Helmut Burkard (* 13. März 1931 in Östringen, Baden-Württemberg) ist ein deutscher Musikpädagoge. Er war Mitbegründer des Musikzuges am Helmholtz-Gymnasium Karlsruhe 1971Marlene Riemann: Musik am Helmholtz - ein Vermächtnis Paul Wehrles? In: Helmholtz-Gymnasium Karlsruhe (Hrsg.) Festschrift 125 Jahre Helmholtz-Gymnasium Karlsruhe 1896–2021; 50 Jahre Musikzug 1971–2021. S. 65–71., Auslandsdienstlehrkraft des Auswärtigen Amtes in Kairo, Ägypten, an der Deutschen Schule der Borromäerinnen Kairo (DSB) 1974 bis 1981, Dozententätigkeit im Auftrag des Goethe-Institut am Music Conservatory (NMC) in Amman, Jordanien, 1997 bis 2003, Initiator und Organisator von Begegnungskonzerten von Schulen zum kulturellen Austausch und für den Dialog der Kulturen zwischen deutscher und arabischer Welt (Ludwig-Marum-Preis 2013).

Werdegang Helmut Burkard erhielt während seiner Kindheit im Krieg Klavierunterricht am Heimatort Östringen. Er spielte dort ab 1947 Posaune in der Blaskapelle (ab 1952 im Musikverein Östringen) unter der Leitung seines Vaters Karl Burkard und übernahm die musikalische Leitung 1955, während er an der Musikhochschule Heidelberg Schulmusik, Latein und Musikwissenschaft studierte. Er trug als Dirigent bis 1974 erfolgreich zur musikalischen und technischen Entwicklung des Musikvereins Östringen bei.

Wirken als Pädagoge Nach Beginn seiner Lehrtätigkeit als Studienrat mit Fach Musik am Lessing-Gymnasium Karlsruhe wurde Burkard 1962 als zweiter Musiklehrer neben Paul Wehrle an das Helmholtz-Gymnasium Karlsruhe gerufen. Dort ermöglichte er ab 1963 Instrumentalunterricht für Schüler durch Musiker der Badischen Staatskapelle mit dem Ziel, ein Schulorchester aufzubauen. 1968 findet der erste große Auftritt des Orchesters am Helmholtz statt. Burkard dirigierte beim Abiturientenkonzert mit dem Schüler Christian Zacharias als Solopianist Mozarts Klavierkonzert G-Dur KV 453. Im Jahr 1970 gründete Helmut Burkard das erste Jazz-Ensemble an der Schule. Sein musikalisches Wirken trug maßgeblich zur Einrichtung des Musikzuges 1971 am Helmholtz-Gymnasium Karlsruhe bei.

1974 trat Helmut Burkard eine Stelle als Auslandsdienstlehrkraft des Auswärtigen Amtes in Kairo, Ägypten, an. An der Deutschen Schule der Borromäerinnen Kairo (DSB) unterrichtete er die Fächer Musik und Logik. Er baute einen Schulchor mit ca. 120 Schülerinnen auf, erarbeitete ein vielfältiges Repertoire an deutschen und arabischen Liedern für Auftritte bei Schulfesten, an Feiertagen und bei hochrangigen Schulbesuchen. Ein Höhepunkt seiner Tätigkeit war die Aufführung der Oper "Dido und Aeneas" von Henry Purcell am 14. November 1979 in der Ewart Memorial Hall der Amerikanischen Universität Cairo (AUC) beim Festakt der 75-Jahr-Feier zum Bestehen der Deutschen Schule der Borromäerinnen Kairo in Anwesenheit des Ministers für Bildung Dr. Moustafa Kamal Helmy und Frau Jehan Sadat.German school to put on opera. In: Egyptian Mail, November 10, 1997Die Deutsche Schule feiert ihr 75. Jubiläum (Übersetzung). In: Al Ahram, 14. November 1979Jehane Al Sadate assiste à l'opéra présentée par l'École Allemande St. Charles Borromée. In: Le Journal D'Egypte, Lundi 26 Novembre 1079. In den Hauptrollen sangen Nabila Erian als Dido und Carmen Zaki als Belinda vom Opernensemble Kairo mit dem Schülerinnenchor der DSB, Sängern und Musikern der Deutschen Evangelischen Oberschule (DEO) begleitet von einem Projektorchester mit Lehrkräften des Konservatorium Kairo. Mit dem Chor der DSB nahm er 1981 im Rahmen der Städtepartnerschaft von Stuttgart und Kairo am Chorfestival „Stuttgart 81. - Partner singen“ in Stuttgart teil.

1981 endete die Auslandsdienstlehrtätigkeit von Helmut Burkard, er kehrte kurzzeitig an das Helmholtz-Gymnasium Karlsruhe zurück und wechselte 1982 als Musiklehrer an das Schönborngymnasium Bruchsal. Bis zu seiner Pensionierung 1995 organisierte er Begegnungen der Schulmusik zwischen dem Orchester des Schönborn-Gymnasiums Bruchsal und Chor und Tanzgruppen der DSB in Kairo und Alexandria 1985, 1986, 1987 und 1990.

Engagement im Ruhestand Ab November 1995 bis 2003 wirkte Burkard im Auftrag des Goethe-Institutes am National Music Conservatory (NMC) in Amman als Dozent für die Ausbildung von Musikerziehern für jordanische Schulen. Er gründete ein Studentenorchester am NMC, unternahm Vortragstätigkeiten und schrieb Kolumnen über Musik in der jordanischen Wochenzeitung The Star.Marwan Asmar: To Helmut! In: The Star (Amman newspaper), 8 May 2003, S. 10 Mit dem NMC Youth Orchestra unternahm er Konzertreisen zu Schulen in Karlsruhe, Bruchsal und Mannheim und lud 2002 den Kammerchor als erstes Ensemble des Helmholtz-Gymnasiums Karlsruhe zum Begegnungskonzert nach Amman ein.

Bei der fachlichen Betreuung der ausgebildeten Musikerzieher an der Schule ihrer Anstellung, ergab sich eine enge Zusammenarbeit mit der Ahliyyah School for Girls in Amman. Burkard unterstütze bis in das Jahr 2015 Austauschreisen von Chor und Tanzgruppen der Ahliyya School for Girls und Begegnungskonzerte mit verschiedenen Ensembles des Helmholtz-Gymnasiums Karlsruhe mit deutscher und arabischer Musik.

Ehrung 5. November 2013 Verleihung des Ludwig-Marum-Preis der SPD Karlsruhe, „....an Helmut Burkard, die Musikabteilung des Helmholtz-Gymnasiums und an alle beteiligten Schülerinnen und Schüler....“ für das deutsch-jordanischen Austauschprojekt zwischen dem Helmholtz-Gymnasium Karlsruhe und der Ahliyyah School for Girls in Amman, Jordanien, das 2002 ins Leben gerufen worden war.

Einzelnachweise

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