mini|150px|Siegelmarke des König-Wilhelms-Gymnasiums Das Breslauer König-Wilhelms-Gymnasium bestand von 1885 bis 1939.
Geschichte Am 1. April 1885 wurde das König-Wilhelms-Gymnasium in der Sonnenstraße in Breslau eröffnet, als sechstes Gymnasium der Stadt.Programm des König-Wilhelms-Gymnasiums, Breslau, 1886, S. 19f., mit kurzer Angabe zur Gründung Im Juli 1885 erteilte Kaiser Wilhelm II. die schriftliche Zustimmung zur Namensverwendung nach seinem Vater Kaiser Wilhelm I. Im ersten Schuljahr gab es etwa 150 Schüler, 1903 bereits 508.Statistisches Jahrbuch der höheren Schulen Deutschlands, 1904, S. 34; mit allen Lehrern, siehe auch andere Jahrgänge
Unterrichtsfächer waren Christliche Religionslehre, Deutsch, Latein, Französisch, Geschichte und Geographie, Mathematik und Rechnen, Naturbetrachtung, Jüdische Religionslehre (für jüdische Schüler), sowie Schreiben (Schönschreiben), Zeichnen, Singen und Turnen.Programm des König-Wilhelms-Gymnasiums, 1886, S. 13, mit Stundenanzahl
Ab etwa 1922 hieß es Staatliches König-Wilhelms-Gymnasium. 1939 wurde es zur Staatlichen König-Wilhelm-Schule herabgestuft. Während der Schlacht um Breslau wurde das Schulgebäude zerstört. Nach Kriegsende 1945 und dem Übergang Schlesiens an Polen wurde die Schule 1945 geschlossen.
Persönlichkeiten Der bekanntesten Schüler waren der Nobelpreisträger Max Born und der erste BND-Chef Reinhard Gehlen. Weitere wurden Mathematiker, Mediziner oder Juristen. Die Medizinerin Magda Frei legte das Abitur 1905 extern ab.
Direktoren Theodor Thalheim, 1885–?, kommissarischProgramm des König-Wilhelms-Gymnasiums, 1886, S. 19; mit Kurzbiographie, auch von weiteren Lehrern; vgl. auch Franz Kössler, Personenlexikon von Lehrern des 19. Jahrhunderts, Gießen 2008, mit vielen Biographien Hermann Eckardt, 1888–nach 1903Statistisches Jahrbuch der höheren Schulen Deutschlands, 1904, S. 134; dort auch alle weiteren Lehrer wie die Gymnasialprofessoren Fielitz, Finke, Heine und Schippke
Weitere Lehrer Julian Ziaja, 1885 – vor 1903, stellvertretender Schulleiter Emil Noellner (1847–1915), Zeichenlehrer Albert Gombert († 1908), 1904 erwähnt
Schüler Walter Otto (1878–1941), jüdischer Althistoriker Max Born (1882–1970), jüdischer Mathematiker und Physiker, um 1901, Nobelpreisträger Erich Frank (1884–1957), jüdischer Medizinprofessor Ernst Hellinger, 1885–1953, jüdischer Mathematiker Ferencz Jüttner (1878–1958), Physiker
Wolfgang Sternberg (1887–1953), jüdischer Mathematiker
Kurt Schmeisser (1889–1958), Verwaltungsjurist
Hans-Wolfgang Schimmelpfennig (1889–1966), deutscher Wirtschaftsjurist, Rechtsanwalt und Notar, um 1900 Hermann Senftleben (1890–1975), Physiker und Physikochemiker Heinz Hopf (1894–1971), jüdischer Mathematiker
Reinhard Gehlen (1902–1979), bis 1920, Generalmajor der Wehrmacht, erster Präsident des Bundesnachrichtendienstes
Literatur Festschrift zur Fünfzigjahrfeier des König-Wilhelms-Gymnasiums. Breslau 1935 Programm des König-Wilhelms-Gymnasiums, 1886–1939 Digitalisate
Weblinks Gimnazjum im. Króla Wilhelma I (dawne) Polska.org, mit Fotos Gimnazjum Króla Wilhelma Fotopolska König-Wilhelms-Gymnasium Breslau Architekturmuseum TU Berlin, mit Grundrissen
Einzelnachweise
Wilhelmsgymnasium Kategorie:Ehemaliges Gymnasium in Deutschland Kategorie:Bildungseinrichtungsgründung 1885 Kategorie:Aufgelöst 1945