Ingo Wagner (* 26. August 1925 in Lichtentanne) ist ein deutscher Rechtswissenschaftler und war in der DDR ein Hochschullehrer. Er war Leiter des Wissenschaftsbereiches Staats- und Rechtstheorie an der Sektion Rechtswissenschaft der Karl-Marx-Universität Leipzig.
Leben Ingo Wagner wurde am 26. August 1925 in Lichtentanne bei Zwickau als Sohn von Arbeitern geboren. Nach dem Besuch der Volksschule war er ab 1940 zunächst zwei Jahre als Verwaltungslehrling tätig, bevor er zur Wehrmacht eingezogen wurde, der er bis Mai 1945 angehörte. Nach Kriegsende trat Wagner 1946 der SED bei und wurde 1950 zum Studium an die „Deutsche Verwaltungsakademie Walter Ulbricht“ (DVA) in Forst-Zinna delegiert. Dort legte 1953 das juristische Staatsexamen ab und wurde zum Spezialisten für Marxismus-Leninismus und für den Wissenschaftlichen Sozialismus.Michael Stolleis: Geschichte des öffentlichen Rechts in Deutschland. Vierter Band. Staats- und Verwaltungsrechtswissenschaft in West und Ost 1945–1990. Beck, München 2012, ISBN 978-3-406-63203-7, S. 590, besonders Fußnote 532. Nach der Promotion zum Dr. iur. 1960 und der Habilitation 1963 in Leipzig war er von 1963 bis 1987 Direktor des Instituts für Staats- und Rechtstheorie der Akademie für Staats- und Rechtswissenschaft der DDR (ASR), der vorherigen DVA, die 1973 ihr Attribut „deutsch“ und den Namen Walter Ulbricht verloren hatte, und von 1969 bis 1989 Professor für Rechtsphilosophie und -theorie an der Karl-Marx-Universität Leipzig.
Wagner war im Marxistischen Forum der PDS bzw. der Partei Die Linke aktiv und trug mindestens bis 2008 zur gleichnamigen Schriftenreihe bei. 2016 gratulierte die DKP-nahe Zeitschrift Rotfuchs ihrem Autor und „standhaften Kommunisten“ Wagner zu seinem 91. Geburtstag.
Schriften (Auswahl) mit Walter Poeggel: Die deutsche Konföderation. Eine theoretisch-politische und völkerrechtliche Studie. Staatsverlag der DDR, Berlin 1964. mit Gerhard Haney: Grundlagen der Theorie des sozialistischen Staates und Rechts. Zwei Bände. Universität Leipzig, Institut für Theorie des Staates und des Rechts, Leipzig 1965 (3., neubearb. Auflage 1967). (Mitverf.): Marxistisch-leninistische Staats- und Rechtstheorie. Lehrbuch. Staatsverlag der DDR, Berlin 1975 (3., bearb. Auflage 1980). (Hrsg.): Schriftenreihe Methodologie der marxistisch-leninistischen Rechtswissenschaft. 18 Bände. Karl-Marx-Universität, Sektion Rechtswissenschaft, Leipzig 1975–1988. mit Werner Grahn: Rechtliche und soziale Gleichheit im Klassenkampf (= Zur Kritik der bürgerlichen Ideologie. Band 83). Akademie-Verlag, Leipzig 1977. Lizenzausgabe: Verlag Marxistische Blätter, Frankfurt am Main 1977, ISBN 3-88012-472-8 Die DDR – ein „Unrechtsstaat“? Leipziger Gesellschaft für Politik und Zeitgeschichte, Leipzig 1994. Der Rechtsstaat, Legende – Wirklichkeit. Plädoyer für den Rechtsstaat; allerdings auch für eine historisch-dialektische Betrachtungsweise. GNN-Verlag, Schkeuditz 1998, ISBN 3-932725-75-1. In welcher Epoche leben wir eigentlich? Versuch einer marxistischen Annäherung. GNN-Verlag, Schkeuditz 2002, ISBN 3-89819-134-6. Eine Partei gibt sich auf. Theoretisch-politische Glossen zum Niedergang der Partei des Demokratischen Sozialismus. Edition Ost, Berlin 2004, ISBN 3-360-01056-6.
Literatur
Weblinks
Prof. Dr. jur. habil. Ingo Wagner im Professorenkatalog der Universität Leipzig
Einzelnachweise
Kategorie:Rechtsphilosoph (20. Jahrhundert) Kategorie:Staatsrechtler (20. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Akademie für Staats- und Rechtswissenschaft der DDR) Kategorie:Hochschullehrer (Universität Leipzig) Kategorie:Absolvent der Universität Leipzig Kategorie:Die-Linke-Mitglied Kategorie:PDS-Mitglied Kategorie:SED-Mitglied Kategorie:DDR-Bürger Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1925 Kategorie:Mann Kategorie:Wikipedia:Möglicherweise lebende Person