mini|hochkant|Wappen derer von Huyssen (1706) Huyssen (auch Huissen, Haus o. ä.) ist der Name eines ursprünglich aus den Niederlanden stammenden, später in Westfalen ansässigen Adelsgeschlechts.

Geschichte Laut Leopold von Ledebur und Ernst Heinrich Kneschke nennt sich das Geschlecht nach einem niederländischen Ort Huyssen an der Maas. Während der Religionsstreitigkeiten 1567 in Gent mussten zwei Mitglieder der protestantischen Familie aus der Stadt fliehen. Über Aldekerk kam die Familie 1611 nach Essen in Westfalen. Im Zuge der Auswanderung soll die Familie den Adel niedergelegt haben.Ledebur (1855), S. 388.Kneschke (1863), S. 535. Der Essener Stammvater, Alexander Huyssen, war Kaufmann und ab 1626 Ratsherr in Essen. Sein Sohn Heinrich Huyssen (1626–1673) war an selber Stelle Stadtrentmeister, Ratsherr und Bürgermeister. Dessen Sohn Arnold Huyssen (1659–1734) war promovierter Jurist, Richter, fürstlich-waldeckischer Rat, sowie später ebenfalls Essener Ratsherr und Bürgermeister. Am 5. Mai 1706 erhielten dieser und sein Bruder Heinrich de Huyssen, kaiserlich-russischer Gesandter am kaiserlichen Hof und Kriegsrat, von Kaiser Joseph I. eine kaiserliche Ritterstandsbestätigung sowie das Palatinat für Heinrich.AT-OeStA/AVA Adel RAA 204.33.

Die Familie, die mit wichtigen Industriellenfamilien, z. B. Krupp und Haniel, verschwägert war, spielte eine wesentliche Rolle in der Industrialisierung des Ruhrgebiets. Karl Isaac Arnold Huyssen (1751–1834) war Grubenvorstand und Lehnsherr der Zeche Vereinigte Sälzer & Neuack im Essener Westviertel sowie Essener Ratsherr. Heinrich Arnold Huyssen (1779–1870), Essener Bürgermeister, war Mitbegründer der Oberhausener Gutehoffnungshütte. 1852 gründete er die Huyssens-Stiftung, ein Krankenhaus im Essener Stadtteil Huttrop. Nach ihm sind die Heinrichstraße und die Huyssenallee im Essener Südviertel benannt.

Stammfolge Folgende Stammliste wurde von Albert von Waldthausen veröffentlicht:Waldthausen (1906), Beilage.

Wappen Blasonierung des Redenden Wappens von 1706: Von Silber und Rot gespalten, von unten eine blaue Spitze, in welchem ein Haus. Das rechte Feld mit einem schwarzen Balken, im linken drei (2:1) goldene Ringe. Auf dem (auch gekrönten) Helm mit rechts schwarz-silbernen, links rot-goldenen Helmdecken vier Straußenfedern (silbern, schwarz, rot, golden).

mini|hochkant|Wappen derer von Huyssen im Wappenbuch des Westfälischen Adels In späteren Abbildungen werden die Ringe auch pfahlweise dargestellt.Waldthausen (1906), Titelseite. Max von Spießen stellt das Wappen ohne Tingierung dar. Die Spitze wird durch einen Sparren gebildet, der an der Spitze mit einer Rose belegt ist.Spießen (1901–1903), S. 75 f. und Tfl. 182.

Literatur Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon, Band 4: Graffen – Kalau v. Kalheim. Leipzig 1863, S. 535 (Google Bücher). Leopold von Ledebur: Adelslexicon der Preußischen Monarchie. Band 1: A–K, Berlin 1855, S. 388 (digitale-sammlungen.de). W. Serlo: Bergmannsfamilien XIV. In: Glückauf. Berg- und Hüttenmännische Zeitschrift, 65. Jg., Nr. 24 (15. Juni 1929), S. 809–811 (PDF, 3,9 MB auf polsl.pl, abgerufen am 2. November 2024). Max von Spießen: Wappenbuch des Westfälischen Adels, mit Wappengrafiken von Adolf Matthias Hildebrandt, Band 1, Görlitz 1901–1903, S. 75 f. (uni-duesseldorf.de); Band 2, Görlitz 1903, Tafel 182 (uni-duesseldorf.de). Albert von Waldthausen: Beiträge zur Geschichte der Familie Huyssen, Essen 1906 (Digitalisat).

Weblinks Österreichisches Staatsarchiv, AT-OeStA/AVA Adel RAA 204.33 Huyssen, Heinrich de, kaiserlich russischer Gesandter am kaiserlichen Hofe und Kriegsrat, Arnold, JUDr., fürstlich waldeckischer Rat, etc., Brüder, Ritterstandsbestätigung,Palatinat für Heinrich, 1706.05.05

Einzelnachweise

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