Remigius Seiffart von Klettenberg und Wildeck (* 29. Januar 1693 in Frankfurt am Main; † 1. Juli 1766 ebenda) war Ratsherr und zweimal Älterer Bürgermeister der Reichsstadt Frankfurt.
Familie Er stammte aus dem Frankfurter Patriziergeschlecht der Seiffart von Klettenberg und Wildeck, das Mitglied in der dortigen Patriziergesellschaft Zum Frauenstein war. Sein Großvater väterlicherseits war der Jurist, Ratsherr und StadtschultheißDas Frankfurter Patriziat Johann Erasmus Seiffart von Klettenberg und Wildeck (1634–1716), der 1671 von Kaiser Leopold I. in die Reichsritterschaft erhoben wurde und dann 1704 für sich und seine Nachkommen das Adelsprädikat „von Klettenberg und Wildeck auf Rhoda“ erhielt.Das Frankfurter Patriziat
Seine Eltern waren Johann Erasmus Seiffart von Klettenberg der Jüngere (1657–1699Auch 1704 wird gelegentlich als Todesjahr angegeben; siehe z. B. Johann Erasmus von Klettenberg (1657-1704), bei Deutsche Nationalbibliothek.) und dessen Ehefrau Anna Catharina geb. Briem. Johann Erasmus d. J. hatte Rechtswissenschaft in Heidelberg, Tübingen, Basel und Straßburg studiert, war 1682 in Straßburg zum Dr. jur. promoviert wordenDe Compositione Amicabili (Dissertation 1682 in Straßburg) und wurde, wie bereits sein Vater, ebenfalls Frankfurter Ratsherr.Das Frankfurter Patriziat
Remigius heiratete 1723 Susanna Margaretha (1687–1756), Tochter des Dr. med. Johann Philipp Jordis (1658–1725) in Frankfurt und dessen Ehefrau Susanna geb. de Neufville, Tochter des David de Neufville (1623–1684), Gründer der Bank „David & Jacob de Neufville“ in Frankfurt. Das Paar hatte drei Töchter: Susanna Catharina (die als religiöse Schriftstellerin und Freundin Goethes bekannt wurde), Mariana Franziska und Maria Magdalena.
Leben Anders als seine Vorfahren studierte Remigius nicht Jurisprudenz, sondern Medizin. Er wurde 1716 mit seiner Dissertation an der Universität Altdorf zum Doktor der Medizin promoviertDissertatio Inavgvralis Medica . . . . und ließ sich dann als Arzt in seiner Vaterstadt nieder. Dort erwarb er sich auch einen Ruf als Naturaliensammler.Siehe z. B. Eberhard Mey und Klaus Lieder: Historische Vorkommen des Rosenstars Sturnus roseus in Deutschland, in: Anzeiger des Vereins Thüringer Ornithologen, 3. Band, 1996-1999, März 1998, S. 137—142 (hier S. 138) und Wilfried Nitze: Zur Entstehung des zoologischen Werks des 18. Jahrhunderts »Sammlung von Nestern und Eyern verschiedener Vögel« von Friederich Christian Günther (1726 - 1774), in: Anzeiger des Vereins Thüringer Ornithologen, 4. Band, Dezember 2001, S. 189—210 (hier S. 197)
Er wurde Senator (d. h. Ratsherr der vorwiegend aus Kaufleuten und Juristen bestehenden sogenannten „zweiten Bank“ des Frankfurter Rats) und später Schöffe (d. h. Ratsherr der aus dem lokalen Patriziat stammenden „ersten Bank“) in Frankfurt und schließlich zweimal Jüngerer Bürgermeister (1740/41 und 1743/44) und zuletzt Älterer Bürgermeister (1754/55 und 1759/60) der Stadt.Das Frankfurter Patriziat
Fußnoten
Weblinks Klettenberg, Remigius von, Indexeintrag: Deutsche Biographie
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