mini|Das Fürstentum Minden mit seinen Ämtern und VogteienFriedewalde ist in der Karte fälschlicherweise der Vogtei Hofmeister zugeordnet, gehörte aber zur Vogtei Börde. Das Amt Petershagen war eines der fünf Ämter des bis 1807 bestehenden Fürstentums Minden. Sein Gebiet gehört heute zu den Städten Minden und Petershagen sowie zur Gemeinde Hille im Kreis Minden-Lübbecke in Nordrhein-Westfalen.
Geographie Das Amt erstreckte sich rund um die nördlich von Minden gelegene Stadt Petershagen beiderseits der Weser Im 18. Jahrhundert grenzte das Amt im Westen an die mindischen Ämter Reineberg und Rahden, im Norden an die Grafschaft Hoya und das mindische Amt Schlüsselburg, im Osten an die Grafschaft Schaumburg-Lippe und im Süden an das mindische Amt Hausberge sowie an die Stadt Minden. Seine Fläche betrug ca. 242 km².Addition der betreffenden Gemeindeflächen von 1950 mini|Das Schloss Petershagen
Geschichte
Die Ursprünge des Amtes Petershagen lagen im 14. Jahrhundert, als in Petershagen die Burg Petershagen als eine der Landesburgen des Hochstifts Minden errichtet und Sitz des Amtes Petershagen wurde. Im 16. Jahrhundert wurde die Burg zu einem Schloss umgebaut. Das Hochstift Minden wurde 1648 säkularisiert und gelangte als Fürstentum Minden in den Besitz von Brandenburg-Preußen. Im Zuge der Neuordnung Deutschlands durch Napoleon I. wurde das Fürstentum Minden 1807 dem Königreich Westphalen eingegliedert. Dadurch wurde das Amt aufgelöst. Sein Gebiet fiel an die nach französischem Muster eingerichteten Kantone Petershagen, Hille und Windheim im Distrikt Minden. Von 1811 bis 1813 war das gesamte Gebiet des alten Amtes Petershagen von Frankreich annektiert. Nachdem das Gebiet 1813 wieder an Preußen gefallen war, kam es 1816 zum neuen Kreis Minden in der Provinz Westfalen. Im Kreis Minden deckten die neuen Ämter Hartum, Petershagen und Windheim ungefähr das Gebiet des alten Amtes Petershagen ab.
Gliederung Das Amt Petershagen war in die drei Vogteien Börde, Hofmeister und Windheim gegliedert:
Vogtei Börde Zur Vogtei Börde gehörten die Bauerschaften Friedewalde, Hahlen, Hartum, Hille, Holzhausen, Kutenhausen, Nordhemmern, Stemmer und Südhemmern sowie die adligen Güter Himmelreich und Wiekriede. Ihr Name bezog sich auf die bördetypische Charakteristik der dortigen Landschaft.
Vogtei Hofmeister Zur Vogtei Hofmeister gehörten die Stadt Petershagen sowie die Bauerschaften Eldagsen, Maaslingen, Meßlingen, Südfelde und Todtenhausen. Über diese Vogtei hatte ein bischöflicher Hofmeister die Aufsicht, der im Schloss Petershagen wohnte.
Vogtei Windheim Zur Vogtei Windheim gehörten die Bauerschaften Bierde, Gorspen-Vahlsen, HalleDie Bauerschaft Halle war eine mindische Exklave und kam 1837 durch einen Gebietstausch mit Preußen zum Königreich Hannover. Heute ist Halle ein Ortsteil von Raddestorf im Landkreis Nienburg/Weser., Hävern, Ilse, Jössen, Lahde, Ovenstädt, Quetzen, Raderhorst, Rosenhagen und Windheim.
Einwohnerzahlen Die Vogteien und das gesamte Amt hatten 1788 die folgenden Einwohnerzahlen: Vogtei Börde 6.157 Vogtei Hofmeister 2.686 Vogtei Windheim 3.025 Amt Petershagen 11.868
Drosten
Als Vertreter des jeweiligen Landesherren des Hochstifts bzw. des Fürstentums Minden stand dem Amt Petershagen ein Drost vor. Die Drosten des Amtes sind nur unvollständig und ohne genaue Angabe ihrer Amtszeit überliefert. 16. Jahrhundert Alhardt von Schloen gen. Gehle Friedrich von der Horst Caspar von Quernheim 17. Jahrhundert Volrad von der Decken Georg Friedrich von Oeffener Johann Gerhard von Ledebur Kurt Wilhelm von Lenthe 18. Jahrhundert August von Ilten Moritz Alexander von Cornberg Johann Christoph von Wylich und Lottum Friedrich Gotthelf von Falkenhayn
Einzelnachweise
Kategorie:Historisches Territorium (Kreis Minden-Lübbecke) Kategorie:Organisation (Petershagen) Petershagen Kategorie:Aufgelöst 1807