Johann Daniel Pucklitz (* vor 1710 in Danzig, Krone des Königreichs Polen; † 11. Januar 1774 ebenda) war ein deutscher Komponist.

Leben Johann Daniel Pucklitz war der Sohn von Daniel Pucklitz, der in den Jahren 1704–1707 als Kirchenmusiker der Danziger Marienkirche wirkte, 1709 als Zunftmusiker in das Bürgerbuch eingetragen wurde und am 11. März 1711 starb. Dessen Ehefrau – Johann Daniel Pucklitz’ Mutter – war bereits am 16. Mai 1710 verstorben. Am 19. Mai 1732 wurde Pucklitz nach Erreichen der Volljährigkeit aus der Obhut seiner gesetzlichen Vormünder entlassen, was erst mit dem vollendeten 21. oder 22. Lebensjahr möglich war.Die Angabe im Danziger Sterberegister vom 11. Januar 1774, er sei 60 Jahre, 2 Monate und 14 Tage alt geworden, muss demnach fehlerhaft sein, weil sie ein Geburtsdatum im Oktober 1713 bedeuten würde.Barbara Długońska: Johann Daniel Pucklitz i jego utwory. In: Ludwig Bielawski, J. Katarzyna Dadak-Kozicka (Hrsg.): Źródła muzyczne. Krytyka, analiza, interpretacja. Instytut Sztuki Polskiej Akademii Nauk, Warschau 1999, ISBN 83-85938-73-7, S. 145–156, hier S. 147 f.

Über Pucklitz’ musikalische Ausbildung und frühes Wirken ist nichts bekannt. Ab 1731 wirkte er in Danzig wie sein Vater als Musiker in der Marienkirche, ab 1741 auch als Ratsmusiker der Stadt.Hermann Rauschning: Geschichte der Musik und Musikpflege in Danzig. Danzig 1931, S. 349–354; gda.pl.Jerzy Marian Michalak: „Es ist itzt eyn ander wellt, vnd gehet anders zu“. Evangelische Kantoren und Kantorate im Danzig des 18. Jahrhunderts. In: Joachim Kremer, Walter Werbeck (Hrsg.): Das Kantorat des Ostseeraums im 18. Jahrhundert (= Greifswalder Beiträge zur Musikwissenschaft, Bd. 15). Frank & Timme, Berlin 2007, ISBN 978-3-86596-060-3, S. 167–198, hier: S. 175; . Zusammen mit Johann Jeremias du Grain und Friedrich Christian Mohrheim organisierte er Konzerte im Artushof, im Englischen Haus sowie in Danziger Bürgerhäusern. Später betätigte er sich darüber hinaus als Kellermeister.

Von Pucklitz sind 62 Kompositionen überliefert, überwiegend geistliche Werke.Otto Günther: Katalog der Danziger Stadtbibliothek: Katalog der Handschriften. Band 4. Saunier, Danzig 1911, S. 101–109; . Dies ist erstaunlich, weil das Privileg zur Komposition von Kirchenmusik beim Kapellmeister Johann Balthasar Christian Freislich lag.Who are You, Mr. Pucklitz?, pucklitz.pl (englisch/polnisch) Möglicherweise war Pucklitz demnach Freislichs Schüler oder Assistent.

Eine Arie aus seiner weltlichen Kantate Freue dich Danzig (1737) war laut Partitureintrag für den jungen Johann Gottlieb Goldberg vorgesehen, dem späteren Schüler Johann Sebastian Bachs und Namensträger der Goldberg-Variationen.

Werke 3 Oratorien 39 Kantaten 4 Messen 7 Choralbearbeitungen 6 Motetten 2 Arien

Tonaufnahmen (Auswahl) Johann Daniel Pucklitz: Concerto „Kehre wieder“. Marie Smolka (Sopran), Franziska Gottwald (Alt), Hermann Oswald (Tenor), Markus Flaig (Bass), Goldberg Baroque Ensemble, Goldberg Vocal Ensemble, Dirigent: Andrzej Szadejko (MDG; 2016) Johann Daniel Pucklitz: Oratorio Secondo. Ina Siedlaczek (Sopran), David Erler (Altus), Georg Poplutz (Tenor), Thilo Dahlmann (Bass), Goldberg Baroque Ensemble, Goldberg Vocal Ensemble, Dirigent: Andrzej Szadejko (MDG; 2021) Johann Daniel Pucklitz: Opera Omnia Vol. 1, Kantaten und Messen, Gudrun Sidonie Otto (Sopran), Elvira Bill (Alt), Georg Poplutz (Tenor), Thilo Dahlmann (Bass), Goldberg Baroque Ensemble, Goldberg Vocal Ensemble, Dirigent: Andrzej Szadejko (MDG; 2025) Johann Daniel Pucklitz: Opera Omnia Vol. 2, Kantaten, Siri Karoline Thornhill (Sopran), David Erler (Altus), Virgil Hartinger (Tenor), Thilo Dahlmann (Bassbariton), Goldberg Baroque Ensemble, Goldberg Vocal Ensemble, Dirigent: Andrzej Szadejko (MDG; 2026)

Literatur Barbara Długońska: Johann Daniel Pucklitz i jego utwory [Johann Daniel Pucklitz und seine Kompositionen]. In: Ludwig Bielawski, J. Katarzyna Dadak-Kozicka (Hrsg.): Źródła muzyczne. Krytyka, analiza, interpretacja [Musikalische Quellen. Kritik, Analyse, Interpretationen]. Instytut Sztuki Polskiej Akademii Nauk, Warschau 1999, ISBN 83-85938-73-7, S. 145–156. Otto Günther: Musikgeschichtliches aus Danzigs Vergangenheit. In: Mitteilungen des Westpreussischen Geschichtsvereins, Jg. 10/1911, , S. 22–44, hier S. 41f.; . Otto Günther: Katalog der Danziger Stadtbibliothek: Katalog der Handschriften. Band 4. Saunier, Danzig 1911, S. 101–109; . Hermann Güttler: Pucklitz, Johann Daniel. In: Christian Krollmann, Kurt Forstrenter, Fritz Gause (Hrsg.): Altpreußische Biographie. Band II: Matitz-Z. N. G. Elwert, Marburg/Lahn 1967, S. 523. Franz Kessler: Einleitung. In: ders. (Hrsg.): Danziger Kirchen-Musik, Vokalwerke des 16. bis 18. Jahrhunderts. Hänssler, Neuhausen–Stuttgart 1973, , S. VIII–XXXVII, hier S. XXXV. Hermann Rauschning: Geschichte der Musik und Musikpflege in Danzig. Danzig 1931, S. 349–354; gda.pl.

Weblinks

Johann Daniel Pucklitz im Répertoire International des Sources Musicales (RISM) Pucklitz in Danzig: Wiederentdeckung eines zu Unrecht Vergessenen bei Klassik begeistert Who are You, Mr. Pucklitz? bei pucklitz.pl (englisch/polnisch)

Hörbeispiele

Anmerkungen

Einzelnachweise

Kategorie:Musiker (Danzig) Kategorie:Komponist (Kirchenmusik) Kategorie:Komponist (Barock) Kategorie:Komponist (Deutschland) Kategorie:Geboren im 18. Jahrhundert Kategorie:Gestorben 1774 Kategorie:Mann