mini|hochkant|Wappen derer von Hüntel im Wappenbuch des Westfälischen Adels Hüntel (auch Hüntell, ) ist der Name eines erloschenen niedersächsischen Adelsgeschlechts.

Geschichte Der Geschlecht hat seinen Namen von dem Ort Hüntel, heute ein Stadtteil von Meppen.

Bereits 1575 war ein Johann von Hüntel († nach 1605) Bürgermeister von Haselünne. Später war er vor 1584 Sekretarius bei der gräflichen Kanzlei in Leerort und 1589/91 Amtmann zu Stickhausen. 1602 ertauschte Johann von Hüntel Haus Hamm bei Haselünne.Hamm auf haselünne.de, abgerufen am 23. Oktober 2024. Danach war er 1603 und 1605 erneut Bürgermeister in Haselünne. Er war vermählt mit Schwane von Hoene zu Nortmoor bei Leer.Spießen (1901–1903), S. 76. Sein Sohn Johann von Hüntel war bis 1621 ebenfalls Bürgermeister von Haselünne. Im Dezember 1621 wanderte dieser wegen eines steigenden Katholisierungsdrucks nach Ostfriesland aus. Er spielte in den ostfriesisch-münsterischen Grenzstreitigkeiten von 1639 und 1654 eine bedeutende Rolle.Hermann Schönhoff: Die Schatte zu Schwakenburg, Burgmannen zu Haselünne, in: Der Deutsche Herold, 14. Jg., Berlin 1909, S. 136 (books.google.de). 1622 erscheint auch ein Alhard von Hüntel zu Haselünne.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen, F 001 / Reichskammergericht / Akten, Nr. 0 - A 515, abgerufen am 25. Oktober 2024. Neben Haus Hamm hatte die Familie in Haselünne den Hüntelhof, einen spätmittelalterlichen Burgmannensitz.

Folgende Stammfolge ist überliefert:Mittheilungen des Vereins für Geschichte und Landeskunde von Osnabrück. 14. Band, Osnabrück 1889, S. 275 ff. (books.google.de).Niedersächsisches Landesarchiv (Abteilung Osnabrück), NLA OS Erw B 2 Nr. 62, abgerufen am 25. Oktober 2024.

Peter Marcel von Hüntel war verheiratet mit Margaretha von Varendorff († 1660) zu Haus Horst bei Alfhausen im Osnabrücker Land, die Haus Horst als Erbe in die Ehe brachte. Ein Sohn war Marcel Adam von Hüntel zu Haus Hamm bei Haselünne, eine Tochter Maria Magdalena von Hüntel (* 1660), die Hans Eimerhaus von Wüllen heiratete.Max von Spießen: Das Efeublatt - Münsterländer Schollinsen: Erzählungen aus einer fast vergessenen Zeit. 2022, Kapitel 10.

Marianne von Hüntel (* 1769) war Konventualin im Benediktinerinnenkloster Herzebrock. Nach Aufhebung des Klosters versuchte sie Anfang 1804 vergeblich dessen Wiederherstellung zu erreichen. Sie lebte danach weiter in Herzebrock.Germania Sacra. NF 21, Kanonissenstift und Benediktinerinnenkloster Herzebrock. S. 79, 268.

Franz Hugo von Hüntel zu Hamm ehelichte 1777 Maria Johanna Framicart de Tassigny, Erbtochter des Guts Bettinghausen bei Soest. Ihre Tochter Karoline von Hüntel († 1837) heiratete 1801 Franz Nikolaus Gotthard von Kleinsorgen (1748–1816), französischer Militär und bayrischer Kammerherr und Gesandter, und brachte Bettinghausen damit in die Familie von Kleinsorgen.Digitale Westfälische Urkunden-Datenbank: Brockhausen (Dep.) auf lwl.org, abgerufen am 25. Oktober 2024.

Die Familie erlosch 1869 mit dem Tod von Catharina (Trinette) Maria Elisabeth Franziska Johanna von Hüntel (1791–1869).Vereinigte Westfälische Adelsarchive, HarKe.Schw.Ak / Schwarzenraben, Akten, Karten und Pläne, Nr. HarKe.Schw.Ak - 71, abgerufen am 25. Oktober 2024.

Wappen Blasonierung: In Gold ein grüner Wald, aus dem ein schwarzer Hund hervorspringt. Auf dem Helm mit schwarz-goldenen Helmdecken ein wachsender schwarzer Hund zwischen zwei goldenen Straußenfedern.

Literatur Max von Spießen: Wappenbuch des Westfälischen Adels, mit Wappengrafiken von Adolf Matthias Hildebrandt, Band 1, Görlitz 1901–1903, S. 76 (uni-duesseldorf.de); Band 2, Görlitz 1903, Tafel 182 (uni-duesseldorf.de).

Einzelnachweise

Kategorie:Niedersächsisches Adelsgeschlecht