Wasserhaltung installiert. Nachdem der Schacht Wilhelm die Erbstollensohle erreicht hatte, wurden die Teufarbeiten eingestellt. Der Schacht wurde allerdings nicht in Betrieb genommen. Die Flöze im Langenbrahmer Sattel oberhalb der Erbstollensohle waren mittlerweile abgebaut. Die Förderung erfolgte nun im Tiefbau. Ab dem Jahr 1840 wurde das Feld Vereinigte Hermann durch den Bölling Erbstolln gelöst. Ab dem Jahr 1841 wurde das Feld Amsel & Schnepfe und ab dem darauffolgenden Jahr wurden das Feld Bredeneyer Crone und der Wilhelmus-Flügel durch den Bölling Erbstolln gelöst. Im Jahr 1847 wurde das Längenfeld Böllings Erbstolln Beilehn, bestehend aus Teilen der Flöze Langenbrahm und Bosselbänkchen, verliehen. Aufgrund des Miteigentümer-Gesetzes wurde im Jahr 1851 wurde zum ersten Mal für die Gewerkschaft Langenbrahm ein Grubenvorstand gebildet. Im Jahr 1856 wurden die Vorarbeiten für die Erstellung der 3. Sohle durchgeführt. Das Bergwerk gehörte zu dieser Zeit zum Bergamtsbezirk Essen.

Im Jahr 1860 wurde zwischen den Gewerkschaften Wilheminus, Bredeneyer Crone und Langenbrahm ein Vertrag geschlossen. Aufgrund dieses Vertrages erwarb Langenbrahm das Recht, in Rüttenscheid, im Wilhelminusflügel über der Erbstollensohle zur Bredeneyer Crone und unterhalb von Wilhelminus im Flöz Mausegatt einen tonnlägigen Schacht abzuteufen und Ausrichtungsarbeiten durchzuführen. Durch diesen Vertrag wurde es der Zeche Langenbrahm nun möglich, zum Tiefbau überzugehen. Im Gegenzug dazu erhielten die beiden Nachbarbergwerke das Recht, die neu zu erstellenden Grubenbaue von Langenbrahm mitzubenutzen. Noch im selben Jahr wurde oberhalb der Erbstollensohle der tonnlägige Schacht zunächst als Versuchsabhauen angesetzt und aufgefahren. Bei der Auffahrung wurden alte Grubenbaue durchörtert. Im Jahr 1861 erreichte das Versuchsabhauen die Erbstollensohle. Noch im selben Jahr wurde das Versuchsabhauen bis zu einer flachen Teufe von 59 Lachtern unterhalb der Stollensohle erstellt. Es wurde nun beabsichtigt, in dieser Teufe über einen Querschlag den Langenbrahmsattel auszurichten. Vom Aufhauen aus sollte eine Pferdebahn bis zum Bahnhof Essen der Witten-Oberhausener Eisenbahn gebaut werden. Das Bergwerk gehörte zu dieser Zeit zum Bergrevier Kettwig. Im Jahr 1862 erreichte das Versuchsabhauen eine flache Teufe von 340 Metern. Bei einer flachen Teufe von 212 Metern wurde die 1. Sohle und bei einer flachen Teufe von 271 Metern wurde die 2. Sohle angesetzt. Im Tiefsten des Versuchsschachtes (Versuchsabhauen) wurde ein 20 Lachter langes Sumpfort erstellt. Im selben Jahr wurde mit den Teufarbeiten für einen zweiten Schacht, der als Wasserhaltungsschacht benötigt wurde, begonnen. Dieser Schacht wurde sieben Lachter westlich parallel zum Versuchsschacht angesetzt. Der Böllings Erbstollen diente zur Ableitung der Grubenwässer. Im Jahr 1864 wurde mit den Teufarbeiten für einen weiteren Schacht begonnen. Der Schacht wurde 10 1/2 Lachter östlich parallel zum Versuchsschacht angesetzt und tonnlägig abgeteuft. Im Jahr 1865 wurde der Versuchsschacht (Versuchsabhauen) als Förderschacht hergerichtet. Im Jahr 1866 wurde bei einer seigeren Teufe von 214 Metern (−91 Meter NN) die erste Tiefbausohle angesetzt. Im selben Jahr wurden die zwei Geviertfelder Johann Friedrich und Robert verliehen. Mit dem Tiefbau nahm der Wasserzufluss zu. Im Jahr 1867 wurden pro Minute 18 Kubikfuß Grubenwasser mittels einer Hochdruckdampfmaschine, die eine Leistung von 24 PS hatte, zur Erbstollensohle gepumpt. Das Bergwerk gehörte mittlerweile zum Bergrevier Werden.

Der weitere Ausbau und Betrieb