Silberthiocyanat das Silbersalz der Thiocyansäure mit der Verhältnisformel AgSCN. Es kommt als weißes Pulver vor. Eine Rolle spielt es bei der Herstellung von Silbernanopartikeln.
Gewinnung und Darstellung
Fällungsreaktion Silberthiocyanat kann durch Ausfällen gewonnen werden, indem eine Lösung von Silberionen in Salpetersäure mit Kaliumthiocyanat versetzt wird:
Ionentauschreaktion Silberthiocyanat kann außerdem durch eine Ionentauschreaktion hergestellt werden. Beispielsweise reagieren Silbernitrat und Ammoniumthiocyanat in Wasser gelöst dazu, als Nebenprodukt entsteht dabei Ammoniumnitrat:
Eigenschaften Silberberthiocyanat kristallisiert monoklin mit der , wobei sie in zwei Formen auftritt. Das α-Polymorph besteht aus zickzackförmigen Ketten aus Tetraedern, die entlang der c-Achse verlaufen, während das β-Polymorph aus linearen Ketten besteht, die sich zu einem dreidimensionalen Polymernetzwerk zusammenlagern. Die SCN−-Gruppen haben eine fast lineare Molekülgeometrie mit einem Bindungswinkel von 179,6°. Silberthiocyanat ist praktisch unlöslich in Wasser mit einer Löslichkeit von 1,68 · 10−4 g/L. Die Verbindung schmilzt bei etwa 260 °C und zersetzt sich kurz darüber bei etwa 270 °C in Silbercyanid.
Verwendung Die wichtigste Verwendung von Silberthiocyanat ist zur Herstellung von Nanopartikeln. Diese Nanopartikel können als guter Ionenleiter genutzt werden. Silberthiocyanat kann auch zu Absorption von Licht mit Wellenlänge kleiner 500 nm dienen. Bei höheren Wellenlängen zeigt es gute photokatalytische Eigenschaften.
Einzelnachweise
Kategorie:Silberverbindung Kategorie:Thiocyanat