Bains-de-l’Alliaz []Bains-de-l’Alliaz auf der Landeskarte der Schweiz. ist ein Weiler mit einem ehemaligen Thermalbad in der politischen Gemeinde Blonay – Saint-Légier im Kanton Waadt (Schweiz).
Lage mini|Dia von Leo Wehrli, koloriert von Margrit Wehrli-Frey, 1940 Bains-de-l’Alliaz befindet sich rund fünf Kilometer von Blonay entfernt und rund einen Kilometer nördlich von Villard-sur-Chamby. In einem isolierten Talkessel am Weg zum Berg Les Pléiades in einer Höhe von 1044 m am oberen Endes des Tals der in den Genfersee mündenden Baye de Clarens befindet sich eine kalte Schwefelquelle.
Geschichte mini|Kolorierte Radierung von Théophile-Alexandre Steinlen, 19. Jahrhundert Die Schwefelquelle wurde bereits im 16. JahrhundertMadeleine Hirtzel: Les Bains de l’Alliaz: Deux siècles d’histoire. 2012, ISBN 978-2-88295-644-6 (Inhaltsverzeichnis). besucht, geriet dann aber in Vergessenheit. Im Jahr 1811Les Bains de l’Alliaz. In: notrehistoire.ch. Abgerufen am 22. Oktober 2024. wurde dort ein Thermalbad gegründet. Erbauer war Antoine Blanchenay (1766–1841), einer der Partisanen der Unabhängigkeit des Kantons Waadt und Vater des Staatsrats Louis Blanchenay. Die chemischen Eigenschaften des Wassers wurden zum ersten Mal 1812 von Rengger und Henri StruveRengger, Henri Struve in: Le Conservateur suisse, ou Recueil complet des Etrennes helvétiennes. 1813. Zitiert nach Fellenberg 1847. und später von Ludwig Rudolf von Fellenberg im Jahr 1847Ludwig Rudolf von Fellenberg: Analyse de l’eau minérale de l’Alliaz (canton de Vaud). Präsentiert auf der Sitzung der Société Vaudoise des Sciences Naturelles am 3. Februar 1947 (). untersucht. Die etwa 8 °C warme Schwefelquelle enthält schwefel- und kohlensauren Kalk, Schwefelwasserstoff und geringe Mengen freier Kohlensäure. Um 1900 wurde in dem Hotel mit Nebengebäuden jeden August die Sonnenwende gefeiert. Die Badeanstalt, Kurhaus genannt, war ein grosser, zweistöckiger Bau mit 32 Zimmern, sechs Badekabinetten und zehn Wannen. Es wurden Bäder und Trinkkuren angeboten gegen Abdominal-Plethora, chronische Leberkrankheiten und Hautkrankheiten.Robert Flechsig: Bains de l’Alliaz. In: Bäder-Lexikon. 1883, S. 248.
Zwischen Januar und Mai 1922 besuchte Ernest Hemingway, der zu dieser Zeit in Les Avants wohnte, das Gasthaus im Ort und beschrieb im Roman In einem andern Land (1929), wie sie mit den Holzfällern Glühwein tranken.Ernest Hemingway: A Farewell to Arms. Charles Scribner’s Sons, New York 1929. Kapitel 39, S. 322. Auch die Schriftsteller Charles Baudouin und Albert Cohen übernachteten in der Pension.
Das Bad wurde bis zum Zweiten Weltkrieg genutzt, wechselte mehrfach den Besitzer und wurde zu einem Mietshaus umgebaut.Histoire des Bains de l’Alliaz. In: Website der Gemeinde Blonay – Saint-Légier, abgerufen am 22. Oktober 2024. Ende der 1970er-Jahre liess sich der Maler, Bildhauer und Schriftsteller Jean Hirtzel (1936–1999) im Weiler nieder und lebte dort bis zu seinem Tod.Hirtzel, Jean, peintre, 1936–1999. Datenbank patrinum von renouvaud, Réseau vaudois des bibliothèques, abgerufen am 22. Oktober 2024. Seine Lebensgefährtin Madeleine HirtzelChronologischer Überblick. Das Projekt Jean Hirtzel. Abgerufen am 22. Oktober 2024. veröffentlichte 2011 ein Buch über die 200-jährige Geschichte des Orts.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Kanton Waadt Kategorie:Thermalbad in der Schweiz Kategorie:Blonay – Saint-Légier Kategorie:Unternehmensgründung 1811