mini|Wappen derer von Motz, 1780 Motz ist der Name eines reichsadeligen althessischen Geschlechts, das bis heute besteht.
Geschichte Bei dem hessischen, aus der Grafschaft Hanau stammenden Adelsgeschlecht Motz, handelt es sich um eine geschichtsträchtige Adelsfamilie, die in Hessen zu Bodenhausen, Grebenstein, Calden, Ober-Jessen, Oberurff und Witzenhausen begütert wurde.
Das Geschlecht stammt aus einem ursprünglich hanauischen Burgmannengeschlecht. Stammvater ist der 1354 zu Hanau belehnte Burgmann Heinrich Motz. Die belegte Stammreihe beginnt mit dem Witzenhausener Böttchermeister und Weinhändler Henne Motz (um 1441–1493).GHdA, Adelslexikon Band IX, Limburg an der Lahn 1998, S. 209. Hans Motz (1518–1593), hessen-kasselischer Amtsschultheiß, wurde 1554 vom Landgrafen Philipp I. mit mehreren in und um Witzenhausen gelegenen Gütern zu Mannlehnrecht beliehen und letzter Lehnsinhaber der dortigen Burg Ludwigstein.Dieter Krieger, Hessisches Wappenbuch: Familienwappen, Band 1, Limburg an der Lahn 1999, S. 100 f.
Johannes Motz († 3. April 1611), wurde Bürgermeister von Witzenhausen und machte mehrere noch in Witzenhausen bestehende, wohltätige Stiftungen. Er war ein Sohn des Schultheißen Hans Motz und verheiratet mit Elisabeth geb. Gudenus. Zusammen hatten sie fünf Kinder, darunter den SohnGrabsteininschrift Johannes Motz Johann Christian Motz (1604–1683). Er wurde landgräflich hessischer Oberst und Inhaber des „Schwarzen Regiments“, begann seine militärische Laufbahn unter den Generälen Piccolomini und Pappenheim, später unter Micrander und Geyso. Von 1646/47 bis 1651 hatte er zunächst das Oberkommando in Ostfriesland, war dann Kommandant in Neuss, verzichtete 1651 davon und kehrte nach Kassel zurück, wo er 1666 Kommandant der fürstlich hessischen Residenz und Festung Kassel wurde. Er starb 1683 in dieser Position. Sein Sohn mit Elisabeth geb. Hombergk zu Vach (1631–1674) war Christoph Ludwig Motz (1665–1742), Kommandant von Bremen.Lagis Hessen, Johann Christian Motz
Ein Enkel des Christoph Ludwig Motz (1665–1742), und ein Sohn des Advokaten Werner Christian Motz und der Adelheid Motz, geb. Dünsing,Heinrich Wilhelm Rotermund, Lexikon aller Gelehrten, die seit der Reformation in Bremen gelebt, Band 2, Bremen 1818, S. 50. war der Senator der Hansestadt Bremen, Heinrich Christian Motz (1761–1862). Er war verheiratet mit der Senatorentochter Margarethe Meinertzhagen. Sie hatten fünf Kinder. Der Pädagoge Wilhelm Dethard Motz war ein Neffe.
Justin Eckard Motz († 1723), Geheimer Rat und Kanzler des Landgrafen von Hessen,„Motz, Justin Eckhard“, in: Hessische Biografie (Stand: 9. Juli 2024) erhielt ein Lehen in Calden.Lagis Hessen, Geschichte Calden
Von Christian Heinrich Motz († 1751) rührt folgende Stammfolge:
Carl Reinhard von Motz (1741–1823), ab 1803 Generalmajor, seit 1792 Träger Preußischen Orden Pour le Mérite Friedrich Philipp von Motz diente 1865 als Major und Bataillonskommandeur in großherzoglich sachsen-weimarischen Militärdiensten.Ernst Heinrich Kneschke (Hrsg.): Neues allgemeines deutsches Adels-Lexicon, Band 6, Leipzig 1865, S. 369–370.
Besitzungen In der Landgrafschaft Hessen: Bodenhausen, Grebenstein, Calden, Ober-Jessen, Oberurff und Witzenhausen
Wappen mini|hochkant|Wappen derer von Motz Das Wappen der Familie Motz wird in der Heraldik wie folgt beschrieben: In Silber vier mit ihren goldenen Stielen im Schrägkreuz liegende, die Stiele mit ihren Enden zur Mitte des Schildes hin ausgerichtete schwarze Streitäxte, überhöht von einer roten Lilie. Auf dem gekrönten Helm mit rechts schwarz-goldenen, links rot-silbernen Decken ein wachsender goldener Wolf, begleitet von zwei abgewendeten silbernen und goldenen Bannern an goldenen Lanzen.
Die Banner in Silber und Gold wurden als Ehrung 1636 für die Entsetzung von Hanau durch Johann Christian von Motz dem Wappen beigefügt.
Varianten in Siebmachers Wappenbüchern
Literatur Genealogisches Taschenbuch der Ritter- und Adels-Geschlechter, Brünn 1879, S. 383–392.
Weblinks
Friedrich Christian Adolph von Motz, in den Preußischen Protokollen. (Band 3, Seite 499 im Personenregister)
Österreichisches Staatsarchiv, AT-OeStA/AVA Adel RAA 283.46 Motz, Johann Heinrich, fürstlich Hessen-Kasseler Regierungsrat, Friedrich Ludwig, fürstlich Hessen-Hanauer Kriegs- und Kammerrat, Justin Heinrich, fürstlich Hessen-Kasseler Regierungsrat, Karl Reinhard, fürstlich Hessen-Kasseler Hauptmann, Maria Margaretha, Geschwister, Adelsstand, „von“, privilegium denominandi, Lehenberechtigung 1780-04-15
Einzelnachweise
Kategorie:Hessisches Adelsgeschlecht Kategorie:Gesellschaft (Preußen)